24.01.2021 - 13:46 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Stadtrat Grafenwöhr: Alter Bauhof wird zum Baugebiet Thumbachaue

Lena Beyrich stellte dem Stadtrat ihren Entwurf für das Wohngebiet Thumbachaue vor. Die Stadträte diskutieren über Dächer, Straßenbreite und Überschwemmungsgebiete. Am Ende beschließen sie einstimmig das weitere Verfahren.

Ein Fuß- und Radweg soll von dem neuen Wohngebiet Thumbachaue hier zur Wehr führen.
von Stefan NeidlProfil

Zur Bekämpfung der Wohnungsnot plant der Stadtrat seit einiger Zeit mit einer Umwandlung des alten Bauhofgeländes an der Thumbachstraße in ein Wohngebiet. Ein erstes Konzept ist zuletzt im nichtöffentlichen Teil der Dezembersitzung von Matthias Fleischhauer vom Stadtplanungsbüro TB Markert aus Bayreuth vorgestellt worden.

In der Januarsitzung stellte seine Kollegin Lena Beyrich nun einen angepassten Entwurf öffentlich vor. Demnach sollen auf dem städtischen Grund sieben L-förmige Häuser in Modulbauweise entstehen. Dazu kommt ein langgezogener Block zentral nördlich davon. Der Bebauungsplan gilt auch für sechs weitere Parzellen östlich und westlich von dem Block, die sich allerdings in Privatbesitz befinden.

Die Stadt plant auf eigenem Grund barrierefreie Bauten zu errichten. Bürgermeister Edgar Knobloch (CSU) berichtete auf Nachfrage, dass er oft Anrufe bekäme: Leute würden aus der Stadt gerne wieder nach Hause kommen oder sich im Alter verkleinern und suchten geeignete Wohnungen. Für solche Menschen wären die Objekte optimal. Vorgeschrieben seien Sattel- und Flachdächer. "Sobald wir nur eine Form vorgeben, beschäftigt sich der erste Bauantrag meist mit einer Befreiung davon", erklärte Knobloch schmunzelnd.

Die Autozufahrten sollen über drei Stellen vom Norden aus der Thumbachstraße erfolgen. Die Mittlere erforderte zusätzlich einen Grünstreifen. Dort stehe Grund mit einer Eiche, die der Eigentümer nicht hergeben wolle, antwortete er auf Nachfrage von Timo Schön (SPD). Zusätzlich sollen Fuß- und Radwege nach Westen in die Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße und nach Süden in die Wehr entstehen. Letzteres erfordere wegen Überschwemmungsgebiet und Biotop noch genauere Planungen. Die Stadt will den Bebauungsplan im beschleunigten Verfahren aufstellen.

Thomas Schopf (FW) hinterfragte die Modulbauweise der südlichen Gebäude: Laut Plan waren diese nur eingeschossig, obwohl dies anders besprochen waren. Knobloch stimmte ihm zu. Beyrich versicherte, die Gespräche mit Architekten Reinhold Krausch seien nur für eingeschossige Bauten gewesen. Es handele sich ohnehin nur um einen Vorentwurf, sie wolle das Gespräch mit ihm erneut suchen.

Anita Stauber (CSU) erkundigte sich nach den Überschwemmungsflächen im Süden. Es gebe leichte Überschneidungen von diesen mit den Gärten. Bei einem Jahrhunderthochwasser könnten diese überlaufen. Eine mögliche Lösung will man sich noch mit dem Wasserwirtschaftsamt einfallen lassen.

Thomas Mayer fragte, ob die sechs Meter breiten Straßen so weit ausfallen müssten, er sehe die Thumbachaue eher einmal als verkehrsberuhigten Bereich, eine Widmung müsse erst noch erfolgen. Knobloch weist darauf hin, dass ein Teil der Fahrbahn als Multifunktionsfläche und Versorgungsstreifen auch als Gehweg genutzt wird. Schopf und Schön erinnerten an Müllabfuhr und Winterdienst, die Platz benötigten.

Der Stadtrat beschloss einstimmig den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan "Thumbachaue" und leitete das weitere Verfahren ein. Knobloch möchte den Begriff nun vermehrt publik machen, damit nicht immer nur vom "Alten Bauhof" gesprochen werde.

Uneinigkeit über Bauland am Grafenwöhrer DJK-Platz

Grafenwöhr
Von hier könnte die Thumbachaue von der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße für Fußgänger und Radfahrer erreichbar sein.
Das Gelände des alten Bauhofs soll zum Wohngebiet Thumbachaue werden. Der Stadtrat genehmigte das weitere Verfahren.
Das Gelände des alten Bauhofs soll zum Wohngebiet Thumbachaue werden. Der Stadtrat genehmigte das weitere Verfahren.

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