20.12.2018 - 13:53 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Nikolaus besucht Familien

Die Nikoläuse und Knecht Ruprechte der Kolpingsfamilie statten den Grafenwöhrer Familien einen Besuch ab.
von Stefan NeidlProfil

Bischoff Nikolaus von Myra war einer der bekanntesten Heiligen der lateinischen, aber auch der Ostkirche. Seine Nächstenliebe und Frömmigkeit führte zu einer Legendenbildung, die bis in die heutige Zeit wirkt und derer am 6. Dezember gedacht wird. Eine dieser Legenden ist die Mitgiftspende: ein verarmter Mann wollte seine Töchter zu Prostituierten machen, da er keine Mitgift aufbringen konnte und diese so einbringen wollte. Nikolaus erfuhr von dem Dilemma und warf heimlich in die Zimmer einer jeden der drei Jungfrauen einen Goldklumpen. Der Vater erwischte ihn dabei und dankte ihn dafür. Deshalb wird der Heilige oft mit drei goldenen Kugeln oder Äpfeln dargestellt.

Um der Wohltat des Nikolaus zu gedenken überbringt der Nikolaus noch heute am 5. oder 6. Dezember Geschenke. Natürlich nicht mehr persönlich, doch hat er seine Stellvertreter auf Erden gefunden. Dazu gehört seit fast 50 Jahren die Kolpingsfamilie Grafenwöhr. Vier Gruppen marschierten als Nikolaus und Knecht Ruprecht in Begleitung eines Fahrers zu den Familien in Grafenwöhr und den Ortsteilen und tragen aus dem Buch über die guten und schlechten Taten der Kinder vor. Diese haben die Engel mit „ein wenig Hilfe“ der Eltern protokolliert. Insgesamt besuchten sie 50 Haushalte mit über 130 Kindern. Dabei kommt es immer wieder zu Kuriositäten. Kinder verstecken sich schon mal hinter dem Christbaum aus Angst vor dem dunklen Gesellen Knecht Ruprecht, andere erkennen die Ansprache aus dem letzten Jahr wieder. Der Duzi, der dem Kleinsten abgenommen wurde musste natürlich bei der Mami wieder abgeliefert werden, falls der Nachwuchs später grantig wird.

Die Geschenke werden von den Eltern gestiftet und von der Kolpingsfamilie nur als Vertreter überreicht. Die Kolpingsfamilie ist der letzte Verein in Grafenwöhr der die Aktion noch durchführt und so dankt 2. Vorsitzender Wolfgang Pappenberger allen Helfern. Dabei kommen stets neue aber auch „alte“ Gehilfen zum Einsatz. So kehrte Hans Kammerer aus dem Nikolausruhestand zurück und war wieder mit dabei – mittlerweile seit 45 Jahren. Ein besonderer Dank gilt auch Werner Schreml, der die Anmeldungen in seinem Geschäft entgegennimmt. Bei einer anschließenden Brotzeit in der Zoiglstube „Zum Adler“ stärkten sie sich und blickten auf fast ein halbes Jahrhundert Nikolausaktion zurück.

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