04.08.2021 - 10:01 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Grafenwöhrer Pfarrer Bernhard Müller verabschiedet sich in Ruhestand

Nach seinem Motto und dem Primizspruch: "Wir sind nicht Herren eueres Glaubens, sondern Diener euerer Freude" wollte Pfarrer Bernhard Müller niemanden etwas aufschwatzen, sondern zum Glauben hinführen.

von Renate GradlProfil

Nach unzähligen Gottesdiensten, die Pfarrer Bernhard Müller in den vergangenen 16 Jahren in Grafenwöhr feierte, war am Sonntag Nachmittag ein ganz Besonderer, nämlich sein offizieller Abschiedsgottesdienst. Auch seine Predigt fiel anders aus, als sonst. "Es gab gute und schwierige Zeiten", bekannte der Pfarrer. Aber er wollte niemanden damit kritisieren und betonte: "Der Glaube ist sehr schwer geworden." Er wollte die Menschen jedoch stets zum Glauben hinführen.

Der Wunsch des Pfarrers: Die Gemeinde soll zusammenstehen. Der Pfarrgemeinderat hat ihm dabei geholfen beziehungsweise in allen Belangen beraten. "Es gab immer ein harmonisches Miteinander. Bei den Videokonferenzen sind wir zusammen gewachsen. Das gilt auch für die Kirchenverwaltung", so Pfarrer Müller. Als es um die Entscheidung ging, einen Kaplan oder eine Gemeindereferentin zu bekommen, habe sich Müller für diese entschieden. "Christine Gößl ist genau die Richtige gewesen, die mir viel Arbeit abgenommen hat."

Ein Dankeschön ging auch an die Kirchenpfleger, an die Kapläne, Pfarrsekretärin Anita Stauber, Pfarrvikar Gilbert sowie die Ruhestandsgeistlichen Wolfgang Traßl, Hans Bayer und den bereits verstorbenen Monsignore Karl Wohlgut. Mit eingeschlossen waren die Kindergärten, Sozialstation, das St.-Michaelswerk, die KAB, Kolping, der Katholische Frauenbund und Leonore Böhm. "Unschätzbare Dienste im Hintergrund hat Elisabeth Schmidt geleistet", lobte Pfarrer Müller.

Besonders wichtig war dem Pfarrer die "Ökumene" und das Zusammenwachsen der katholischen und evangelischen Gemeinde. Mit der Stadt gab es eine gute Zusammenarbeit. Den Stammtisch, der aus Pfarrer Müller, Bürgermeister Edgar Knobloch, dem ehemaligen Schulrektor Thomas Schmidt und dem evangelischen Pfarrer André Fischer bestand, sei "einmalig" gewesen. Weitere Treffen sollen abwechselnd in Grafenwöhr, Fürth und Bayreuth (Pfarrer Müllers neue Heimat) stattfinden. Zum Schluss widmete der in Ruhestand gehende Pfarrer allen ein selbst verfasstes Gedicht und allzeit Gottes Segen. Seinen Nachfolger Daniel Fenk sollen die Gläubigen gut annehmen. Die Predigt endete mit den Worten: "So, jetzt habe ich fertig. Amen."

Dekan Thomas Jeschner verlas die Urkunde von Bischof Rudolf Voderholzer, der damit Pfarrer Müller in den Ruhestand verabschiedete. "Auf Pfarrer Müller konnte ich mich immer verlassen. Er ist kein oberflächlicher Mensch und hat seine Entscheidungen mit Bedacht getroffen. Dabei hat sein Wort etwas gegolten. Er ist ein Mensch, der Spuren hinterlässt, ob es mit dem "Kleinen Dienst" war, den er ins Leben gerufen hatte, die Ökumene oder viele gute Gespräche. Im Gedächtnis wird auch sein "staubtrockener Humor" und seine Verkleidungen beim Fasching bleiben", sagte Bürgermeister Edgar Knobloch.

Seinen Dank sprachen auch Hartmut Seidler für die evangelische Kirchengemeinde und der Sprecher des Pfarrgemeinderates Stephan Wolf aus. Für all sein Wirken bedankte sie sich bei Pfarrer Müller. Als Erinnerung und Abschiedsgruß von vielen kirchlichen Gruppen und Gremien überreichte Wolf einen "digitalen Bilderrahmen" in Form einer DVD. In einer Schatzkiste wurden persönliche Abschiedsworte von Angehörigen aus der Pfarrei aufbewahrt. Dankesworte gingen auch an die Pfarrhausfrau Elisabeth Schmidt, die Pfarrer Müller stets eine wichtige Stütze war und im Hintergrund organisierte, besonders wenn es um das Jugendheim und die Sakristei ging. Der Gottesdienst wurde musikalisch festlich mit den "4 Dimensions" umrahmt. Persönliche Dankesworte konnten die Gottesdienst-Besucher anschließend auf dem Kirchplatz an Pfarrer Müller richten.

Grafenwöhrer Pfarrer Bernhard Müller geht in den Ruhestand

Grafenwöhr
Info:

Berufliche Laufbahn von Pfarrer Bernhard Müller

  • Am 25. Juni 1977 wurde Müller im Dom zu Regensburg zum Priester geweiht
  • Die erste Kaplanstelle war in Selb, die zweite in Neustadt an der Waldnaab.
  • Von 1983 bis 1988 arbeitete er als Präfekt im Priesterseminar Regensburg
  • 17 Jahre, von 1988 bis 2005, wirkte er als Pfarrer in Kirchenlaibach.
  • Danach trat er die Nachfolge von Stadtpfarrer Hans Bayer in der Pfarrei Grafenwöhr an.
  • 2009 wurde er zum Bischöflichen Geistigen Rat (BGR) ernannt.

 

 

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