30.07.2020 - 15:44 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Grafenwöhr: Zwangspause für Deutsch-Amerikanisches Volksfest

Es wird ein trauriges Wochenende für die vielen Fans des Deutsch-Amerikanischen Volksfestes. Heuer wäre es zum 62. Mal im Truppenübungsplatz Grafenwöhr über die Bühne gegangen, hätte Corona nicht dazwischengefunkt.

von Renate GradlProfil

Die Tradition des Deutsch-Amerikanischen Volksfestes, bei dem auch die Freundschaft zwischen Deutschen und Amerikanern gefeiert wird, wurde bereits 2013 unterbrochen, als die Gründe finanzieller Art waren. "Es war nur ein Aussetzer für ein Jahr. Es geht wieder weiter - Gott sei Dank. Aus den Volksfesterlösen werden viele Lebensmittelpakete an Menschen verteilt, die nicht so viel Geld zur Verfügung haben", sagte damals der amerikanische DAGA-Präsident James P. Federline. 2014 ging es weiter - so erfolgreich wie eh und je. Doch leider müssen heuer die Liebhaber dieses Festes erneut auf den "American Way of Life" verzichten.

Das erste August-Wochenende reservierten viele - zuletzt gab es rund 100 000 Besucher aus nah und fern - für dieses Großereignis. Schließlich kann hier in vielfältiger Weise geschlemmt werden, sei es mit amerikanischen Eis und "Root Beer", mit Ribs, Tacos, Nachos, Steaks und vielem mehr. Aber nicht nur das.

"Einmalig in Europa"

"Die Mischung macht's", ist sich Schausteller Peter Renner sicher. Neben den kulinarischen Spezialitäten, gibt es viele Fahrgeschäfte für den Nervenkitzel und die deutsch-amerikanische Waffenschau. "Was Bundeswehr und US-Army dort zeigen, bekommt man sonst nie zu sehen. Das Deutsch-Amerikanische Volksfest ist einmalig in Europa", ist Peter Renner überzeugt. Der Schausteller ist seit 45 Jahren der Mann hinter den Kulissen. Gemeinsam mit seiner Tochter Claudia Heindl zieht er die Fäden bei der Organisation.

Über den geplanten Truppenabzug informiert dieser Artikel

Vilseck

Aber auch der Deutsch-Amerikanische Gemeinsame Ausschuss (DAGA) ist Mitorganisator. Volksfestbeauftragter Gerhard Hörl teilt die Marktstände ein. "Ohne ihn geht's nicht, denn auf ihn kann ich mich verlassen", sagt Renner. Viel Arbeit kam in diesen drei Tagen - und danach mit der Abrechnung - auch immer auf Hermann Marherr zu. Er ist seit rund 20 Jahren DAGA-Schatzmeister und löste Toni Dürr nach seiner 34-jährigen Tätigkeit "als Mann des Geldes" ab.

Gartenarbeit statt feiern

Auf die Frage, was er heuer an diesem Wochenende macht, verrät Marherr nach einer kleinen Denkpause: "Das werde ich in meinem Garten verbringen mit Arbeit und mit Relaxen." DAGA-Präsident Helmut Wächter bedauert: "Es ist schade, dass das Volksfest nicht stattfinden kann." Dennoch freut er sich, dass er heuer an diesem Wochenende seine Freizeit genießen darf.

Weil das Deutsch-Amerikanische Volksfest nicht stattfindet, fallen auch die Erlöse aus dem Bierverkauf im DAGA-Festzelt DAGA weg, die sonst unter anderen für die Lebensmittel-Paketaktion zu Weihnachten verwendet werden. Deshalb bittet der DAGA um Spenden. In bar können diese bei Präsident Wächter selbst in der Hochstraße 2 in Grafenwöhr abgegeben werden. Überweisungen sind auf das Konto der Raiffeisenbank Oberpfalz NordWest eG, IBAN: DE55750690500000110639, möglich.

Im Blickpunkt:

Trotz Truppenabzugs für 2021 optimistisch

"Ich habe keine Bedenken, dass sich der Truppenabzug auf das Deutsch-Amerikanische Volksfest auswirken könnte. Die Truppen üben weiterhin am Übungsplatz. Betroffen sind ja die Stryker in Vilseck und die Fallschirmspringer aus Vicenzo", sagt DAGA-Präsident Helmuth Wächter. Falls es die Corona-Krise bis dahin zulässt, sollte es also 2021 wieder ein Fest geben.

"Es ist natürlich schlecht, wenn es einen Truppenabzug gibt und viele Amerikaner nicht mitfeiern können. Aber das Volksfest lebt schon auch von den Deutschen. Deshalb glaube ich daran, dass es nächstes Jahr wieder ein Deutsch-Amerikanisches Volksfest geben wird", erklärte Schausteller Peter Renner auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien.

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