17.12.2020 - 14:00 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Uneinigkeit über Bauland am Grafenwöhrer DJK-Platz

Bauland in Grafenwöhr ist knapp. Die CSU überlegt deshalb am alten DJK-Platz ein Wohngebiet zu errichten. Die Kirche als Eigentümerin ist offen für Gespräche. Einige Stadträte sehen aber Probleme. Der Stadtrat diskutiert.

Die Tage, an denen hier gekickt wurde, sind lange vorbei. Der Stadtrat diskutiert, ob aus dem ehemaligem DJK-Fußballplatz ein Baugebiet werden soll.
von Stefan NeidlProfil

Neben den Weihnachtsansprachen von Bürgermeister, Fraktionssprechern und Stadtverbandsvorsitzendem ist in der letzten Stadtratssitzung des Jahres auch noch über Politik diskutiert worden. In der Novembersitzung hatte die CSU einen Antrag zur Schaffung von Baugrund eingereicht, der jetzt besprochen wurde.

Um Wohnraum zu schaffen, soll aus dem ehemaligem DJK-Fußballplatz ein Wohngebiet werden. CSU-Fraktionssprecher Gerald Morgenstern stellte die Idee vor. Eigentümerin des Geländes ist die Kirche, erste Gespräche über eine Überlassung waren positiv. Dies könne laut Bürgermeister Edgar Knobloch (CSU) in Form eines Tauschs von anderen Immobilien oder über einen Erbpachtvertrag funktionieren.

Thomas Weiß (SPD) begrüßte die Schaffung von Bauland, hatte aber Bedenken wegen des Schießlärms vom fast direkt benachbarten Truppenübungsplatz und wegen des entstehenden Verkehrs. Gemeinsam mit der in Planung befindlichen Umgestaltung des alten Bauhofs zu Bauland an der Thumbachaue könnte eine hohe Belastung für die Verkehrsanbindung entstehen.

Thomas Schopf (FW) ergänzte, dass der angrenzende Annaberg für ganz schön schattige Verhältnisse sorgen kann. Zum Schießlärm kämen Geräusche von der Panzerstraße und von Sportübungen am Fitnesscenter. Als Zubringerstraße müsste die Zufahrt zur Berufsschule St. Michaelswerk fungieren, was nicht optimal sei. Schopf stellte in Frage, ob wirklich Interesse bestehe, dort zu bauen.

Morgenstern verteidigte den Antrag: Jeder müsse selbst entscheiden, ob er bauen wolle. Als Gemeinde müsse man seinen Bürgern Bauland anbieten können und dies sei in der Stadt rar. Der alte DJK-Platz sei ein einfacher, schneller Weg Bauland zu schaffen. Lärmbelästigung sei in Grafenwöhr überall. Das auftretende Verkehrschaos sah er nicht kommen: Es könnten vielleicht sechs oder sieben Parzellen entstehen, da könnte die Stadt eine Möglichkeit finden.

Hier hakte Knobloch ein: Wenn man dort was machen will, müsste es sich rentieren. Er könnte sich eine Ausweitung auf das hinter dem Sportplatz liegende Biotop vorstellen: "Die Nachfrage nach Baugrund ist groß, zehn Parzellen sollten es schon werden." Auf den Einwand von Timo Schön (SPD), erst mal den alten Bauhof abzuschließen, erinnerte er an die lange Dauer für das Aufstellen eines Bebauungsplans, deshalb sollte man bei Einigkeit beide Vorhaben parallel laufen lassen. Auf Nachfrage von Lisa Brandl (FW) nach möglichen Tauschobjekten zählte Knobloch allgemein Wälder, Wiesen oder Flure im Stadtbesitz auf.

Gerhard Mark (CSU) fasste zusammen, dass es zunächst nur um eine Grundsatzentscheidung ginge und wollte von Fachstellen eine Prüfung durchführen lassen. Detailfragen könnte man später klären. Dies war für Weiß zu einfach: Pro und Contra sollte man vorher schon abwägen, denn so eine Prüfung koste viel Geld. Die Argumente für und gegen das Projekt waren für Knobloch aber erst durch ein Gutachten erkennbar. Der Stadtrat beschloss dann einstimmig, Grundstückserwerb und Planung weiter voranzutreiben

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