Letzte Stadtratssitzung des 2020 gewählten Stadtrats in Grafenwöhr: Durch die Kommunalwahl am 8. März 2026 gab es so manche Änderung. Julia Waldmann und Benjamin Keck traten nicht mehr an. Peter Lippiotta, Reinhold Krausch und Gerhard Mark (alle CSU) wurden nicht mehr ins Gremium gewählt. In dieser Abschlusssitzung waren von den Ausscheidenden nur Waldmann und Mark anwesend. Gerade für Mark war der Abschied sehr emotional, war der 71-Jährige doch von September 1986 bis April 1990 und von Mai 1996 bis jetzt insgesamt 34 Jahre Mitglied des Stadtrats.
Nachdenkliche Worte
Bürgermeister Edgar Knobloch (CSU) würdigte nicht nur seine Verdienste im Stadtrat, sondern auch seine vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten. So war Mark von 1977 bis 2006 Vorsitzender der Feuerwehr in Hütten, fast zwei Jahrzehnte Kirchenpfleger und Mitglied des Pfarrgemeinderats in Hütten und war schon Vorsitzender der Wanderfalken in Hütten. Außerdem stand er von 1992 bis 1999 und steht seit 2008 wieder dem Stadtverband vor. Knobloch fasste zusammen: "Der Gemeinschaftssinn und das Ehrenamt haben für dich oberste Priorität. Durch dein selbstloses Handeln wird das gesellschaftliche Leben, insbesondere in deinem Heimatdorf Hütten, sehr bereichert."
Für Mark gab es dann vom Stadtrat Applaus und Standing Ovations. Er war sichtlich berührt: "Ich bin sprachlos und überwältigt." Bei der Kommunalwahl hatte die CSU neun Stadtratsmandate errungen – Mark landete auf dem zehnten Platz und verpasste den Wiedereinzug knapp. Etwas wehmütig wurde er dann schon: "Ich hätte nochmal eine Periode drangehängt, aber der Bürger hat anders entschieden. Man fragt sich dann schon warum: War ich lange genug dabei und die Bürger wollten mich in den Ruhestand schicken oder wurde meine Arbeit so nicht mehr akzeptiert?" Dem zukünftigen Stadtrat gibt Mark noch einen Rat mit: "Ich appelliere, das Ehrenamt weiter hochzuhalten und es wertzuschätzen."
Im Vergleich zu Marks 34 Jahren im Stadtrat waren Julia Waldmanns sechs Jahre eher kurz. Knobloch lobte ihre freundliche Art: "Du hattest immer ein Lächeln auf den Lippen." Die 36-Jährige hielt ihre Ansprache dann auch entsprechend kurz: "Die sechs Jahre vergingen schnell. Ich bin dankbar dabeigewesen zu sein."
Hoffen auf gute Zusammenarbeit
Neben dem Bürgermeister blickten auch die drei Fraktionssprecher von CSU, SPD und Freien Wählern auf die ablaufende Periode zurück. Alle erinnerten an die schweren Startbedingungen unter Corona. 2020 hatte die CSU mit elf Sitzen die absolute Mehrheit erreicht – SPD und FW gaben als Ziel aus, dies nicht wieder zuzulassen. Für Gerald Morgenstern (CSU) befremdlich: "Teilweise bestand das Ziel, bestehende Mehrheiten zu brechen. Demokratie lebt davon, Mehrheiten zu gestalten und Verantwortung für Bürgerinnen und Bürger zu übernehmen."
Thomas Weiß (SPD) erinnerte an eine hohe Fluktuation im Stadtrat: "Das brachte immer wieder neue Dynamiken, aber auch die Notwendigkeit, sich neu zu erfinden und gemeinsam weiterzuarbeiten. Kein Mensch ist zu ersetzen, man kann nur die Aufgaben neu verteilen." Thomas Schopf (FW) verspürte einen Zusammenhalt und eine Rücksichtnahme während der Pandemie in der Bevölkerung. In seinem Beruf als Polizist vermisst er diese heute: "Wo ist dieses Miteinander und das Vertrauen geblieben? Gerade in meinem Beruf erlebe ich es täglich, wie aus kleinen Nichtigkeiten große Streitigkeiten werden." Darum hofft er, dass der neu gewählte Stadtrat an einem Strang zieht.
Eine Gelegenheit dazu bietet sich in Roding. Dort findet am Sonntag, 19. Juli, der große Festzug des 45. Nordgautags statt. Schon im Februar hatte der Stadtrat diskutiert, teilzunehmen. Auch die Vereine der Stadt wurden angeschrieben. Knobloch kann verkünden: "Es gab positive Rückmeldungen der Stadtkapelle, des Schützenvereins und der Katholischen Theatergruppe. Der Heimatverein wird mit US-Jeep und der Elvis-Figur am Flügel teilnehmen." Auch der neue Stadtrat soll mitmachen, Knobloch bittet um Vorschläge, ob und wie man sich einheitlich präsentieren möchte.















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