Grafenwöhr
22.05.2022 - 12:47 Uhr

Stadt führt Befragung zu leeren Grundstücken durch

In Grafenwöhr gibt es 274 erschlossene aber unbebaute Grundstücke. Auch die Regierung will über die Verfügbarkeit dieser Baulücken Bescheid wissen, bevor die Stadt neue Baugebiete ausweisen kann.

Bei knapp 300 Baulücken in Grafenwöhr fordert die Regierung der Oberpfalz einen Nachweis, dass die Ausweisung neuer Baugebiete wie hier an der Steinfelser Straße in Hütten notwendig ist. Bild: sne
Bei knapp 300 Baulücken in Grafenwöhr fordert die Regierung der Oberpfalz einen Nachweis, dass die Ausweisung neuer Baugebiete wie hier an der Steinfelser Straße in Hütten notwendig ist.

Ein Dauerthema im Stadtrat ist die Schaffung von Wohnraum. Die Stadt ist fleißig dabei möglichst neue Baugrundstücke zu schaffen, aktuell in Hütten an der Steinfelser Straße und der Thumbachaue auf dem alten Bauhofgelände. "Wir können jedoch nicht beliebig viele Baugebiete ausweisen", erklärt Bürgermeister Edgar Knobloch (CSU) den Stadträten. Die Regierung der Oberpfalz verlange einen Nachweis für den Bedarf an Bauland. Sie bevorzuge eine Schließung von Baulücken bevor neue Flächen dafür hergenommen werden.

Stadtbauamt-Fachbereichsleiterin Kathrin Regler hat sich darum um das Flächenmanagement gekümmert. Insgesamt gibt es in Grafenwöhr 274 erschlossene aber unbebaute Grundstücke. Diese sind fast alle in Privatbesitz. Die Stadt möchte nun allen Eigentümern einen Fragebogen schicken, ob sie zu einem Verkauf bereit wären und was die Gründe für einen Nicht-Verkauf seien. Die Teilnahme ist freiwillig. Die Ergebnisse sollen in einen Baulandbedarfsnachweis einfließen, der eine Auflage der Regierung der Oberpfalz in den laufenden Bauleitverfahren ist.

Platz für Minihäuser

Nach Reglers Worten habe es vor zehn Jahren auch eine solche Umfrage gegeben. Anschließend seien 20 Grundstücke bebaut werden. Neu aufgenommen in den Fragebogen ist die Bereitschaft zur Verpachtung des Grundstücks für die Errichtung eines Tiny-Houses, dass nach Ablauf der Pachtzeit relativ leicht abgebaut werden könnte. Knobloch: „Grundsätzlich wollen wir neue Baugebiete nur dort ausweisen, wo die Stadt 70 Prozent der Flächen hält.“ Wenn mehr in Privatbesitz sei, schaffe man sonst nur noch mehr Baulücken. Conny Spitaler (SPD) nannte die Umfrage eine gute Idee.

Versiegelung minimieren

Für Gerald Morgenstern (CSU) ist die Bereitschaft zur Veräußerung eines Grundstücks immer eine Frage des Preises. Zudem wäre die Schließung von Baulücken eine Lösung gegen die Versiegelung von immer mehr Flächen, wie sie bei der Ausweisung neuer Baugebiete unumgänglich sei.

Gerhard Mark (CSU) erkundigte sich, ob die Ergebnisse der Befragung Auswirkungen auf das Gebiet „Steinfelser Straße“ in Hütten haben könne. Sollten sich nach der Befragung plötzlich viele Grundstückseigentümer zu einem Verkauf entschließen und somit mehr Baugrundstücke zur Verfügung stehen, könnte dies durchaus Auswirkungen auf das Gebiet haben, erklärte Rathauschef Knobloch. „Darum fordert die Regierung der Oberpfalz auch so einen Baulandbedarfsnachweis.“ Ähnliches gelte für das geplante Areal „Thumbachaue“. Auf dem alten Bauhofgelände gebe es andere Voraussetzungen, da dieses im Innenbereich liegt und schon zum großen Teil bebaut sei.

Hintergrund:

Baulücken in Grafenwöhr nach Bebauungsplangebieten

  • Unbeplanter Innenbereich 48
  • Ochsenhut 38
  • Weinbühl 38
  • Birketäcker 12
  • Am Birka 4
  • Felsmühlstraße 5
  • Seilerwiesen 13
  • Schönberg / Leitenbühl 12
  • Grabengrund 9
  • Sonnenstraße 6
  • Rosenhof 9
  • Dominikus-Kneidl / Josef-Richter Straße 4
  • Schmellerstraße 1
  • Max-Reger-Straße 2
  • Gmünd, Hinkacker 9
  • Gmünd, Hirtäcker 11
  • Gmünd, Schloßstraße 4
  • Gmünd, Brückendorfgmünd 16
  • Hüttenl, Fasanenweg 3
  • Hütten, Süd 2
  • Gößenreuth 27
 
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