19.01.2020 - 10:09 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Truppenübungsplatz: Klage über Nachwuchsmangel

Die Uhr steht zufällig auf „Fünf vor Zwölf“, als die Betriebsvertretung der US-Armee, über die Situation am Truppenübungsplatz Grafenwöhr spricht. „Fünf vor Zwölf“ ist es für Betriebsräte bei einem Zukunftsthema.

Bürgermeister Edgar Knobloch (von rechts), Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht und die Personalräte der US-Armee Hans Danninger, Wolfgang Dagner, Siggi Bösl, Dieter Gebhardt und Tobias Lehl tauschen sich aus.
von Autor MORProfil

Die Altersstruktur der Beschäftigten und und Nachwuchsmangel standen im Fokus eines Informationsaustausch zwischen der Betriebsvertretung der US-Armee, CSU-Bundestagsabgeordnetem Albert Rupprecht und Bürgermeister Edgar Knobloch. Das Durchschnittsalter liege zwischen 55 und 58 Jahren; es fehle an Nachwuchs; die Stellennachbesetzung dauere wegen komplizierter US-Regularien zu lange, klagten die Personalräte der US-Armee.

Hans Danninger, Vorsitzender der Betriebsvertretung des 7. US-Armee-Ausbildungskommandos (7th ATC), würdigte den Einsatz für die deutschen Beschäftigten. Wolfgang Dagner und Tobias Lehl für die 405th Army-Field Support Brigade (ASFB), Dieter Gebhardt für die US-Armee Garnison Bavaria und Siggi Bösl (7th ATC) sprachen den Einsatz zur Fortsetzung der Tarifverhandlungen anerkennend an.

Rupprecht und Knobloch wandten sich gegen die ausgesprochenen Drohungen eines Abzugs der US-Armee. Die Verhandlungen seien stets lösungsorientiert zu führen. Ein Punkt bei den Tarifverhandlungen seien unbesetzte deutsche Stellen, diese würden bundesweit über 600 betragen, wusste Wolfgang Dagner. Zwar sei die Situation vor Ort noch zufriedenstellen, jedoch laufe das Durchschnittsalter der Deutschen in Grafenwöhr und Vilseck auf 58 Plus zu.

Zunehmend sei auch ein Outsourcing an zivile Vertragsfirmen zu verzeichnen. „Es herrscht zu viel Kurzfristigkeit", wusste Dieter Gebhardt. Die Entscheidungsträger im Personalwesen seien nicht mehr vor Ort. Übereinstimmend berichteten die Betriebsvertreter, dass die Kommandeure, General Christopher Norrie und Oberst Adam Boyd sich der Lage bewusst seien, ihnen seien jedoch die Hände gebunden seien. „Das Verhältnis und Miteinander mit der US-Führung in Grafenwöhr passt“ unterstrichen Gebhardt und Dagner. Dem stimmte auch Bürgermeister Edgar Knobloch zu.

Es sei auch ein Verdienst der Beschäftigten, dass der Übungsplatz Grafenwöhr als fundamental für die Nato gelte. Dies bestätigte jüngst Ministerialrat Johannes Urban, der als Büroleiter für Staatskanzleichef Florian Herrmann arbeitet. „Der bayerische Takt in der Zusammenarbeit mit den Amerikanern muss weiter Bestand haben“, sagte das Grafenwöhrer Stadtoberhaupt.

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