Der Grafenwöhrer Heimatverein hatte am letzten Tag der Sommerzeit zur Museumsnacht eingeladen. Angela Biersack, die Heimatvereinsvorsitzende, wünschte den Besuchern dazu viel Vergnügen. Geboten waren neben einer Fotoschau historischer Ansichten von Grafenwöhr und der Gemäldeausstellung der Grafenwöhrer Künstlerin Christine Mößbauer zahlreiche Aktionen, die zeitversetzt durchgeführt wurden.
Gestartet wurde mit einem Bildervortrag von Gerald Morgenstern. Es ging um Hitlers Westwall-Testbunker auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. „Rund um Pappenberg waren davon 30 Bunker mitten in den Schießbahnen“, erklärte Morgenstern. An den Bildervortrag knüpfte die Katholische Theatergruppe Grafenwöhr mit dem Schwedenangriff in Grafenwöhr an. Kein Geringerer als Martin Posser, der von Michael Bräutigam-Groß verkörpert wurde, stand plötzlich im Foyer des Museums.
Gelübde abgelegt
Auch über den „Schwarzen Tod“ wurde berichtet. „50 Bewohner dieser Stadt wurden verstoßen“, sagte eine „an Pest erkrankte Frau“ (Silke Kraus). Später haben die Grafenwöhrer ein Gelübde mit einem Bitt- und Danktag für den heiligen Sebastian abgelegt.
Einen Einblick in die Grafenwöhrer G’schichteler gab Christine Meinl. „Es geht um nie verwirklichte Pläne der Stadt Grafenwöhr“, so Meinl. Dabei handelte es sich um die Burg auf dem Annaberg. Damals hieß es: „Man gehe zur Festn rauf.“ Das Gebiet sollte Ende des 13. oder Anfang des 14. Jahrhunderts durch Ulrich I. mit einer Burg geschützt werden.
Waldfriedhof im Gespräch
Auch einen Waldfriedhof gibt es bis jetzt noch nicht. Dieser beziehungsweise eine Vergrößerung des Friedhofs war mehrmals im Gespräch: 1956 durch Monsignore Schmidt mit einer Erweiterung in östlicher Richtung, 1975 und 1984 sowie 2021 mit Gesprächen im Stadtrat, als auf dem Annaberg ein Waldfriedhof errichtet werden sollte.
Was jedoch gebaut wurde, war die evangelische Michaelskirche. 1875 gab es in Grafenwöhr 926 Einwohner, von denen aber nur zwei evangelische Christen waren. Das änderte sich 1908, sodass am 17. April 1909 der erste evangelische Gottesdienst gefeiert wurde. Mit Holz und gebrauchten Nägeln vom Truppenübungsplatz wurde später die evangelische Michaelskirche gebaut, die am 9. September 1923 eingeweiht wurde.
Orte umgesiedelt
Viel Historisches gab Angela Buchfelder bei der Führung durch die Militärabteilung preis, zunächst über die Gründung des Truppenübungsplatzes. 1939 gab es drei Millionen Soldaten. „1938 wurden unter anderem die Ortschaften Haag, Hopfenohe, Pappenberg und Langenbruck geräumt und 3500 Menschen umgesiedelt“, so Buchfelder. Von der Ausstellung im ersten Stock des Museums erzählte Willi Buchfelder. Hier geht es um Gefangenschaft, Verwundung und Tod. Viele Uniformen können hier besichtigt werden. Das Gesehene soll laut Buchfelder „zum Frieden mahnen“.
Im Gewölbe „sprach“ die Musik mit der Musikgruppe „Rhythm and Peace“ mit ihren außergewöhnlichen Musikinstrumenten wie Handpan, Djembe, Didgeridoo und Percussion. Die Zuhörer sollten hier entspannen. Ganz gut dazu passten auch der Wein und die Cocktails.



















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.