06.02.2020 - 08:48 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Gemarkung Steinfels Grafenwöhr: Nassabbau von Sand- und Kies stößt auf Kritik

Auch wenn der „Kies des Anstoßes“ in der Gemarkung Steinfels und damit im Gemeindegebiet Mantel liegt: Der Grafenwöhrer Bauausschuss äußerte trotzdem erhebliche Bedenken an der Erweiterung der Abbauflächen.

von Robert DotzauerProfil

Annette Baumann von der Firma Sand- und Kieswerke Baumann GmbH hat die Absicht, die Kies- und Sandabbauflächen auf Grundstücken der Gemarkung Steinfels zu erweitern. Das wasserrechtliche Genehmigungsverfahren läuft schon seit einem Jahr. Nun war der Rat der Stadt Grafenwöhr an der Reihe, zum Abbau von Kies und Sand und damit verbundener Wiederverfüllungen und Aufforstungsmaßnahmen Stellung zu beziehen. Die beantragte Abbaufläche beträgt fast 6 Hektar, der Lagerstättenvorrat zirka 180.000 Kubikmeter. In das Anhörungsverfahren ist die Stadt eingebunden, weil die Antragstellerin beabsichtigt, das Sand- und Kiesmaterial im Industriegebiet Hütten aufbereiten zu lassen.

in Unding, wie der Bauausschuss befand. Übereinstimmend sprachen sich die Mitglieder des Gremiums wegen des Verlustes an Naherholungs- und landwirtschaftlichen Flächen im natürlichen Überschwemmungsgebiet der Haidenaab gegen den geplanten Kiesabbau aus. Der Bauausschuss forderte zudem geschlossen: „Sollte die Genehmigung dennoch erteilt werden, sind in den Genehmigungsbescheid Auflagen zur Reinhaltung der Straßen, wie zum Beispiel die Errichtung einer Reifenwaschanlage, aufzunehmen“.

Der Neubaugenehmigung für eine landwirtschaftliche Halle mit Garage in der Pechhofer Straße drohte lange Zeit wegen einer Außenbereichsbebauung und der damit verbundenen fehlenden Privilegierung des Vorhabens das Aus. Zwischenzeitlich kam es zu mehreren Schriftwechseln und Ortsterminen zwischen dem Landratsamt als Genehmigungsbehörde und dem Bauherrn. Nach Grundstückszukäufen des Antragstellers, einer Planänderung und einer Abstandsflächenregulierung nahm der Bauausschuss die Planänderungen zur Kenntnis und erteilte das gemeindliche Einvernehmen.

Auch die Voranfrage zur Errichtung einer Weidehütte mit Offenstallhaltung für zwei Pferde in der Gemarkung Mühlleite führte zu einer näheren Betrachtung. Die Antragstellerin beabsichtigt, eine Fläche von zirka 1800 Quadratmetern eines städtischen Grundstücks zu pachten und darauf einen Stall mit Heulager in den Maßen von 9 mal 3 Metern zu errichten. Das Gelände soll mit einem elektrischen Weidezaun abgesichert werden. Die Wasserversorgung ist über das Grundstück der Antragstellerin geplant. Die Nachbarn sind mit dem Projekt einverstanden. Nach kurzer Diskussion erteilte der Bauausschuss dem Bauvorhaben das gemeindliche Einvernehmen. Voraussetzung ist eine Sicherstellung der Wasserversorgung. Die Lagerung von Mist hat im östlichen Teil des Grundstücks zu erfolgen. Auch eine regelmäßige Entsorgung des Pferdedungs und ein umgehender vollständiger Rückbau der baulichen Anlagen bei einem Nutzungsende sei zu gewährleisten, hieß es im einstimmigen Beschluss des Gremiums.

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