13.12.2019 - 00:01 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Kamele in Grafenwöhr

Auf Darstellungen der Heiligen Drei Könige reiten diese oft auf Kamelen gen Bethlehem. Doch auch in der Oberpfalz machen sich die "Wüstenschiffe" nicht mehr länger rar: ein Stallbesuch in Grafenwöhr.

Bethlehem in der Oberpfalz - Kamelfohlen Mogli wächst mit Schafen, Eseln und Pferden auf.
von Gabriele Weiß Kontakt Profil

Als Philipp Wächter-Sperber die Stalltür öffnet, wird er bereits erwartet. Am Gatter stehen Sultan, Suleika und der kleine Mogli, um ihren Besitzer zu begrüßen und sich kraulen zu lassen. Wobei - wirklich klein ist der halbjährige Hengst Mogli auch nicht.

Vater, Mutter und Kind haben jeweils zwei Höcker und zählen damit zu den in Asien weit verbreiteten Trampeltieren. Eine Wüste haben die drei allerdings noch nie in ihrem Leben gesehen. Die Elterntiere stammen aus Hattingen in Niedersachsen, ihr Sohn Mogli ist im Mai auf Wächter-Sperbers Hof in Grafenwöhr zur Welt gekommen. "Wir haben die Großen 2010 von der Kamelfarm geholt", erzählt Philipp Waechter-Sperber. Warum? "Weil's halt was Anderes ist." Die Trampeltiere gesellten sich in Grafenwöhr zu Eseln, Pferden und Schafen. Sie haben sich gut eingelebt. "Die sind eigentlich immer ganz entspannt."

Und genügsam. "Gras, Heu und vor allem viel Stroh, mehr brauchen sie nicht", sagt Philipp Wächter-Sperber. Es sei auch kein schlechtes Zeichen, wenn die Höcker der Tiere, die als Fettspeicher dienen, schlaff zur Seite hängen. "Es ist gesünder für die Kamele, wenn sie karg gehalten werden. Bei uns in Deutschland werden sie eher zu gut gefüttert." Auch mit dem Oberpfälzer Wetter kommen Sultan, Suleika und Mogli gut zurecht. "Kälte und Hitze machen ihnen nix aus, das Einzige, was sie nicht mögen, ist nass-nebliges Wetter."

Zusammen mit den zwei Eseln, dem Haflinger und dem Quarterhorse darf die Kleinfamilie auf die große Wiese, wo schon drei Schafe grasen. Mit von der Partie sind auch Wächter-Sperbers zwei Hunde. Wenn die junge Hündin zu frech wird, schlägt die sonst ruhige Eselstute aus. "Die Esel kümmern sich mit um Mogli", erzählt ihr Besitzer. Der Kamelnachwuchs streife oft im Schlepptau der Langohren über die Weide. Und genau wie Esel sind auch Kamele keineswegs dumm, wie die Menschen ihnen gern nachsagen. Ganz im Gegenteil: "Die haben gleich raus, was sie machen sollen, und was ein Kamel einmal gelernt hat, vergisst es nie wieder."

Philipp Wächter-Sperber ist weiterem Kamel-Nachwuchs nicht abgeneigt. Die nächsten Monate hat der kleine Mogli seine Mutter aber noch ganz für sich allein. Zwischen 13 und 15 Monaten trage eine Kamelstute, "es gibt also frühestens 2021 wieder ein Junges".

Die Kamele von Philipp Wächter-Sperber sind ganz entspannt.

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