13.11.2020 - 12:09 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

SPD-Bundestagsfraktion zu den US-Abzugsplänen für den Truppenübungsplatz: "Für die Interessen der Zivilbeschäftigten einstehen"

Sich auch unter dem neuen US-Präsidenten frühzeitig auf einen Truppenabzug vorbereiten: Das fordern SPD-Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch und Verdi-Vertreter aus der Region mit Blick auf die Zivilbeschäftigten in Grafenwöhr und Vilseck.

Die "Herzog-Grötsch-Runde" zur Situation der deutschen zivilen Beschäftigten bei den Nato- und US-Streitkräften.
von Externer BeitragProfil

„Zwar liegen noch keine konkreten US-Truppenabzugspläne auf dem Tisch, aber es ist nie zu früh, sich um die Zivilbeschäftigten in Grafenwöhr und Vilseck, die bei einem möglichen Truppenabzug im Feuer stehen, zu kümmern.“ Das stellte der Weidener Abgeordnete Uli Grötsch beim Runden Tisch der SPD-Bundestagsfraktion zur Situation der deutschen zivilen Beschäftigten bei den Nato- und US-Streitkräften fest.

Grötsch und sein rheinland-pfälzischer Kollege Gustav Herzog hatten laut Pressemitteilung zu dem Runden Tisch, der sogenannten Herzog-Grötsch-Runde, eingeladen, um mit den Betroffenen über die von US-Präsident Donald Trump im Juni verkündeten Truppenabzugspläne zu sprechen. Neben Vertretern aus dem Auswärtigen Amt, dem Bundesministerium der Finanzen, dem Bundesarbeitsministerium und der US-Botschaft nahmen an der Video-Konferenz auch bayerische Verdi-Vertreter teil.

Und alle seien sich einig gewesen: Man müsse sich frühzeitig auf den Truppenabzug vorbereiten – auch unter dem neuen US-Präsidenten Joe Biden. „Es geht jetzt darum, für die Interessen der Zivilbeschäftigten gegenüber der US-Botschaft und der Bundesregierung deutlich einzustehen“, betonte Uli Grötsch. „Die Betroffenen wollen wissen, wie es mit ihnen weitergeht, sollte es tatsächlich zu dem Truppenabzug kommen. Deshalb werden wir auch weiterhin im regelmäßigen Austausch mit allen Beteiligten bleiben und sozialverträgliche Lösungen von den Amerikaner einfordern“, versprach er, wie sein Büro informierte.

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Kathrin Birner, Gewerkschaftssekretärin von Verdi Oberpfalz, bestätigte diesen Eindruck und unterstrich: "Wir verspüren eine zunehmende Nervosität in der Belegschaft. Die nächsten Wochen sind entscheidend für die Zukunft der Fachkräfte an den Standorten. Ebenso blicken wir mit Sorge auf die möglichen Folgen für den regionalen Arbeitsmarkt in und um Vilseck."

Allein an den Standorten Grafenwöhr und Vilseck sollen nach den jetzigen Ankündigungen insgesamt 5500 Soldaten abgezogen werden. Das hätte unmittelbare Auswirkungen auf die Arbeitsplätze der Zivilbeschäftigten und würde massive wirtschaftliche Nachteile für die ganze Region bedeuten.

"Als Gewerkschaft hoffen wir bis zuletzt auf eine Rücknahme der Abzugsentscheidung. Sollte ein Abzug unvermeidbar sein, fordern wir die Aufstockung der Transfergesellschaft, die ausscheidenden Mitarbeitern den Weg ins Arbeitsleben in der freien Wirtschaft erleichtern soll, durch Landes- und Bundesmittel", bekräftigte Norbert Flach, stellvertretender Landesleiter von Verdi Bayern.

Bei der Video-Konferenz gab es laut Pressemitteilung aber auch Positives zu verkünden: "Die rasche Einigung in der ersten Verhandlungsrunde mit einer fairen Entgelterhöhung und einer Corona-Sonderprämie zeugt für die Beschäftigten von großem Verantwortungsbewusstsein inmitten der Pandemie", erklärte Helmut Pemsel, Verdi-Vorsitzender der Bundesfachkommission für die Zivilbeschäftigten.

Von der Tarifeinigung Ende Oktober sei ein wichtiges Signal in die Belegschaft ausgegangen: "Es zeigt: Sie wurden und werden gebraucht - und wünschen sich, dass dies auch so bleibt“, sagte Pemsel.

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