„Die Umwelt schützen. Die Truppe unterstützen. Die Zukunft sichern“: Das ist das Motto des Umweltschutzprogramms der US-Garnison Bavaria. Cäcilia Kastl-Meier ist seit 20 Jahren in der Abteilung und kennt die Instrumente und Ziele, um das grüne „Juwel“, wie es leitender Forstdirektor Ulrich Maushake kürzlich bezeichnet hatte, zu erhalten. Im Rahmen der Sonderausstellung „Grünes Paradies und Schießbetrieb“ stellte Kastl-Meier diese nun vor.
Das Programm umfasst die Aufgaben "Technischer Umweltschutz", "Natur- und Denkmalschutz", "Emissionsvermeidung", "Altlasten" sowie die Öffentlichkeitsarbeit. In regelmäßigen Abständen werden die Maßnahmen intern, durch das Hauptquartier Europa, dem Kommando Umwelt in San Antonio, Texas, dem Wehrbereichskommando, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, dem Landratsamt und den Wasserbehörden untersucht. Maßstab sind dabei deutsches, europäisches und amerikanisches Recht sowie Vorschriften des Nato-Truppenstatuts'. „Es gilt jeweils das strengste Gesetz“, betonte Kastl-Meier.
Bei der Erfüllung der Aufgaben arbeiten deutsche, amerikanische und externe Verbände eng zusammen. Es gilt, Gefahrstoffe zu entfernen und zu lagern, Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg zu erfassen und zu entsorgen, oder das Grundwasser zu überwachen. Einen besonderen Stellenwert haben Natur und Artenschutz. „Über 3000 Arten befinden sich auf dem Truppenübungsplatz, davon stehen mehr als 800 auf der roten Liste“, erklärte die Referentin. Das Gelände ist als "Natura 2000 Gebiet" deklariert. Es weist eine hohe Biodiversität auf, ist das größte Moor-Heide-Gebiet im südlichen Mitteleuropa und die größte Zwergstrauchheide Bayerns.
Durch die einmaligen Bedingungen entstehen Lebensräume für viele bedrohte Arten. Darunter sind unter anderem der Fischotter, die Mopsfledermaus und die Heidelerche. Der Schwarzstorch galt in der Region als ausgestorben, bis am Truppenübungsplatz einige Exemplare wiederentdeckt wurden. Mit dem Wolf ist außerdem ein Neuansiedler angekommen, der sich in das Ökosystem noch einfinden muss.
Alte Ortschaften und die Militärfriedhöfe werden restauriert und – so weit wie möglich – erhalten. Zur Öffentlichkeitsarbeit gehören Schulungen für Militär und deren Familien. „Nötig, denn das Recycling-Bewusstsein ist weit vom deutschen Verständnis entfernt“, räumt Kastl-Meier ein.
Stadtrat Gerald Morgenstern lobte die Arbeit der Umweltabteilung: „Es ist bemerkenswert, dass die US-Armee extra ein Büro dafür in Grafenwöhr unterhält. Die Bundeswehr steuert so etwas zentral und nicht ortsgebunden.“
Die Umweltabteilung besteht seit 1979. Sie hat 15 feste Mitarbeiter und arbeitet mit 17 Vertragsunternehmern zusammen. Das Budget umfasst jährlich zehn bis zwölf Millionen Dollar, dazu kommen weitere fünf Millionen aus dem Finanzhaushalt der Garnison. Die Abteilung ist verantwortlich für die Truppenübungsplätze Grafenwöhr, Hohenfels und Garmisch. (sne)
Die Ausstellung im Heimatmuseum geht noch bis 15. März. Zum Begleitprogramm gehören folgende Termine:
26. November, 19 Uhr: Impressionen der Umwelt im Truppenübungsplatz von Gerald Morgenstern;
21. Januar, 19 Uhr: "Wölfe - Situation im Januar 2020" von Hubert Anton vom Bundesforst;
26. Januar, 15 Uhr: Sonderführung durch die Ausstellung, Schulführungen am Naturlehrpfad. (sne)















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