Grafenwöhr
25.01.2019 - 15:47 Uhr

Nach Streik: Verdi freut sich über "bestes Ergebnis"seit Jahren

Nach Streiks auf den US-Truppenübungsplätzen in Grafenwöhr, Vilseck und Hohenfels bekamen Beschäftigte der Stationierungsstreitkräfte eine Lohnerhöhung von 2,85 Prozent. Für die Verdi-Gewerkschaft ist diese Zahl etwas Besonderes.

Wolfgang Dagner, der ver.di Fachgruppenvorsitzender der Stationierungsstreitkräfte (rechts) blickte beim Jahresabschluss zurück und gab einen Ausblick auf 2019. Bild: rgr
Wolfgang Dagner, der ver.di Fachgruppenvorsitzender der Stationierungsstreitkräfte (rechts) blickte beim Jahresabschluss zurück und gab einen Ausblick auf 2019.

In der Jahresabschlussversammlung bezeichnete Wolfgang Dagner, Verdi-Fachgruppenvorsitzender bei den Stationierungsstreitkräften (SSK), die Lohnerhöhung von 2,85 Prozent als "bestes Ergebnis der letzten zehn Jahre". Aber: "Es gab auch Kritik an diesem Abschluss. Da die Tarifkommission das Gefühl hatte, dass der Verhandlungsspielraum ausgereizt war, wurden die Verhandlungen beendet. Die Mitgliederbefragung ergab danach eine Zustimmung von 64 Prozent", erklärte Dagner den Anwesenden, unter denen sich auch Thomas Beitz (Vorsitzender des Ortsvereins West), Ludwig Brunner (Vorsitzender des Fachbereichs 6 Oberpfalz), Manfred Haberzeth von den Verdi-Senioren sowie Eschenbachs dritter Bürgermeister Klaus Lehl befanden.

Umstrukturierungen

Der Fachgruppenvorsitzender informierte auch über die Abschaffung der Lohngebiete im Arbeiterbereich. "Nicht ein bayerischer Kollege wird zukünftig weniger verdienen als die Kollegen, die bereits hier beschäftigt sind." Die Lehrlingssituation dagegen sehe nicht so gut aus. "Trotz großer Ankündigungen im Vorfeld wurde in der Garnison kein Lehrling eingestellt, nur jeweils einer im Logistikbereich und zwei in der Maintenance Activity in Vilseck." Und das bei 1500 bis 2000 Beschäftigten, wie Dagner bedauerte. Im Bereich der Garnison finden Umstrukturierungen statt. So wird beispielsweise die Vertragsabteilung beim Handwerksbereich Grafenwöhr zentralisiert. Der Steinbruch wurde im Herbst geschlossen und das betreffende Personal umgesetzt beziehungsweise mit Auflösungsvertrag freigekauft. Bei der 7th ATC wurden die Arbeitsverträge der 34 befristeten Schießbahnarbeiter verlängert. Eventuell könnten diese später unbefristet übernommen werden.

Tarifpolitische Konferenz

Das "Car Care Center" wurde ebenfalls geschlossen, allerdings bekamen die acht betroffenen Beschäftigten innerbetrieblich andere Positionen. Dagner informierte auch über die Umstrukturierungen bei Verdi. So werden Fachgruppen auf Bundes- und Landesebene durch Fachkommissionen ersetzt.

Ein Ausblick auf das Jahr 2019 schloss sich an. Bereits nächste Woche findet ein Gesprächstermin der Grafenwöhrer Betriebsvertretungen mit der Staatskanzlei statt. Im Mai wird es erstmals im Vorfeld der Tarifrunde eine tarifpolitische Konferenz der ehrenamtlichen Verdi-Funktionäre aus dem Bereich der US-Streitkräfte, der Briten, Franzosen und Nato geben. Der Fachgruppenvorsitzende bedankte sich bei allen, die mit gestreikt hatten und wies auf die im Frühjahr gestartete Vertrauensleute-Kampagne "Bist du dabei?" hin. "Die Mitgliedschaft bei Verdi ist kein Vollkaskobeitrag. Man muss auch etwas dafür tun", meinte Dagner. Die Kampagne soll interessierte Beschäftigte an die Gewerkschaft heranführen. (Weiterer Bericht folgt)

Wolfgang Dagner, der ver.di Fachgruppenvorsitzender der Stationierungsstreitkräfte blickte beim Jahresabschluss zurück und gab einen Ausblick auf 2019. Bild: rgr
Wolfgang Dagner, der ver.di Fachgruppenvorsitzender der Stationierungsstreitkräfte blickte beim Jahresabschluss zurück und gab einen Ausblick auf 2019.
 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.