19.02.2020 - 09:44 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Keine "Helikopter-Eltern" sein

Kinder brauchen eine sichere Bindung zu ihren Eltern, jedoch keine Über-Fürsorge. Das dies schwerwiegende Folgen haben kann, wurde bei einem Referat im Grafenwöhrer Kindergarten St. Theresia deutlich.

Diplom-Pädagogin und Familien-Team-Trainerin Viktoria Hermann spricht in der Grafenwöhrer Kindertagesstätte St. Theresia zum Thema: "Wie viel Eltern braucht das Kind?"
von Renate GradlProfil

Kindergarten-Leiterin Martina Müller begrüßte zum Vortrag "Wie viel Eltern braucht das Kind?" interessierte Eltern und Referentin Viktoria Hermann. Die Eltern beziehungsweise die Mutter als erste Bezugsperson muss dafür sorgen, dass der Hunger und Durst gestillt und das Kind vor Kälte oder Hitze geschützt wird. "Aber die Kinder haben auch psychische Bedürfnisse, wie Geborgenheit und Zuwendung, die jedoch Grenzen hat", erklärte Diplom-Pädagogin Hermann.

Eine Über-Vorsorge, die man bei den sogenannten "Helikopter-Eltern" kennt, hat Folgen. "Wenn die Eltern alles kontrollieren, können sich Kinder nicht selbst ausprobieren", warnte die Referentin. Auch würden dadurch soziale Kontakte verhindert. Zudem greifen Eltern bei Problemen ein, die die Kinder aber selbst lösen könnten. Dadurch werde die kindliche Entwicklung gehemmt und nicht gelernt, mit Wut umzugehen. Auch die Selbständigkeit und das Selbstvertrauen kann dabei auf der Strecke bleiben. Spätere Folgen könnten Selbstzweifel, Angst, Unsicherheit bis hin zu Depressionen und Süchten sein.

Was Kinder brauchen sind Liebe, Akzeptanz und Unterstützung. Aber die Eltern sollten die Selbständigkeit fördern und ihre Kinder auch loslassen, um ihnen Freiräume zu geben. "Beziehungen sind wie ein emotionales Bank-Konto, bei dem eine Umarmung beispielsweise eine Einzahlung und Kritik eine Abhebung darstellt. Hermann riet, "mehr einzuzahlen, als abzuheben". Wichtiges muss unbedingt gemacht werden. Gut seien auch eine "Familien-Zeit" oder eine "Zweier-Zeit", nach dem Prinzip "Ganz oder gar nicht" für das Kind da zu sein. Die Kita-Leiterin und die Referentin verdeutlichten dies anhand eines Gesprächs.

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