Grafenwöhr
05.05.2025 - 15:37 Uhr
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Großer Umbau im Waldbad Grafenwöhr liegt im Zeitplan

Nach 47 Jahren weichen die Fließen im Waldbad Grafenwöhr einem modernen Edelstahlbecken. Worauf sich Badegäste freuen können, wann die Eröffnung geplant ist und wie es mit Jahreskarten aussieht: ein Überblick.

Die ersten Frühlingstage mit Temperaturen über 25 Grad hat der April bereits gebracht – nur ein Vorgeschmack auf die heißen Sommertage. Die beliebteste Anlaufstelle in Grafenwöhr war immer das Waldbad. Kinder und Erwachsene freuten sich meist auf die Pfingstferien, den üblichen Eröffnungstermin.

Doch dieses Jahr bleibt das Waldbad zu diesem Zeitpunkt geschlossen. Nach 47 Jahren ersetzt die Stadt das alte Fliesenbecken durch modernes Edelstahl. Stadtbaumeister Hans Rettinger informiert: „Das Becken war seit der Eröffnung 1978 im Originalzustand.“

So charmant das nostalgische 70er-Jahre-Flair der türkisen Fliesen auch war, gab es damit auch Probleme: Ausbesserungsarbeiten am Becken kosteten jedes Jahr rund 30.000 Euro. Die notwendigen Arbeiten wurden immer mehr und dauerten entsprechend länger. Auch die Wasserqualität und die Beckendurchströmung oder Wasserumwälzung entsprachen nicht mehr den heutigen Standards. Darum beschloss der Stadtrat schließlich im Jahr 2023, ein Edelstahlbecken anzuschaffen.

Es geht um Zentimeter

Das neue Becken wird nun auf das alte Becken gesetzt. Ursprünglich wäre das Becken dadurch etwas kleiner geworden. „Ein Weltrekord im Schwimmen würde vermutlich nicht akzeptiert werden“, hatte Petr Poyhar vom Planungsbüro Plafog aus Kulmbach im Mai 2023 im Bauausschuss verkündet. Doch die Stadt wollte dies nicht akzeptieren. Darum wurde das Becken an der Seite zu den Tischtennisplatten und dem Eingang um 50 Zentimeter erweitert, sodass es wieder 50 Meter lang sein wird. Die Markierungen am Boden werden erneut eingezeichnet, um die Bahnen voneinander zu trennen.

Durch das Aufsetzen wird der Rand des Beckens natürlich höher. Um die 30 Zentimeter Unterschied auszugleichen, hebt sich das Umfeld um die selbe Höhe an. An der Seite zum Kiosk wird die erste Stufe der Liegeflächen quasi verschwinden. Es verbleiben zwei Etagen zum Liegen.

Sprungtürme stehen

Die Edelstahl-Wandverkleidungen und die Überlaufrinnen sind bereits angebracht. Seit Kurzem stehen auch die neuen Sprungtürme. Die alten Türme entsprachen nicht mehr heutigen Sicherheitsstandards. Mit dem erhöhten Beckenrand wären die Höhen von einem, drei und fünf Metern nicht mehr eingehalten worden.

Stichwort Sicherheit: Die Kinderrutsche entsprach nicht mehr den aktuellen behördlichen Auflagen. Die Kinder plumpsten nach einer 360-Grad-Schleife ins Wasser. Dies sei nach heutigen Standards zu gefährlich. Nun kommt eine neue 360-Grad-Rutsche, an deren Ende die Kinder ins Wasser gleiten. Diese Vorgabe hatte schon im Stadtrat zu sarkastischen Kommentaren geführt.

Neben der Erneuerung des Beckens erhält das gesamte Umfeld des Waldbads eine Frischkur. Die Durchschreitebecken gelten heute als unhygienisch und werden daher entfernt. Die Duschen bleiben, aber eine Mulde soll den Wasserablauf sichern. Dies bietet auch Barrierefreiheit. Es wird einen Lift für Menschen mit Gehbehinderung geben, sowohl ins Becken hinein als auch an den Tischtennisplatten.

Die Holzplattformen am Springerbecken und an der Südwestseite Richtung Volleyballfelder waren beliebte Liegemöglichkeit. Sie werden aber nicht mehr aufgebaut. Das gesamte Umfeld war von einer Hecke umgeben, die für die Baumaßnahmen entfernt wurde. Laut Rettinger soll es wieder eine Begrünung geben. Auch die sanitären Anlagen erhalten eine Kompletterneuerung.

Eröffnung im Sommer?

Das Bad wurde im Jahr 2024 bereits am 2. September geschlossen, und die Arbeiten hatten direkt begonnen. Laut Rettinger liege man im Zeitplan: „Bis auf ein paar Wochen über Weihnachten haben die Arbeiter durchgemacht. Es ist nicht selbstverständlich, dass alles so gut läuft.“ Sollten keine unvorhersehbaren Umstände eintreten, werde das Bad Ende Juni oder Anfang Juli eröffnen.

Auch zweite Bürgermeisterin Anita Heßler weiß: „Die Leute freuen sich darauf.“ Wegen der Umbauten und der Unsicherheit eines Eröffnungstermins hatte der Stadtrat beschlossen, die beliebten Jahreskarten 2025 nicht herauszugeben. Dies sorgte für einigen Unmut. Heßler kündigte in der jüngsten Stadtratssitzung an: „Wenn wir rechtzeitig aufsperren, können wir das mit den Jahreskarten neu besprechen.“

Hintergrund :

Sanierung Waldbad Grafenwöhr

  • Kosten: 3,5 Millionen Euro
  • Zu erwartende Förderung: 1,75 Millionen Euro
  • Nicht förderfähig: Springtürme und Rutsche
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