24.01.2019 - 15:15 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Helfer warten wieder auf Auto

Kaum ist das nagelneue Auto der Grafenwöhrer Helfer vor Ort da, ist es auch schon wieder fort. Ein "Rums" ist schuld. Doch wie kommen die Ehrenamtlichen nun zu ihrem Einsatzort?

Nach dem Zusammenstoß schloss die Versicherung nach einem Gutachten eine Reparatur aus und ordnete eine Neubeschaffung an.
von Stefan NeidlProfil
von Anne Spitaler Kontakt Profil

Die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung für das neue Helfer-vor-Ort-Fahrzeug war riesig. Von November 2017 bis August 2018 kam mit Unterstützung von Firmen, Vereinen und Privatpersonen ein Betrag von über 40 000 Euro zusammen. Die ehrenamtlichen Helfer vor Ort konnten so ihr "Traumauto", einen Ford Kuga, weitaus früher bestellen, als sie jemals erwartet hätten. Und dann passiert dieser Unfall.

Nach der Inbetriebnahme mit feierlicher Segnung am 12. August bewährte sich das neue Fahrzeug zunächst reibungslos in zahlreichen Einsätzen. Doch die Freude über das neue Auto sollte nur kurz währen. Am 17. November gegen 3 Uhr nachts war ein ehrenamtlicher Helfer (26) des HvO Grafenwöhr zu einem Verkehrsunfall auf der B 470 auf Höhe Fronlohe gerufen worden. An der Ampelkreuzung in Eschenbach stieß der neue Ford Kuga, der von Grafenwöhr kam und links abbiegen wollte, dann aber mit einem vom Stadtberg herabfahrenden Opel zusammen, in dem ein Feuerwehrmann (39) saß, der laut Werner Stopfer von der Polizeiinspektion Eschenbach auf dem Weg zum Eschenbacher Feuerwehrhaus war, um ebenfalls zu dem Unfall bei Fronlohe auszurücken.

Kirchenthumbach

"Dumm gelaufen"

"Die Ampel ist zu 99 Prozent um die Uhrzeit ausgeschalten. Die, die dann vom Stadtberg runterfahren, haben normalerweise ,Vorfahrt achten'", teilt Stopfer mit. Seiner Aussage nach habe der Feuerwehrmann also die Vorfahrt missachtet. Allerdings weiß der Dienststellenleiter auch: "Der Feuerwehrler hat nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt. Er wollte schnell zum Unfall fahren. Es ist dumm gelaufen." Der 39-Jährige, der in seiner Freizeit - auch mitten in der Nacht - ehrenamtlich helfe, habe bestimmt auch nicht damit gerechnet, dass um diese Uhrzeit plötzlich ein Auto kommt, vermutet Stopfer.

Der neue Grafenwöhrer HvO-Wagen war nach dem Zusammenstoß nicht mehr fahrtüchtig und nach einem bestellten Gutachten stellte die Versicherung fest, dass das Fahrzeug nicht repariert, sondern ersetzt werden soll - somit wurde es als Totalschaden deklariert. Da die Regulierung zwischen den Versicherungen der beiden Halter aber noch läuft, bittet der Leiter des BRK-Kreisverbandes von Weiden und Neustadt/WN, Peter Lischker, um Verständnis, dass er sich zu der Schuldfrage noch nicht äußern kann. "Wir sind nur alle sehr froh, dass weder einer unserer Ehrenamtlichen, noch der Unfallgegner bei dem Vorfall verletzt worden ist." Abhängig davon was die Regulierung ergibt, wird dann entweder die eigene Vollkaskoversicherung oder die des Gegners den Schaden übernehmen. Eine erneute Spendensammlung gibt es also nicht.

Groß war die Freude am 12. August über das neue HvO-Fahrzeug in Grafenwöhr. Nun musste es bereits ersetzt werden.

Übergangsweise Leihwagen

Ein neuer Einsatzwagen konnte auch schon bestellt werden. "Das Gutachten und die Analyse hat etwa zwei Monate gedauert. Wir haben dasselbe Auto, einen Ford Kuga, erneut in Auftrag gegeben. Dieser soll Ende Januar ausgeliefert und in der Folge ausgerüstet und beklebt werden. Wir hoffen auf eine Inbetriebnahme Mitte Februar", berichtet Lischker.

Seit dem Unfall im November muss Grafenwöhr aber nicht auf den Einsatz des HvO verzichten. Der Rettungsdienst des Kreisverbandes hat bei einer Autovermietung einen VW Touran angemietet, der seitdem die Ehrenamtlichen zu den Einsätzen bringt - solange, bis wieder ein neuer Ford Kuga da ist.

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