27.11.2020 - 09:59 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Weihnachtshäuser: Mit vielen Lichterketten durch den Corona-Advent

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Ein bisschen Normalität - das wollen Marco Kraus aus Grafenwöhr und Karl-Heinz Eismann aus Hütten in dieser schwierigen Zeit bieten. Ihre funkelnden Weihnachtshäuser sollen Licht und Freude in die sonst so dunklen Corona-Tage bringen.

Kurz vor dem 1. Advent hat Marco Kraus (18) sein Weihnachtshaus schon mal angesteckt, um zu schauen, ob alles so funkelt und blinkt, wie er es sich vorgestellt hat. Ab Samstag, 28. November, leuchten die circa 37.000 Birnchen dann jeden Abend bis 10. Januar.
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Kurz hat Marco Kraus überlegt, ob er in diesem Jahr – das so anders als die vorherigen ist – sein blinkendes, glitzerndes Weihnachtshaus aufbauen soll. Doch schnell kam der 18-Jährige, der schon seit fünf Jahren für Weihnachtsdeko im XXL-Format schwärmt, zu dem Entschluss: Heuer erst recht. Deshalb machte sich der junge Grafenwöhrer ein weiteres Mal an die Arbeit. Seit September tüftelt er an der Planung. Wo kommt welche Lichterkette hin, wo welches Rentier. Zu den vielen aufblasbaren Schneemännern, Nikoläusen und Co., die er über die Jahre so angesammelt hat, gesellt sich jedes Mal auch etwas Neues.

In diesem Jahr wird es ein Sternenhimmel unter einem Baum sein. Besucher können vom Gartenzaun aus sogar kleine Wunschzettel schreiben, die Marco Kraus dann an dem Sternenhimmel anbringen will. "Ich habe draußen eine Box aufgestellt, in die man die Zettel werfen kann", erklärt er. Jeden Abend will der 18-Jährige die Zettelchen herausholen, folieren und dann aufhängen. "Wenn ich Desinfektionsmittel aufstelle, sollte das passen", sagt er mit Blick auf Corona. Beim Aufbau der vielen Weihnachtsdekoration hilft ihm nicht nur die Familie, sondern auch die Freunde Cecile Meiler, Florian Reichert und Thomas Lindner packen kräftig mit an. Schließlich müssen die vielen Lichterketten erst einmal verteilt und mit Strom versorgt werden – auch auf dem Dach.

Schon als 14-Jähriger findet Marco Kraus aus Grafenwöhr Weihnachtsdekoration toll

37.000 Birnchen

Von einigen Nachbarn hat Kraus auch schon gehört, dass sie sich auf das alljährliche Weihnachtsspektakel in den "Fichtawiesen" freuen. Viele sind glücklich, dass in dieser schwierigen Zeit etwas geboten wird, meint er. Beim Werkeln im Garten wird er oft gefragt, wann es so weit ist. "Ich hoffe, dass ich fertig werde. Langweilig wird mir nicht", sagt der 18-Jährige und holt tief Luft. Denn am Samstag, 28. November, ab 18 Uhr soll das Haus von Familie Kraus das erste Mal leuchten. Damit alle rund 37.000 Birnchen gleichzeitig angehen, nutzt Marco Kraus eine Funkschaltuhr. An den weiteren Abenden im Advent und darüber hinaus steuert dann eine Zeitschaltuhr die Tausenden Lichter.

Blau-weiß für Bayern

In Hütten sieht die Lage ähnlich aus. Karl-Heinz Eismann tüftelt kurz vor dem 1. Advent ebenfalls noch an seiner umfangreichen Weihnachtsdeko. Bei ihm gibt es allerdings kein buntes Geblinke, sondern überwiegend Figuren in weiß-blauem Licht. "Wir sind ja in Bayern", macht er klar. "Bei mir blinkt auch nichts, weil Blinken Fasching ist. Weihnachten ist eigentlich eine staade Zeit." Aber auch bei dem Hüttener sind Haus und Garten jedes Jahr übersäht mit Weihnachtsdeko. Heuer hatte er eine Woche vor dem 1. Advent schon 80 Prozent aufgestellt, sagt er. Über dem Rest brütet er noch. Die Corona-Pandemie hält ihn davon nicht ab. "Warum soll ich es heuer nicht machen", fragt er.

Zwei Monate lang überprüft er neben der Arbeit in seiner Bauschlosserei die vielen beweglichen Lichter-Tiere aus Edelstahldraht, tauscht Motoren aus. "Da gibt es so viele Voltzahlen, Gleichstrom, Wechselstrom. Das mach' ich lieber selbst", lacht Eismann. Das Reparieren der Beleuchtung überlässt er aber seinen Mitarbeitern. Stolz erzählt der Hüttener auch von seiner Eisbärenkrippe, die mal etwas anderes sei. Bei ihm sind Maria, Josef und das Jesuskind eben Eisbären. Seinen kleinen Adventsmarkt mit Ständen wird Eismann in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie dagegen nicht abhalten – nur die vielen weiß-blauen Lichter-Tiere, die er selbst gebaut hat, sind zu sehen. Und die dürfen gerne mit Maske besucht werden.

Service:

Wann leuchten die beiden Weihnachtshäuser?

  • Weihnachtshaus in Grafenwöhr: Am Samstag, 28. November (18 Uhr), soll das Weihnachtshaus von Marco Kraus heuer das erste Mal in voller Pracht erstrahlen. Jeden Abend bis zum 10. Januar leuchtet es dann von 17 bis 22 Uhr durch die "Fichtawiesen". An den Weihnachtsfeiertagen sogar bis 24 Uhr.
  • Weihnachtshaus in Hütten: Karl-Heinz Eismann will die vielen Lichter rund um sein Haus im Fasanenweg erstmals am Sonntag, 29. November, anknipsen. Das Hüttener Weihnachtshaus wird dann täglich von 17 bis 20 Uhr erstrahlen, bis zum 31. Dezember.

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