20.10.2019 - 16:41 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Vereinte Nationen zeichnen Truppenübungsplatz Grafenwöhr aus

Sieben Partner wurden für ihr Rotwild-Projekt am Truppenübungsplatz Grafenwöhr mit dem UN-Dekadenpreis ausgezeichnet. Alle sind sich einig: Die Natur dort ist einzigartig und verdient es geschützt zu werden.

Umweltminister Thorsten Glauber durfte die Urkunden an sieben Projektpartner überreichen.
von Stefan NeidlProfil

"Militärische Nutzung und biologische Vielfalt sind im Landschaftsmanagement kein Widerspruch", verkündet die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr ist durch das Management verschiedenster Partner ein einmaliger Lebensraum für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten entstanden. Das Projekt "Wo Rothirsche die Landschaft pflegen" wurde nun von der UN mit dem Dekadenpreis ausgezeichnet.

Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2011 bis 2020 zur UN-Dekade für biologische Artenvielfalt erklärt. Der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber übergab den Preis. "Die 23 000 Hektar des Natura 2000 Gebiets am Truppenübungsplatz sind ein außergewöhnliches und großartiges Beispiel, wie der Schutz der Artenvielfalt gelingen kann", lobte er. Er war zum ersten Mal im Truppenübungsplatz, auch wenn er bereits öfter mit dem Fahrrad herum gefahren ist, erzählte er.

Naturschutz wird im Truppenübungsplatz groß geschrieben und wurde nun von der UN ausgezeichnet.

Geehrt wurden für ihr Engagement der Bundesforstbetrieb Grafenwöhr, das 7th Army Training Command, die US Army Garrison Bavaria, die Landwirtschaftliche Rentenbank, das Institut für Wildbiologie Göttlingen und Dresden, die Georg-August-Universität Göttlingen und die Technische Universität Dresden.

Besondere Ehren erhielt Ulrich Maushake von den Bundesforsten. Er wurde kürzlich zum leitenden Forstdirektor ernannt. Das Rotwild-Projekt sieht vor, den Rothirschbestand zu konzentrieren und die Jagd auf wenige Tage im Jahr zu minimieren. 44 Rothirsche wurden mit GPS-Haldsbändern ausgestattet. Sie beweiden die Flächen, halten sie offen und schaffen Lebensraum für zahlreiche Arten. Maushake weiß: "Die Tiere sind mit dem Schießlärm groß geworden. Wir stellen sogar fest, wenn mal nicht geschossen wird, werden sie unruhig. Die Natur in Grafenwöhr sei ein Juwel, das es zu bewahren gilt."

Brigadegeneral Hartmut Renk (2. von links), Generalkonsulin Meghan Gregonis, Umweltminister Thorsten Glauber, Brigadegeneral Christopher Norrie und Garnissonskommandeur Adam Boyd wohnten der Ehrung bei.

Christopher Norrie, Leiter des 7th Army Training Command, bezeichnete die Wildnis des Truppenübungsplatzes als die europäische Serengeti. Dadurch, dass das Rotwild die Flächen beweidet, spare die US-Army enorme Kosten und es werden natürliche Umstände geschaffen, die für Übungen optimal seien.

Hartmut Renk, Chief of Staff der US-Army in Europa, ist mit Grafenwöhr vertraut: "Die Auszeichnung ist eine Ehrung der hervorragenden Arbeit, die alle hier verrichten. Das Areal in Grafenwöhr ist einzigartig." Auch Generalkonsulin Meghan Gregonis ist oft in Grafenwöhr. Seit ihrem Amtsantritt vor sechs Monaten hat sie das Gelände schon sechs Mal besucht. Für sie ist die Zusammenarbeit ein perfektes Beispiel für die deutsch-amerikanische Freundschaft, um deren Ausbau sie sich weiterhin bemühen will.

Ehrengäste und Geehrte freuten sich über den erfolgreichen Naturschutz und die Artenvielfalt im Truppenübungsplatz.

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