26.05.2020 - 10:14 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Widerstand gegen geplantes Fachmarktzentrum in Grafenwöhr

Die ortsansässigen Einzelhändler befürchten einen Umsatzeinbruch durch das geplante Fachmarktzentrum. Zur Bekräftigung ihrer Bedenken sammelten sie in zwei Wochen fast 800 Unterstützerunterschriften.

Petra Melchner, Gerhard Pappenberger und Anneliese Rauh (von links) brachten die 794 Unterschriften persönlich im Rathaus vorbei.
von Stefan NeidlProfil

Bereits seit 2017 laufen die Planungen eines Investors zur Errichtung eines Fachmarktzentrums auf dem alten Deyerling-Geländes an der Neuen Amberger Straße. Nach aktuellem Stand sind dabei auf einer Fläche von über 3000 Quadratmetern ein Lebensmittelgeschäft, eine Drogerie, ein Textilladen und ein Getränkemarkt vorgesehen. Seit Ende April stehen Details der Pläne auf der Website der Stadt online – und die ansässigen Einzelhändler sehen schwarz.

17 Geschäfte hatten vom 11. bis 22. Mai eine Unterschriftenliste in ihren Läden ausgelegt, um die Unterstützung ihrer Kundschaft einzuholen. In diesem Zeitraum haben 794 Bürger unterschrieben. Der Inhaber des Nahkauf-Marktes Gerhard Pappenberger erklärt: „Das Thema beschäftigt die Menschen. Die meisten unterzeichneten nebenbei beim Einkauf, aber einige kamen extra in den Laden um zu unterschreiben.“

Pappenberger hat diese Liste gemeinsam mit Metzgerin Anneliese Rauh und Petra Melchner vom Spiel- und Schreibwarengeschäft „Gradl“ an Bürgermeister Edgar Knobloch übergeben. Anbei ein Schreiben an ihn und die Stadträte in dem die örtlichen Einzelhändler ihre Befürchtungen noch einmal erläutern.

„Der Bau eines solchen Fachmarktzentrums gefährdet schlichtweg unsere Existenz“, heißt es darin. Die Unterstützer sehen einen erheblichen Umsatzverlust der zu Geschäftsaufgaben der meist seit Jahrzehnten familiengeführten Geschäfte im Ortskern führen könnte. Einher geht damit ein Vielfaltsverlust in der Innenstadt durch die Abwanderung von Kunden.

Diskussion über Fachmarktzentrum

Grafenwöhr

Für die ortstämmigen Unternehmen stehe Kundenbindung und soziales Engagement ganz oben. Sie unterstützen örtliche Vereine und Mitbürger. Prekär könne die Lage für ältere Einwohner werden. Diese können aktuell ihre Besorgungen bequem zu Fuß zentral erledigen. Bei Geschäftsaufgaben müssten sie einen weiteren Weg in Kauf nehmen. Ein erstelltes Gutachten unterschätze die Strapazen. Lieferdienste für sozial Schwache, Spenden an Vereine und der Beitrag zum Kulturleben gehören für die ansässigen Geschäfte dazu und könnten durch die Errichtung des Fachmarktzentrums wegbrechen, heißt es weiter.

Das Schreiben schließt mit dem Appel den Bebauungsplan „Fachmarktzentrum Neue Ambergerstraße“ zu verhindern. Unterschrieben ist es von 17 Grafenwöhrer Einzelhändlern. Bürgermeister Edgar Knobloch wollte sich noch nicht zur Unterschriftensammlung äußern, da der Bebauungsplan noch bis 12. Juni ausliegt.

Auf dem Deyerling-Gelände soll ein Fachmarktzentrum entstehen.

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