07.01.2020 - 17:21 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Haufenweise „Glimmstängel“ gestohlen

Bis Ende Januar müssen sich vor dem Landgericht Bamberg drei Männer für eine Einbruchserie verantworten. Elektrogeräte, Zigaretten und Alkohol im Wert von über 71 000 Euro soll das Trio in Grafenwöhr, Eschenbach und Neumarkt geklaut haben.

Drei Männern wird vorgeworfen, Einbrüche in Eschenbach und Grafenwöhr begangen zu haben.

Drei Männer im Alter von 52, 31 und 27 Jahren stehen im Januar vor dem Bamberger Landgericht. Ihnen wird vorgeworfen, zuerst eine Tankstelle in Neumarkt in aller Ruhe ausspioniert zu haben und schließlich am nächsten Tag in den frühen Morgenstunden dort eingebrochen zu sein. Mit vollem Körpereinsatz sollen die Rumänen ins Innere gelangt sein. Ein Gullydeckel lernte so das „Fliegen“. Der Schaden ist deshalb beinahe genauso hoch wie der Wert der Beute von etwa 5300 Euro. Die weiteren Tatvorwürfe laut Anklage: Sobald die Täter im Inneren der Geschäftsräume sind, steuern sie zielstrebig auf die Zigaretten zu. So wie in Kinsau in der Nähe von Landsberg am Lech. Dort packen sie „Glimmstängel“ im Wert von 11 400 Euro in mitgebrachte Gartensäcke. Diese vergraben sie dann für kurze Zeit in einem nahe gelegenen Wäldchen, damit sie damit nicht erwischt werden können. Erst am nächsten Tag, sobald es dunkel ist, kommen sie zurück und bringen die Beute in Sicherheit.

Auch zwei weitere „Ausflüge“ in die Oberpfalz wird den gleichen Tätern angelastet. In Grafenwöhr sollen sie sich zuerst ein Geschäft in einem Supermarkt vorgenommen haben. Mit einem Glasstecher überwinden die Einbrecher dort ein Fenster und laden 200 Schachteln und 30 Stangen Zigaretten sowie 14 Dosen Tabak ein. Mit diesen 3500 Euro im Kofferraum geben sie sich aber nicht zufrieden, sondern fahren danach zu einem knapp zwei Kilometer entfernt gelegenen Elektrofachhandel. Ein Baugerüst an der Fassade hilft beim Einstieg, der dennoch noch 2500 Euro Schaden hinterlässt. Den Tätern fallen Mobiltelefone im Wert von knapp 10 00 Euro in die Hände. Nur drei Tage später sind sie in einem Getränkemarkt in Eschenbach „zu Gast“. Hier ist es ein Notausgang, den sie zum Eingang umfunktionieren. Es sind nicht nur Zigaretten, die ihre Aufmerksamkeit erregen, auch Schnaps landet in den Säcken. Am Ende wird der Eigentümer um 2180 Euro ärmer sein.

Bei ihren Beutezügen, die sie stets aus einem Hotel in Geiselwind (Landkreis Kitzingen) heraus begangen haben sollen, kommen die Täter auch nach Scheßlitz (Landkreis Bamberg), wo sie eine Tankstelle heimsuchen. Hier schneiden die Täter ein Loch in die Wellblechhülle der Fassade und greifen sich von außen die Zigarettenschachteln im Kassenbereich. Diesmal sind es „Pop-up“-Behälter, in denen man Laub sammelt, in denen die Rauchwaren im Wert von rund 2800 Euro verschwinden. Während einer Schmiere steht, damit die Bande nicht überrascht wird, transportieren die anderen beiden die Sachen ab. Die Täter kommen sogar zweimal zurück, um möglichst viel einzupacken. Erst als eine Polizeistreife im Anmarsch ist, flüchten sie. Besonders umsichtig gehen sie in einem Elektrogeräte-Fachmarkt in Burgebrach (Landkreis Bamberg) vor. Das hat auch damit zu tun, dass sie hier mit mehr als 35000 Euro den größten Fisch an Land ziehen können. Denn im Inneren warten Tablets, Smartwatches, Laptops. Um keinen Bewegungsmelder auszulösen oder auf den Überwachungskameras aufzutauchen, kriechen sie über den Boden.

Doch habe sich der größte Erfolg zugleich als größter Fehler dargestellt. Denn nach diesem Einbruch werden die drei Angeklagten in dem Hotel festgenommen und sitzen seither in Bamberg, Bayreuth und Nürnberg in U-Haft. Zum Auftakt der Verhandlung schweigen zwei der Angeklagten. Nur der Dritte gesteht die zwei Taten, bei denen er das Fluchtfahrzeug gefahren und beim Wegtragen geholfen haben will. Er sei nach Deutschland gekommen, um ein Auto zu kaufen und habe in Nürnberg die beiden Landsleute kennengelernt. „Ab diesem Zeitpunkt geriet ich auf die schiefe Bahn.“ Der Prozess ist auf sechs Verhandlungstage angesetzt und soll am 31. Januar enden.

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.