19.10.2021 - 15:23 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Viele Kulturfragen rund um Stadthalle und Schönbergbühne

Nicht häufig tagt der Kulturausschuss. Wenn aber, dann gibt es trotz Corona viel zu besprechen. Bei den vielen Plänen für Stadthalle und Schönbergbühne fragt sich ein Stadtrat auch: Braucht die Organisation nicht eine Vollzeitstelle?

Das Allzweckgebäude an der Schönbergbühne. Die Toiletten sollen baldigst erneuert werden.
von Stefan NeidlProfil

Birgit Plößner hatte dem Kulturausschuss erklärt, dass die Anfragen von Künstlern sich wieder häufen. Sogar ein Opernfestival Anfang Juli soll kommen, ein Standort wird noch gesucht. Neben der beliebten Schönbergbühne wird auch die Sanierung der Stadthalle 2022 abgeschlossen. Eine Eröffnungsgala ist geplant, das Weihnachtskonzert, Kabarett oder andere Auftritte können wieder stattfinden. Dies führt zu einem Konflikt: Auf der einen Seite wollen die Vereine die Halle für den Sport nutzen, auf der anderen "sollen sich die Investitionen auch auszahlen" und die Halle könnte für Veranstaltungen genutzt werden, die Stadt und Pächter Geld einbringen.

Thomas Schopf (Freie Wähler) will "genau hinschauen": Veranstaltungen brauchen Zeit für den Aufbau, bringen aber Geld und steigern den Bekanntheitsgrad. Auf der anderen Seite ist die Stadt für Bürger und Vereine da, die die Halle für Sport nutzen wollen. Gerald Morgenstern (CSU) fand die bisherige Mischung aus Veranstaltungen und Sport gut: "Die bald moderne Halle soll auch genutzt werden."

Pläne für Schönbergbühne

Bei der Gelegenheit fragte Morgenstern nach Umkleiden auf der Schönbergbühne er könnte sich auch eine fest installierte Schankeinrichtung dort vorstellen.

Da das Gelände jedoch nicht dauerhaft überwacht wird und dem Wetter im Sommer wie Winter ausgesetzt ist, ist eine aufwendig aufgebaute Anlage nicht unbedingt gewünscht. Bürgermeister Edgar Knobloch (CSU) will an den aufgestellten Verkaufsbuden festhalten. Mittlerweile haben man ein Stühlelager organisiert, die Umkleiden seien nicht das drängendste Problem. Stattdessen seien die Toiletten, vor allem die der Damen, in einem schlechten Zustand und müssen gemacht werden. Auch schon lange ein Thema auf der Schönbergbühne: Als Naturbühne gibt es bei schlechtem Wetter viel Schlamm. Nicht alle Grafenwöhrer denken stets daran und passen ihr Schuhwerk dementsprechend an, Auswärtige werden meist voll erwischt. Granit und Kies könnten eine Lösung sein, bringt aber auch Nachteile. Ein Problem auf der Naturbühne ist die Entwässerung.

Lisa Brandl (Freie Wähler) fragte nach einer besseren Beschilderung der Anfahrt, vor allem für behinderte Besucher. Auch würde sie sich über ein Programm für vom Teenageralter bis in die mittleren 20er-Jahre freuen. Knobloch erinnerte an ein verändertes "Fortgeh-Verhalten" bei den Jüngeren immer später in der Nacht, war aber nicht abgeneigt. Bei der Gelegenheit lobte er die Anwohner am Schönberg, die die Veranstaltungen meist ohne Beschwerden ertrugen.

Kulturorganisation wie bisher

Timo Schön (SPD) fragte angesichts der vielen Anfragen und Pläne für Veranstaltungen, ob denn die Stelle der Kulturmanagerin in Teilzeit überhaupt machbar sei oder nicht besser in Vollzeit umgewandelt werden soll. Plößner und Knobloch räumten ein: "Wir sind an der Grenze." Vieles werden von Bürgermeister-Vorzimmer und der Stadtverwaltung mit erledigt und das soll auch so bleiben: Routinen seien da, oft müssen sich mehrere Stellen absprechen. Auch der Bauhof muss den Aufbau zusätzlich zur normalen Arbeit mitmachen. Knobloch sagt: "Kultur leistet man sich. Und so lange wir das können, sollten wir das auch machen. Die Bürger schätzen das."

Keine kulturarme Zeit: Viel geboten in Grafenwöhr

Grafenwöhr

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.