25.11.2021 - 12:05 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Zauneidechse erfordert Artenschutz-Maßnahmen im Gewerbe- und Industriegebiet Hütten

Bevor der Bebauungsplan des Gewerbe- und Industriegebiets Hütten-Nord geändert werden kann, muss die Öffentlichkeit beteiligt werden. Die Untere Naturschutzbehörde äußert nun Bedenken, denn es wurden Zauneidechsen gefunden.

Zauneidechsen wurden im Gewerbe- und Industriegebiet Hütten nachgewiesen. Sie sollen geschützt werden.
von Stefan NeidlProfil

Für die Ansiedlung größerer Industrie musste der Bebauungsplan "GI Hütten-Nord" geändert und öffentlich ausgelegt werden. Hauptsächlich soll das Maß der Bodenverdichtung und die maximal zulässige Gebäudehöhe erhöht werden. Matthias Fleischhauer vom Stadtplanungsbüro TB Markert aus Nürnberg stellte nun dem Grafenwöhrer Stadtrat die eingegangenen Einwendungen vor.

32 Organisationen oder Behörden waren angeschrieben und um Stellungnahmen gebeten worden. Bürger und Anwohner hatten keine Einwände vorgebracht. Viele der Antworten beschäftigten sich mit reinen Formalien, ein Drittel etwa aber mit Umweltbelangen. Gerade wegen des Artenschutzes gab es Bedenken von der Unteren Naturschutzbehörde: Untersuchungen hatten Exemplare der unter Naturschutz stehenden Zauneidechse nachgewiesen. Dadurch könne man auf eine Population schließen. Die Behörde fordert nun Artenschutz-Maßnahmen, um die mögliche lokale Population zu stützen.

Nach Anregung des Sachgebiets Baurecht vom Landratsamt werden außerdem Freiflächenphotovoltaikanlagen als unzulässig festgesetzt. Die Vorranggebiete Sand und Kies im Westen werden berücksichtigt, kleinere Kompensationsmaßnahmen eingebaut. Gerhard Mark (CSU) erkundigte sich nach einem geplanten Lärmschutzgutachten, das für das geplante Ziegler-Werk in Auftrag gegeben sei. Dies sei aber nicht Bestandteil der besprochenen Änderung des Bebauungsplans, weshalb Fleischhauer dazu nichts sagen konnte. Bürgermeister Edgar Knobloch (CSU) ergänzte: "Die Änderung ist losgelöst vom Ziegler-Projekt. Hier wird nur der seit 1995 existierende Bebauungsplan geändert." Eines wollte er auch einmal erklären, weil immer wieder behauptet werde, die geplante Erhöhung der Versiegelungsdichte sei schlecht für die Umwelt. Stattdessen sei dies für die Umwelt besser, da am Standort mehr gebaut werden könnte und nicht neue Standorte eröffnet werden müssten.

  • Linksabbiegerspur

Unklarheit herrscht noch bei einer geforderten Linksabbiegerspur von Mantel kommend, da eine deutliche Erhöhung des Verkehrsaufkommens zu erwarten ist. Gerald Morgenstern (CSU) stellte in Frage ob diese überhaupt benötigt werde, denn die Zufahrt ins Industriegebiet erfolge ja nach rechts. Knobloch wusste, dass die Ziegler-Group Gespräche über eine eigene Zufahrt zum Werk von der Straße Parkstein-Hütten führe. Über einen bereits existierenden Waldweg wäre die Strecke gerade einmal 400 Meter, nutze man die bestehende Straße um und durch das Industriegebiet hingegen vier Kilometer. Der Stadtrat stimmte den Abwägungen zu den öffentlichen Einwänden geschlossen zu. Diese werden nun in die Änderung des Bebauungsplans eingearbeitet und anschließend erneut ausgelegt.

Stadtrat Grafenwöhr will dichtere und höhere Bebauung in Hütten

Grafenwöhr

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.