03.09.2018 - 15:34 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

"Fliegendes Auge" über Grafenwöhr

Einsatzbereitschaft ist die oberste Priorität der 4. Combat-Aviation-Brigade "Ivy Eagles". Auf dem Grafenwöhrer Trainings-Areal demonstriert die Hubschrauber-Einheit das Zusammenwirken der Drohne "Shadow" und der Kampfhubschrauber "Apache".

von Autor MORProfil

Für neun Monate wurde die Hubschrauber-Brigade aus Fort Carson in Colorado mit 1700 Soldaten über den Atlantik verlegt, sie gehört zur 4. US-Infanteriedivision. 52 Black-Hawk-Helikopter, 12 Chinook-Transport-Maschinen und 24 Kampfhubschrauber "Apache" kamen auf dem Seeweg über Rotterdam und Bremerhaven nach Europa.

Stationiert sind die Hubschrauber auf dem US-Standort Illesheim in Mittelfranken, von dort aus absolvieren sie Übungen zusammen mit Partnern in Polen, Litauen, Rumänien und Bulgarien sowie die Ausbildung auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr, sagte Presseoffizier Captain Edward Putzier. Er begleitete den Medientag, der bei Vilseck auf dem Drohnenstartplatz begann.

Dort wurde auch die "Shadow"-Drohne vorgestellt. Sie ist das "fliegende Auge" der Hubschrauber-Piloten. Anvisierte Ziele werden über die Kamera des unbemannten Fluggeräts direkt auf das Display des "Apache"-Hubschraubers übertragen. "Die ,Shadow' als ,foreward Scout' macht den ,Apache' effektiver", betonte Putzier. Das Bodenpersonal hatte die "Shadow" schon für den Flug vorbereitet und auf dem hydraulisch pneumatischen Katapult gestartet. Die Steuerung der Drohne erfolgte durch den "Aircraft Commander" am Boden im Container eines Hummvee. Die Aufklärungseinheit verfügt über acht der rund 750 000 Dollar teuren "Shadows", die eine Flügelspannweite von fast sechs Metern haben.

Direkt aus Illesheim schwebten auch die "Apache"-Hubschrauber auf dem Betankungs- und Aufmunitionierungsplatz nahe des Grafenwöhrer Airfields ein. Staff Sergeant Michael Adeyanju hatte zuvor im "Trockendurchgang" mit seinen Soldaten jeden Handgriff geübt: Zum Betanken und Aufmunitionieren bleiben Pilot und "Guner" im "Apache". Rund 300 Schuss der 30-Millimeter-Übungsmunition werden ins Magazin der unter der Kanzel sitzenden automatischen Maschinenkanone eingeführt, 1200 Patronen wären die maximale Beladung. Unter den Stummelflügeln des "Apache" sitzen die Startrampen für 16 Hellfire-Flugkörper sowie die Magazine der 36 2,75-Inch-Raketen. Auf ihren Einsatz wird wegen der noch anhaltenden großen Trockenheit verzichtet. Der Schuss der Hellfire könnte mit einem "Dummy", der am "Apache" hängt, über das Display des "Guners" simuliert werden.

Auf der Schießbahn 118 nur drei Kilometer südlich von Grafenwöhr kommt der rund 33 Millionen Dollar teure "Apache"-Hubschrauber schließlich zum Einsatz. Vom Boden aus beobachteten die Senior-Warrant-Officer der Brigade das Schießen der zwei "Apache". Die Fachoffiziere im Rang eines Obristen sind für Ausbildung am Fluggerät und Waffenanlage sowie für die Sicherheit zuständig. Sie äußerten sich zufrieden mit der Leistung der zwischen 25 und 35 Jahre alten Piloten und sahen ihre Mission "To be ready" als erfüllt an.

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