04.12.2019 - 14:57 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Staatliches Bauamt will Bahnübergänge in Grafenwöhr sanieren

2020 müssen die Verkehrsteilnehmer erneut mit einer Vollsperrung der B 299 im Stadtgebiet Grafenwöhr rechnen. Der Grund sind Sanierungsmaßnahmen an den Bahnübergängen.

Eine Fahrbahn- und Gleissanierung und den Einbau modernster Technik plant das Staatliche Bauamt in Absprache mit den US-Streitkräften am Bahnübergang in der Neuen Amberger Straße.
von Robert DotzauerProfil

Die Bahnstrecke von Pressath zum Lager Grafenwöhr ist heute ein privates Anschlussgleis der Bundesrepublik Deutschland, auch wenn es die Warn- und Verkehrsschilder entlang der vier Kilometer langen Strecke anders suggerieren. Die Aufrechterhaltung des Schienenverkehrs liegt im Interesse der US-Streitkräfte. Zum Aufgabenbereich gehört deshalb auch die Unterhaltung der Gleisanlagen und technischen Einrichtungen.

Längst überfällig sind Verbesserungen an den Bahnübergängen in der Neuen Amberger Straße und in der Pressather Straße. „Die beiden Übergänge entsprechen nicht mehr dem heutigen Standard“, urteilten in der Bauausschusssitzung des Stadtrates Vertreter des Staatlichen Bauamtes Amberg-Sulzbach. Weihnachtsgeschenke wollte Diplomingenieur Ulrich Lang dennoch nicht verteilen „Wir müssen im Gegenteil komplizierte Baustellen ankündigen“, teilte der Bauoberrat mit.

Vollsperrung der B299 muss sein

Der Maßnahmen-Umfang beinhaltet in der Neuen Amberger Straße eine Lageänderung des Gleises, den Einbau von Tragplatten, die Anpassung des Gleis- und Straßenoberbaues, die Erneuerung der Technik und eine Neuverlegung der Kabelstränge. In der Reihenfolge Betontrog, Dämmmatten, Schotter und Tragplatten soll der Bahnübergang auch leiser werden, versicherte Projektleiter Robert Leißner. Als Konsequenz nannten die staatlichen Planer eine Vollsperrung der Neuen Amberger Straße und die Umleitung des Straßenverkehrs. „Schon wieder“, grummelte es im Bauausschuss.

Aufrechterhalten möchte das Bauamt während der voraussichtlich 14-tägigen Bauzeit den Fußgängerbetrieb. Dazu plant das Bauamt zur Querung der Gleisanlage den Bau eines aufwändigen 1,60 Meter breiten barrierefreien Fußgängersteges als Brückenkonstruktion. In Absprache mit der US-Army wurden die Hauptarbeiten auf die Zeit von 31. August bis 13. September 2020 terminiert. Als Kosten nannte Baudirektor Gerhard Ederer knapp 400 000 Euro. Zu den teuren Maßnahmen zählte Ederer den Elektronik- und Technikeinbau.

Ähnlich lauten die Sanierungspläne für den Bahnübergang in der Pressather Straße. Die Arbeiten sind im Anschluss an die Sanierung in der Neuen Amberger Straße ab 14. September bis 22. September 2020 geplant. In dieser Zeit ist der Bahnübergang nicht befahrbar. Der Fußgängerverkehr soll mit einem Steg aufrecht erhalten bleiben. Für die Sanierung des Bahnüberganges in der Pressather Straße schätzt das Staatliche Bauamt die Kosten auf zirka 330 000 Euro.

Fahrbahn wird erneuert

Die Vollsperrung nutzen die Straßenbauer, um das kurze zirka 125 Meter lange Fahrbahnstück der B 299 zwischen Bahnübergang und der Einmündung in die Eschenbacher Straße zu sanieren. Geplant sind eine neuer Fahrbahnbelag und der Einbau von Entwässerungsrinnen. Baudirektor Gerhard Ederer rechnet mit Kosten von rund 30 000 Euro. Die Finanzierung erfolgt aus dem Bundeshaushalt. Weniger entgegenkommend zeigte sich Ederer zur weiterführenden Sanierung der B 299 in Richtung Baugebiet "Ochsenhut". Der Zustand der Fahrbahn rechtfertige derzeit keinen Vollausbau.

Stadtrat Thomas Schopf regte an, in die Bahnübergänge zeitgemäße Technik einzubauen, um Reparaturanfälligkeiten zu vermeiden. Zudem schlug er vor, die Fußgängerbrücken nach Abschluss der Baumaßnahmen für städtische Projekte, etwa in der Thumbachaue, zu verwenden. Auf eine geräuschlose Abwicklung der Baumaßnahmen pochte Gerald Morgenstern. Gleichzeitig erinnerte er an die Behebung von Unzulänglichkeiten bei der Sanierung der B 299 im Ortsbereich. Timo Schön fragte nach der Sanierung einer weiteren Bahnüberführung in Höhe der Stadtwerke. Gerhard Ederer hielt Verbesserungen in diesem Bereich allerdings nicht für gerechtfertigt.

Sanierungsbedarf wurde auch zwischen dem Gewerbegebiet im Bereich des alten Bahnhofsgeländes und der B 299 gesehen. Dazu empfahlen die Vertreter des Staatlichen Bauamtes einen Runden Tisch mit den betroffenen Parteien. Josef Neubauer beklagte sich über die vielen Baustellen im Stadtbereich.

Bereits errichtet, beantragte die Firma „Ströer Außenwerbung“ die Baugenehmigung für eine 4 mal 3 Meter große Werbetafel am Netto-Markt in der Pressather Straße. Die Aufstellung greift in eine Abstandsflächenregelung ein, die der Bauherr wegen einer vermeintlich „untergeordneten Bauweise“ nicht berücksichtigte. Die Grundstücksanlieger wurden deshalb nicht beteiligt. Bereits im Sommer beklagten die Nachbarn eine Beeinträchtigung. Übereinstimmend forderten deshalb Morgenstern und Thomas Weiß: „Das Ding muss weg“. Schlussfolgerung für den Bauausschuss war das Versagen des gemeindlichen Einvernehmens.

Auch der Bahnübergang in der Pressather Straße wird modernisiert

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