Grafenwöhr
19.06.2026 - 14:05 Uhr
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Grafenwöhrer Stadtrat macht Tempo bei der Erschließung des Baugebietes "Steinfelser Straße"

Seit einigen Monaten ist der Bebauungsplan "Steinfelser Straße" bei Hütten bestandskräftig. Nun bringt der Stadtrat Grafenwöhr die Erschließungsplanung auf den Weg.

In Fortsetzung des Hüttener Siedlungsbereiches entsteht in der Steinfelser Straße ein Baugebiet mit 32 Parzellen. Die städtische Baulandoffensive wird von einem wesentlichen Vorteil beflügelt. Ein Großteil der Bauplätze ist in öffentlicher Hand. Bild: Robert Dotzauer
In Fortsetzung des Hüttener Siedlungsbereiches entsteht in der Steinfelser Straße ein Baugebiet mit 32 Parzellen. Die städtische Baulandoffensive wird von einem wesentlichen Vorteil beflügelt. Ein Großteil der Bauplätze ist in öffentlicher Hand.

„Es gibt schon viele Baubewerber“, sagt Grafenwöhrs Bürgermeister Edgar Knobloch mit Blick auf das neue Baugebiet an der Steinfelser Straße bei Hütten. Eine Erfolgsgeschichte für die Baulandoffensive der Stadt. Ein Großteil der Bauparzellen ist in städtischer Hand. Umso einfacher könne die Nachfrage nach günstigem Bauland befriedigt werden. Deshalb drängt Knobloch auch auf eine zügige Erschließungsplanung des neuen Baugebiets.

Nach einem sich hinziehenden Bauleitverfahren für das Areal südöstlich des Ortsteils Hütten mit aufwendigen Planungsschritten und Gutachten, zum Beispiel für den Lärmschutz und artenschutzrechtliche Prüfungen, verzögerten Bedenken der Regierung der Oberpfalz zur Größe des künftigen Baugebietes zügige Planungsfortschritte. Der von den Behörden geforderte „Baulandbedarfsnachweis“, ein von der Regierung gefordertes Flächenmanagement zur nachhaltigen Siedlungsentwicklung, erforderte eine Entschlankung des ursprünglich 4,9 Hektar großen Planungsgebietes mit einst geplanten 47 Parzellen auf nunmehr 2,9 Hektar.

32 Bauplätze

Nach ersten Vorentwurfsplanungen präsentierte Tiefbauplaner Michael Wagner vom Architekturbüro Wolfgang Schultes nun sein komplettes Planungskonzept für das Gebiet, das nach den Vorgaben des Bebauungsplans 32 Bauplätze mit Grundstücksgrößen ganz überwiegend zwischen 550 und 650 Quadratmetern umfasst. Thema des Vortrags waren die Verkehrsraumplanung sowie die Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung für das neue Baugebiet.

„Durch die künftigen Siedlungsstraßen mit Bedacht und langsam fahren!“ Sich an diesem Grundsatz orientierend, plant Wagner Fahrbahnbreiten von 6,50 Metern mit Versatz in der Straßenführung einschließlich eines begleitenden gepflasterten Multifunktionsstreifens. Optisch sollen grüne Inseln den Verkehrsraum aufwerten. Für Ratsmitglied Thomas Schopf ist das ein guter Vorschlag, auch wenn es den Begriff des Multifunktionsstreifens im Straßenverkehrsrecht gar nicht gebe.

Kanaltiefen auf kellerlose Hausbauten ausgelegt

Nach Anmerkungen zum problemlosen Anschluss der Bauparzellen an die Wasserversorgung Hütten zeichnete Michael Wagner im Einvernehmen mit den Stadtwerken neue Wege zur Abwasserentsorgung auf. Die zunehmend kellerlose Errichtung von Wohngebäuden zeigt auch in der Erschließungsplanung für das neue Baugebiet in der Steinfelser Straße Wirkung. „Anschlüsse der Kellergeschosse sind überholt, da nur noch zehn Prozent der Bauherren Wohnhäuser mit Keller errichten“, wusste der Planer. Auch Stadtwerke-Chef Frank Neubauer kommentierte die Entwicklung hin zu kellerlosen Neubauten. „In den letzten Jahren gab es keine Bauanträge mit Unterkellerung.“

Schlussfolgerung für Michael Wagner waren deshalb geringere Verlegungstiefen der Schmutzwasserkanäle. Konsequenzen, die eine Entwässerung im Freispiegelgefälle erst ab dem Erdgeschoss möglich machen. Für Gebäude mit Unterkellerung bedeute die Höherverlegung der Abwasserkanäle den Einbau eines Hebewerkes auf eigene Kosten, lautete dann auch die Beschlussvorlage für das Gremium. Bürgermeister Edgar Knobloch verwies bei geringeren Verlegungstiefen zudem auf erhebliche Einsparungen bei den Erschließungskosten und bei den Hausanschlusskosten.

Einsparpotential für alle

Mit Blick auf die Abwassergebühren sah der Rathauschef durch das Einsparpotenzial auch Vorteile für die Allgemeinheit. Ein Vorgehensmodell, das der Bürgermeister bei der Beschlussfassung relativierte. „Wir sind für die vorgeschlagene Variante nicht zuständig. Die letzte Entscheidung trifft der Verwaltungsrat der Stadtwerke.“ Bei der Beschlussfassung bestand Einverständnis mit der vorgestellten Planung des Architektur- und Ingenieurbüros Schultes.

Das Thema der Entwässerungsplanung nahm der Rat zur Kenntnis. Die Entscheidungsgewalt liegt bei der Wasserwirtschafts- und Betriebsgesellschaft Grafenwöhr. Nach Abschluss der Planung und der folgenden Ausschreibung zeigte sich das Gremium optimistisch, mit der Baugebietserschließung noch im Herbst 2026 zu beginnen.

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