16.09.2021 - 14:16 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Am Tag des offenen Denkmals auf Spurensuche am Grafenwöhrer Annaberg

Zum Tag des offenen Denkmals machen sich 52 entdeckungslustige Geschichtsinteressierte auf auf den Annaberg. In Felsenkellern, Mariengrotte und rund um die Kirche liegt viel Historie der Stadt verborgen.

Mehr Sein als Schein: Viele Geschichten über Grafenwöhr gibt es in und um die St.-Anna-Kirche auf dem Annaberg zu entdecken.
von Stefan NeidlProfil

Grafenwöhr hat allerlei besondere Geschichte und Geschichten zu bieten. Zum "Tag des offenen Denkmals" lud deshalb das Kultur- und Militärmuseum gemeinsam mit dem Heimatverein zu einer Begehung des Annabergs. 50 Teilnehmer folgten dem Ruf und ließen sich von Marianne Gottschalk, Elisabeth Schreml und Christine Meind in den Zauber vergangener Zeiten entführen.

Wahrer Experte für die Felsenkeller ist natürlich Altbürgermeister Helmuth Wächter, der selbst einen davon gepachtet hat. Schreml erzählte dazu von der einstigen Schwierigkeit, Bier zu kühlen. Die Felsenkeller sind dafür natürlich optimal. So manches Liebespaar sei deshalb früher beim nächtlichen Spaziergang über Bürger im Nachtgewand erschrocken, die sich nur kurz etwas Kühles zu trinken holen wollten, merkte Schreml an.

Nächstes Thema war die erste Fotografie von Grafenwöhr, die einst vor der Mariengrotte entstanden ist. Pfarrer Hofmann ist darauf mit Kommunionkindern zu sehen. Der Brunnen dort ist längst verschwunden: Zuviel Unrat und Müll war darin entsorgt worden.

In den 1930er Jahren gab es in Erwartung eines baldigen Krieges am Annaberg Grabungen für Luftschutzbunker, wurde beim Blick zurück angemerkt. Dabei stieß man auf die Umrisse einer einstigen Burg. Dazu gehörte ein unterirdischer Gang, der aus Sicherheitsgründen später zugeschüttet worden ist. Die Legenden erzählen, dass er bis ins Rathaus führte; andere Versionen berichten von einem kilometerlangen Weg bis nach Dießfurt. Ein Gast konnte diese Geschichten allerdings nicht bestätigen: Als Kind hatte er den Gang selbst noch erkundet – tatsächlich gab es wohl nur ein paar wenige Meter lange Gassen.

Weitere Station war am Kreuzweg zur Annabergkirche hinauf ein Steinblock, geschlagen aus Überbleibseln der alten Löwenbrauerei, deren Turm am 6. August 1993 mit einem großen Spektakel gesprengt wurde. Einen der letzten freien Blicke auf Grafenwöhr gibt es dort auch zu sehen. Dabei überragen der 43,5 Meter hohe Wasserturm und der genau zehn Meter höhere Kirchturm alle anderen Gebäude.

Schließlich war die St.-Anna-Kirche erreicht, die oberhalb des Heiligen Grabes und hinter der Pietà des Heimkehrerverbandes aus dem Jahr 1957 oben am Berg thront. Kürzlich wurde der 250. Geburtstag des Gotteshauses gefeiert, das der Mutter der Gottesmutter Maria gewidmet ist. An der Decke der Kirche sind bekannte Grafenwöhrer verewigt. Die frühere Birkenallee schließlich, die mittlerweile eine Kastanienallee ist, führte zum einstigen Galgen von Grafenwöhr.

 

 

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