03.08.2021 - 12:53 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Stadtrat diskutiert: Mobile Luftfilter für Schulhaus in Grafenwöhr?

Eine Neuauflage von Fördermitteln für die Anschaffung von mobilen Luftfiltern für das Schulhaus lässt den Stadtrat über die Geräte nachdenken. Die Verwaltung soll die Sache nun prüfen.

Der Stadtrat diskutiert über die Anschaffung von mobilen Luftfiltern für die Grund- und Mittelschule.
von Stefan NeidlProfil

Das Schuljahr ist zu Ende, die Pandemie aber vermutlich noch lange nicht. Die bayerische Staatsregierung hatte am 6. Juli eine Neuauflage der Förderung mobiler Luftreinigungsgeräte für Schulen und Kindergärten beschlossen. Die Förderung werde als nicht rückzahlbarer Zuschuss im Wege einer Anteilfinanzierung realisiert. Bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, begrenzt auf höchstens 1750 Euro je förderfähigen Raum, werden der Kommune gewährt.

In einer vorangegangenen Sitzung des Stadtrats hatte bereits Schulleiterin Anja Bräu ihre Einschätzung gegeben. Nach ihrer damaligen Meinung seien mobile Luftfilter aber noch nicht nötig. Das Stoßlüften während der Pausen sei ausreichend und man spare sich so auch einen hohen Wartungsaufwand für die Geräte. Aktuell setzt sie für die Anschaffung neuer Geräte Lockerungen für die Schüler in der Infektionsschutzverordnung voraus.

In dem Beschlussvorschlag wird darauf hingewiesen, dass die Wirkung der Geräte umstritten sei, ein Lüftungskonzept sei weiter erforderlich. Es würden Betriebsgeräusche entstehen. Es entstehen nicht förderfähige Unterhaltskosten und Arbeitsaufwand für den Hausmeister der Schule.

Timo Schön (SPD) wollte nicht ausschließen, dass die Luftfilter irgendwann als Auflage vorgeschrieben werden und man sollte jetzt die Anschaffung zumindest schon mal prüfen um vorbereitet zu sein.

Gerald Morgenstern (CSU) glaubte an eine "politisch hochgeschaukelte Debatte": "Lüften ist 80 Prozent effektiver als die Geräte." Er war sich vor lauter ständigen Änderungen nicht mehr sicher, was noch alles kommen wird.

Wirkung noch umstritten

Thomas Schopf (FW) hatte Bedenken wegen Kosten, störender Betriebsgeräusche und einem Engpass bei der Lieferung. Die Verwaltung sei ohnehin ausgelastet und solle nun auch noch Luftfilter prüfen: "Ich weiß nicht, was wir noch alles kaufen sollen. Wir müssen nicht auf jeden Zug aufspringen." In Medienberichten sei zudem bisher noch keine Rede von Erleichterungen für den Unterricht, wenn Luftfilter im Klassenzimmer stehen.

Bürgermeister Edgar Knobloch (CSU) erklärte, die vernünftigste Lösung wäre eine bauliche Lösung, beispielsweise Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung. Aber das Schulhaus sei ja erst frisch saniert worden. Aber nun gar nichts zu unternehmen hielt er nicht für richtig. Er will von der Verwaltung eine Anschaffung und verschiedene Geräte zumindest einmal prüfen lassen. Der Stadtrat stimmte ihm einstimmig zu.

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