03.05.2021 - 16:03 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Grafenwöhrer Schönberg wird Hauptspielbühne des LTO

Die sinkenden Inzidenzzahlen lassen auch das Landestheater Oberpfalz auf baldige Aufführungen hoffen. Die Unsicherheit bleibt aber. Darum ist das LTO froh, in Grafenwöhr eine neue Heimat mit überschaubarem wirtschaftlichen Risiko zu finden.

Wolfgang Meidenbauer (links) und das Landestheater-Team haben den Schönberg als neuen Hauptspielort auserwählt, sehr zur Freude von Bürgermeister Edgar Knobloch (rechts).
von Stefan NeidlProfil

Gegen Ende des vergangenen Jahres machte sich das Landestheater Oberpfalz (LTO) auf die Suche nach einer neuen Spielbühne für seine Aufführungen. Klar war, dass die Coronapandemie nicht einfach verschwinden würde und weiter Auflagen für Schauspieler und Zuschauer gelten würden. Darum war der bisherige Hauptspielort in der Burg Leuchtenberg nicht mehr geeignet. Geschäftsführer Wolfgang Meidenbauer erklärt die Problematik: "In Leuchtenberg bauen wir jedes Jahr in über 2106 Arbeitsstunden die Tribüne auf. Dort passen dann 250 Zuschauer hinein. Wenn wegen den Abständen nur jeder vierte Platz besetzt werden darf, sind es gerade einmal 60." Dazu käme die Unsicherheit, dass auch in Zukunft immer wieder ein neuer Lockdown drohen könnte: "Dann wäre die Arbeit umsonst gewesen. Wir mussten da auch wirtschaftlich denken."

Seit 2018 tritt das LTO auch auf der Schönberg-Naturbühne in Grafenwöhr auf. Veranstalter und Schauspieler sind von den Bedingungen dort begeistert. Die breite Bühne und der weite Zuschauerraum lassen sich für Meidenbauer optimal und flexibel für Corona-Auflagen einteilen. Dazu kommt: "Wir planen dieses Jahr ,Ronja Räubertochter‘. Dafür passt das Kulissenbild des ehemaligen Steinbruchs perfekt." Sollte der Festspielsommer wegen der Pandemie doch ins Wasser fallen, wäre der wirtschaftliche Schaden wegen des entfallenen Aufbaus der Tribüne weniger dramatisch.

Darum soll die Schönbergbühne in diesem Jahr auch der Hauptspielort des LTO werden. Hinzu kommt nämlich die geographische Lage von Grafenwöhr: Der Ort liegt zentraler und ist für die Besucher leichter zu erreichen. Dazu kommt, dass das LTO auch in Franken sehr beliebt sei.

Die erste Aufführung soll am 29. Mai sein. Bis dahin wird das LTO am Schönberg regelmäßig proben, um die Bühne kennenzulernen und Ideen für das Bühnenbild zu bekommen. Für die Proben gilt: Nur mit negativem Test. Dann sollen um die 15 Aufführungen für die Öffentlichkeit und Schulklassen dort stattfinden: Neben "Ronja Räubertochter" ist noch "Im Weißen Rössl" und "Cabaret" geplant. Voraussetzung ist natürlich immer, dass die Inzidenzzahlen passen: Unter 100 wurde Meidenbauer versichert, dürften Theater mit Auflagen öffnen. Im Moment würden die Zahlen also passen: So hofft er auf die Erlaubnis für 200 Zuschauer. Es bleibe aber stets die Unsicherheit: Darum soll der Vorverkauf immer erst eine Woche vor der jeweiligen Aufführung losgehen.

Meidenbauers Künstler sind froh, in Grafenwöhr einen neuen Spielort gefunden zu haben und dass es wieder eine Aussicht auf Aufführungen gibt: "Die sind überglücklich und finden ihren Lebenssinn wieder. Durch die Proben steigt die Motivation."

"Besucher kann ich mir auch mehr als 200 vorstellen", fügt Bürgermeister Edgar Knobloch beim Pressetermin hinzu. Er weiß, nach der langen Zeit mit Beschränkungen "lechzen die Menschen nach Kultur". Insofern freut er sich, in seiner Stadt mit dem LTO als festen Standort das Kulturleben aufwerten zu können. Knobloch ist selbst Fan des LTO und versucht, jährlich mindestens eine Aufführung zu besuchen.

Digitaler Wandel im Theater – das LTO macht mit

Leuchtenberg
Trotz Corona-Abstände könnten 200 oder sogar mehr Zuschauer vor der Schönbergbühne Platz finden.
Hintergrund:

Das Landestheater Oberpfalz

  • Gegründet 2010
  • Das einzige professionelle Theater der nördlichen Oberpfalz
  • Jährlich 10 neue Inszenierungen und 150 Vorstellungen mit insgesamt circa 30.000 Zuschauern

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