05.11.2019 - 08:58 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Gedenkstätte im Truppenübungsplatz Grafenwöhr: „First Shot Memorial“ eröffnet

Auf dem Paradefeld vor dem Wasserturm wurde das „First Shot Memorial“ eröffnet. Die Stadt und das Museum überreichten an die US-Armee eine historische Krupp-Kanone, die an den 1. Artillerie-Schuss am 30. Juni 1910 erinnert.

Eine restaurierte Haubitze soll an die Geburtsstunde des Grafenwöhrer Truppenübungsplatzes erinnern. Die Initiatoren des „First Shot Memorial“, Command Sergeant Major Michael Sutterfield (vorne, Mitte) und Buchautor Gerald Morgenstern (vorne, rechts) freuen sich über die Fertigstellung. Mit im Bild sind Oberst Adam Boyd, Oberstleutnant Florian Rommel, Bürgermeister Edgar Knobloch, Brigadegeneral Christopher Norrie und Heimatvereinsvorsitzender Willi Buchfelder (hinten).
von Autor MORProfil

Dieses Datum gilt als offizielle Geburtsstunde des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr. Der erste Artillerieschuss auf dem damals königlich bayerischen Schießplatz war ein Fehlschuss. Der aus Nitzlbuch stammende Michael Kugler feuerte 1910 als Kanonier im 2. Königlich Bayerischen Fußartillerieregiment aus einer Krupp-Feldhaubitze auf der Grünhundhöhe diesen ersten Schuss ab. Doch die Sache ging gehörig daneben, denn 800 Meter vor dem Ziel gab die Granate ihren Geist auf. So ist es auf einem Marterl an der Einschlagstellte mitten im Zielgebiet des Übungsplatzes zu lesen.

100 Jahre später, zum Jubiläum der Platzgründung, wurde dieses Ereignis nachgestellt. Dabei wurde aus einer modernen, amerikanischen Paladin-Haubitze erneut ein Schuss abgefeuert, um den Beginn der nächsten 100 Jahre feierlich einzuläuten. Auch hierzu wurde ein Flurkreuz hinter der Schießbahn 114 auf der Grünhundhöhe aufgestellt. Der Stabsfeldwebel der Reserve und Autor des Übungsplatzbuches, Gerald Morgenstern, berichtete in der Zeremonie von diesen Ereignissen. Zusammen mit Command Sergeant Majors der Garnison hatte er auch veranlasst, dass die historische Kanone sowie die Nachbauten der Marterln auf dem Paradefeld aufgestellt werden und nun als „1. Shot Memorial“ an die Geburtsstunde des Platzes erinnern.

Damit diese Maßnahme nicht zu teuer wurde, restaurierte man die Kanone in der US-Malerwerkstatt. Die Bauverwaltung der Garnison übernahm die Planung des Pavillons, das zum Schutz der alten Kanone notwendigen ist. Auch sämtliche Metallarbeiten, Fertigung der Schrifttafeln und das Gießen der Betonmarterln übernahmen eigene Arbeiter. Die Soldaten des 15. US-Pionierbataillons betonierten die Plattform und stellten den Pavillon auf. Die Bundeswehr mit Oberstleutnant Florian Rommel war für die Aufbewahrung, den Transport und das Aufstellen der Kanone zuständig.

Command Sergeant Major Michael Sutterfield bedankte sich bei Maler Rudi Breit, den Mitarbeitern von der Bauabteilung, Norbert Jagenlauf, Georg Nürnberger, Peter Neukamm, Erhard Neumüller, Thomas Lottes und Wolfgang Bendl sowie bei Harald Balscher von der Bundeswehr mit Urkunde und Coin für ihre Arbeit und Unterstützung. Heimatvereinsvorsitzender Willi Buchfelder und Bürgermeister Edgar Knobloch besiegelten die Dauerleihgabe der Kanone mit einer Urkunde. An das Museum übergab die US-Garnison die zwei Tafeln der Marterln, die auch im Museum aufgestellt werden sollen.

Bürgermeister Knobloch dankte allen Beteiligten und betonte, dass sich durch die Eröffnung des Übungsplatzes die Stadt ständig weiterentwickelte und stets wirtschaftlichen Aufschwung erfahre. Auch heute ist das Militär noch der größte Arbeitgeber in der Region. Die „1. Schuss Gedenkstätte“ wertete er auch als Zeichen der deutsch-amerikanischen Freundschaft und des guten Miteinanders, das noch lange anhalten möge. Ihren Dank sprachen auch Brigadegeneral Christopher Norrie und Oberst Adam Boyd aus. Sie forderten ihre Soldaten und die Besucher des Übungsplatzes auf, sich am „First Shot Memorial“ sowie im Militärmuseum über die Geschichte des Platzes zu informieren.

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