Grafenwöhr
25.08.2026 - 15:10 Uhr
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"Play & Taste": Neues Konzept für Padel-Tennis in Grafenwöhr

Ein neuer Padel-Tennis-Court half dem Tennisclub Grafenwöhr aus einem Tief. Nun lockt die Trendsportart Gäste auf die Anlage. Außergewöhnlich ist das Konzept dahinter. Worum es geht, und was künftig geplant ist.

Noch vor einigen Jahren sah die sportliche Zukunft des Grafenwöhrer Tennisclubs düster aus. Der traditionsreiche Verein, der 1958 gegründet wurde, stand kurz vor der endgültigen Auflösung, wie sich der heutige Kassier Manuel Schneider erinnert. Die Rettung brachte schließlich eine dringend notwendige personelle Neuaufstellung. Eine deutlich jüngere Vorstandschaft übernahm das Ruder, um den drohenden Untergang abzuwenden. Man wollte sich zwingend neu orientieren und frischen Wind in die Strukturen bringen.

Aktuell stehen dem Verein hier drei reguläre Tennisplätze zur Verfügung. Die Mitgliederzahl, die lange Zeit stagnierte, hat sich glücklicherweise wieder bei knapp 100 Personen eingependelt. Besonders erfreulich für die Verantwortlichen ist dabei der hohe Anteil an Nachwuchsspielern: Fast 40 Kinder und Jugendliche schwingen hier regelmäßig den Schläger.

Seit Beginn dieses Jahres ist auf der Anlage nun eine Entwicklung zu beobachten, die selbst die optimistischsten Erwartungen der Vereinsführung übertroffen hat. Die Mitgliederzahlen steigen kontinuierlich an. Der Hauptgrund für diesen plötzlichen Boom ist jedoch nicht das klassische Tennis, sondern eine für die Region neue Trendsportart, die derzeit ganz Deutschland erobert: das Padel-Tennis.

Tennis trifft Squash

Padel hat seine historischen Wurzeln in Mexiko und gilt als rasante und actionreiche Mischung aus klassischem Tennis und schnellem Squash. Die Spielfelder sind im direkten Vergleich zum traditionellen Tennis deutlich kleiner. Auch die Ausrüstung unterscheidet sich gravierend: Die Schläger kommen ohne eine klassische Saitenbespannung aus, sind wesentlich kompakter und kürzer geschnitten. Das Spielfeld selbst weist im Wesentlichen die gleichen optischen Markierungen auf wie ein regulärer Tennis-Einzelplatz.

Die Besonderheit des Padel-Tennis liegt in der Spielfeldumrandung. Die Wände, die das Feld komplett umschließen, werden streng nach den offiziellen Regeln als aktives Element in das dynamische Spielgeschehen mit einbezogen, was völlig neue taktische Möglichkeiten und spektakuläre Ballwechsel garantiert.

Samuel Engelhardt, der zweite Vorsitzende des Tennisclubs, verweist auf einen weiteren Aspekt: Der größte Spaßfaktor entsteht seiner Meinung nach vor allem dann, wenn man als Doppel auf dem Platz steht. Zudem bietet der Padel-Court enorme witterungsbedingte Vorteile. Laut Manuel Schneider ermöglicht der spezielle Belag, der einer Art Teppich gleicht, deutlich längere Spielzeiten im Jahresverlauf.

Spanische Wurzeln

Ein Blick über die Landesgrenzen hinaus verdeutlicht das enorme Potenzial dieser Sportart. Besonders in Spanien hat sich Padel-Tennis längst als absoluter Volkssport etabliert. Allein in der Hauptstadt Madrid stehen den Spielern schätzungsweise 1700 Plätze zur Verfügung. In Deutschland gibt es derzeit insgesamt nur etwa 1750 solcher Anlagen. Eine davon steht nun in Grafenwöhr, was die Verantwortlichen des Tennisclubs mit Stolz erfüllt.

Die Initialzündung für dieses ambitionierte Projekt erfolgte bei einer geselligen Feier direkt auf dem Tennisgelände. Den Vereinsverantwortlichen war von Anfang an völlig klar, dass der Club ein derartiges finanzielles Unterfangen unmöglich aus eigener Kraft stemmen konnte. Die rettende und zugleich unkonventionelle Lösung bestand schließlich darin, dass drei neu gewonnene Mitglieder eine eigene Firma ins Leben riefen.

Das engagierte Trio, bestehend aus Katya Do, Volodymyr Shmalko und Artem Voronukha, gründete das Unternehmen „Play & Taste“. Sie mieteten das dafür vorgesehene Areal vom Verein und übernahmen fortan die komplette Organisation rund um die neue Attraktion in Grafenwöhr. Am 17. Juli 2026 war es dann endlich so weit: Der erste offizielle Padel-Court im Vierstädtedreieck feierte seine Premiere und wurde mit einem Tag der offenen Tür feierlich eingeweiht.

Kleines Café geplant

Heute läuft der Betrieb auf Hochtouren, und der Zulauf an Interessierten ist enorm. Die Anlage kann täglich bis in die späten Abendstunden bis 22 Uhr gebucht werden. Die Reservierung der begehrten Spielzeiten erfolgt nutzerfreundlich über die Smartphone-App „Playtomic“, über die bei Bedarf auch sofort die nötigen Leihschläger und Bälle gebucht werden können. Auf dem Tennisgelände selbst wird vollständig auf Bargeld verzichtet, alles läuft digital ab. Mitglieder des Tennisvereins profitieren dabei von einem Rabatt bei jeder Buchung.

„Play & Taste“ hat konkrete Visionen für die nahe Zukunft. Im kommenden Jahr soll auf der Fläche des vierten, derzeit ohnehin nicht bespielbaren Tennisplatzes ein zweiter Padel-Court entstehen. Darüber hinaus existieren Pläne, das bestehende Vereinsgebäude zu einem gemütlichen, kleinen Café umzubauen. Momentan müssen sich die Spielerinnen und Spieler noch mit einem aufgestellten Getränkeautomaten begnügen.

Betrachtet man die überaus positive Entwicklung der vergangenen Monate, so lässt sich das Fazit aller Beteiligten absolut nachvollziehen: Es ist ganz einfach ein Match.

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Altenstadt an der Waldnaab29.07.2026
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