18.04.2019 - 10:54 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Experte warnt vor Klimawandel und sieht großes Potential in Wind und Sonne

Es gibt mehr Klimaflüchtlinge als Kriegsflüchtlinge. Deshalb ist Klimaschutz auch Heimatschutz und jeder ist verantwortlich; auch für die nächste Generation.

Professor Dr. Michael Sterner referierte zum Thema: "Erneuerbare Energien in Bayern und Möglichkeiten zu deren Speicherung"
von Renate GradlProfil

Der Vorstandsvorsitzende der Neuen Energien West (NEW), Helmuth Wächter, begrüßte die Mitglieder der Genossenschaft und Professor Dr. Michael Sterner, der zum Thema "Erneuerbare Energien in Bayern und Möglichkeiten zu deren Speicherung" referierte.

Wächter blickte zunächst zurück auf die zehnjährige Erfolgsgeschichte der NEW. "Wurden im Jahr 2009 Dachanlagen auf kommunale Einrichtungen installiert, so konnten wir bereits 2010 die ersten Freilandanlagen in Döllnitz und Barbaraberg errichten. Weitere Anlagen wurden in den folgenden Jahren in Betrieb genommen. Wir sind auch Betreiber von Windrädern bei Neuhof-Creußen", erklärte Wächter. Momentan laufen auch Planungen auf Vorbereitungen zur Durchführung der Wärmenetzversorgung für einen Teilbereich in der Gemeinde Trabitz durch die Bürgergenossenschaft. Informationen mit den Stadtwerken Haßfurt und Siemens Erlangen zu Power2Gas-Wasserstoff/Methan-Anlagen werden ausgetauscht.

"Die Energiewende soll vor Ort stattfinden. Wir müssen alle Städte und Gemeinden weiterhin zur aktiven Mitarbeit anspornen. Und auch Bürger müssen in die Verantwortung genommen werden, sowohl für ihren Energiekonsum, als auch für die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien", betonte Wächter. "In Sachen Energiewende ist sehr viel passiert", lobte Grafenwöhrs dritter Bürgermeister Udo Greim. Mit Photovoltaikanlagen und Windrädern sei man auf dem richtigen Weg. E-Bike-Ladesstellen sind in Grafenwöhr, Eschenbach, Schwarzenbach, Altenstadt und Neustadt am Kulm errichtet. "Die dezentrale Energieversorgung ist ein wichtiger Punkt für die Zukunft."

"Die Erde hat Fieber", warnte Professor Dr. Michael Sterner bei seinem zweieinhalbstündigen Vortrag "Erneuerbare Energien in Bayern und Möglichkeiten zu deren Speicherung" in der Stadthalle. Es gibt lange Dürreperioden und Hochwasser; der Klimawandel ist da, ausgelöst durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas. "Die Menschen müssen lernen, Energie zu sparen. Die Gewohnheiten sollten hinterfragt und der Lebensstil angepasst werden", warnte Sterner.

"Die Energieversorgung wird wieder 100 Prozent erneuerbar und oberirdisch, wie früher", ist sich der Professor sicher, der das Konzept "Power-to-Gas" erläuterte. Strom aus erneuerbaren Energien, Wind, Solar, Biogasanlagen und Wasserkraft können dies ermöglichen.

Um die Energie auch nachts nutzen zu können, sind Stromspeicher nötig, wie beispielsweise Akkus und Pumpspeicherkraftwerke. Da in diesen Speichermedien der Strom nur kurzfristig gelagert werden kann, sollte "Power-to-Gas" eingesetzt werden. Hierbei wird alternativer Strom zur Elektrolyse von Wasser verwendet. Der dabei entstehende Wasserstoff wird mit CO2 versetzt. Dabei entsteht Methan, das dem Erdgas ähnelt und genauso behandelbar ist. Gaspipelines und Gasspeicher seien vorhanden. Die Rückführung von Gas zu Strom ist über Gaskraftwerke möglich. Es folgte eine Diskussion über die Stromtrassen. Sterner lockerte seinen Vortrag mit Musik auf dem Klavier auf.

Windenergie spielt eine große Rolle beim Vortrag von Professor Dr. Michael Sterner. Dieser spielte auch selbst Klavier.
Viele Zuhörer lauschten gespannt beim Vortrag über die Erneuerbaren Energien.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.