24.10.2021 - 13:54 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Hans Schilling wandert in 39 Jahren fast 100.000 Kilometer auch auf Louis Trenkers Spuren

„Wanderverein ist Schilling – Schilling ist Wanderverein.“ Treffender konnte es dessen Stellvertreter Peter Schönberger zu Schillings 70. Geburtstag kaum formulieren.

Der enge Vorstand der Grafenwöhrer Wanderfreunde gratuliert Hans Schilling (vorne Mitte) zum 70. Vorne, links Ehefrau Renate und rechts Schriftführerin Waltraud Ertl. Hinten von links: Bezirksvorsitzender Karlheinz Lehner, Wanderwart Alfons Dobmann, Kassenverwalter Charly Schultes, zweiter Vorsitzender Peter Schönberger sowie Gerhard Klarner.
von Autor AZProfil

„Bleib uns noch recht lange erhalten!“, wünschte der Stellvertretende Vorsitzende der Wanderfreunde Grafenwöhr seinem Vereinschef Hans Schilling. Der läuft bei den Wanderfreunde ununterbrochen seit bereits 39 Jahren an der Spitze. Zwei Jahre zuvor bekleidete er das Amt des Schriftführers. Vereinsmitglied ist er seit 1976.

Vor kurzem feierte der Wanderer aus Leidenschaft 70. Geburtstag mit vielen Freunden Sogar Bezirksvorsitzender Karlheinz Lehner mit Gattin gaben dem Jubilar die Ehre.

39 Volksmärsche liefen unter Schillings Regie stets erfolgreich und reibungslos. Beim kleinen Rückblick auf diese lange Zeit sprach er von einem enormen Zusammenhalt aller Helfer. „Ohne sie geht nichts“, bilanzierte er in aller Bescheidenheit.

Das erste Mal marschierte Schilling beim 2. Internationalen Volkswandertag am 21. Oktober 1976 als neues Vereinsmitglied mit. „Natürlich war das in Grafenwöhr.“ Der erste Vorstand im jungen Verein bestand aus Heinz Schmalzl als Vorsitzendem, Josef Felbinger als Stellvertreter, Schriftführer Gunther Beitz, Kassier Günther Baumann und Wanderwart Otto Felbinger.

Von 1978 bis 2017 liefen Schilling und Ehefrau Renate pro Jahr kontinuierlich 53 Volksmärsche mit. "Das entspreche 93.750 Kilometern. Jede Woche sei das Paar auf Achse gewesen.

„Meine schönste Wanderung war der Luis-Trenker-Marsch im Gröndertal in Südtirol“, schwärmt Hans Schilling heute noch über eine grandiose Kulisse. Und dennoch: „Jede Wanderung, die ich besucht habe, hat ihre speziellen Schönheiten.“

Die traditionellen Volksmärsche im Oktober gehörten bis 2019 also vor Corona, zu den Höhepunkten in Grafenwöhr. Den absoluten Run auf die Soldatenstadt mit 9100 Teilnehmern habe es 1977 gegeben. Was das den Helfern an Organisation und Einsatz abverlangte, bezeichnet Schilling als gigantisch. Im Schnitt rechnete man Jahr für Jahr 6000 Wanderern.

Was ist das Geheimnis eines solch enormen Zuspruchs? Schilling muss nicht lange überlegen: „Besuch und Gegenbesuch“, bringt er es auf den Punkt. Woche für Woche sei sein Verein seit vielen Jahren mit Wanderwart Alfons Dobmann an der Spitze unterwegs gewesen zu auswärtigen Wandertagen. Mit der Folge entsprechender Gegenresonanz. „Von nichts kommt nichts“, kommentiert er knapp.

Unbedingt erwähnen will Schilling den Anteil am Erfolg durch die Amerikaner. „Seit 2001 beteiligte sich die Elementary School, die die Veranstaltung ihrem Schulwandertag verband.“ Dank der Aufgeschlossenheit von Rektor Gerhard Götzl habe in den vergangenen acht Jahren auch die deutsche Grundschule mit Lehrkräften teilgenommen. Stets hätten sich zahlreiche US-Familien unter das Wandervolk gemischt. Dabei sei so manche Freundschaft entstanden. "Auf die Amerikaner war bis dato immer Verlass.“

Wichtig ist Schilling auch der Permanente Wanderweg. Die erfolgreiche Errichtung im Oktober 2010 mit zehn Kilometern Länge und ab 2015 einer weiteren Strecke mit 5 Kilometern erfülle den gesamten Verein mit Stolz. „Seither sind auf beiden Strecken schon etwa 2500 Wanderer aus ganz Europa unterwegs gewesen.“

Gab es auch öffentliches Lob für so viel Engagement? „Ja. 2014 überreichte mir Landrat Simon Wittmann das Goldene Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer für ehrenamtliche Tätigkeiten. Auch der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Grafenwöhr hat mich gefreut.“

Wie geht es weiter mit dem Verein? Coronabedingt habe es das zweite Jahr in Folge keinen Volksmarsch mehr gegeben. „Eine schwierige Situation, eine ungewisse Zukunft“, realisiert Schilling. Er befürchtet nicht nur für die Wanderer dass sich das Vereinesleben verlaufe. Allerdings: „Bei unserem Wanderverein hat es bisher keinen einzigen Austritt gegeben.“

 

 

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