Der erste Grafenwörer Almanach beschäftigt sich mit den Jahren 1890 bis 1933, der zweite reicht von 1933 bis 1945. Der dritte Teil handelt nun von der Nachkriegszeit und damit von Arbeitsmarkt, Bildung und Kultur, vom Handel, von Schule, Kirche, Stadtrat, Truppenübungsplatz und vielem mehr. "Der Wiederaufbau der zerstörten Häuser nach dem Krieg ging schnell. Deutsche wurden aus dem Lagerbereich entfernt, und Baracken an der Pressather Straße entstanden. Bis 1955 währte der intensive Wohnungsbau", informierte Monsignore Karl Wohlgut bei einem Besuch im Grafenwöhrer Rathaus.
Im Almanach wird auch die Arbeitslosigkeit beschrieben und die Einstellungen im Lager, die jedoch nur vonstatten gingen, wenn auch Truppen in Grafenwöhr waren - danach wurde wieder entlassen. Überraschend früh gab es bereits Betriebsgenossenschaften.
Kulturell sei nach dem Krieg auch einiges geboten gewesen: Im Kulturverband wurde gesungen und musiziert. Wohlgut nannte "Die sieben Worte Jesu am Kreuz" und die Orchestergruppe von Anton Erhart. Das Theaterspiel begann in den 50er Jahren mit einer Theatergruppe um Michael Hößl. Schillers "Räuber" wurde zum Beispiel aufgeführt. "Die Stadtkapelle war im Jahr 1950 mit 40 Mann besetzt", weiß Wohlgut außerdem.
Rege Bautätigkeiten gab es mit dem Kirchenneubau in Gmünd und Grafenwöhr sowie mit dem Haus der Jugend (1952). Die Aufforderung des damaligen Bürgermeisters Specht ("Nehmen Sie sich der Jugend an") blieb nicht ohne Wirkung, als es eine staatliche Förderung gab.
Anfang der 50er Jahre wurde die Umgehungsstraße gebaut, und 1956 fand die Einweihung des Schulhausneubaus statt. Für Wohlgut war es auch wichtig, im dritten Grafenwöhrer Almanach über das Anna- und Schützenfest, über den Sebastianstag sowie über die Kirchweih zu schreiben, die es circa ab 1946 gab. "Ich kann mich noch erinnern, dass ich als Bub immer zu den Noten reingeschaut hab, als die Musik spielte", sagte der Autor.
Für Bürgermeister Edgar Knobloch ist der Almanach ein wertvolles und hilfreiches Nachschlagewerk. "Es gibt zwar eine Chronik von Grafenwöhr, aber dieses Buch ist eine schöne Ergänzung", sagte Knobloch, der sich bei Wohlgut bedankte. Für die Öffentlichkeit ist dieser Almanach zwar nicht gedacht. Aber das Nachschlagewerk hat seinen Platz bei den anderen Grafenwöhr-Büchern im Bürgermeisterzimmer gefunden.













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