05.05.2021 - 13:54 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Ziel erreicht: Grafenwöhr hat eine Naturpark-Schule

Im Sommer begann für die Grund- und Mittelschule Grafenwöhr der Zertifizierungsprozess zur Naturpark-Schule. Nach einem dreiviertel Jahr ist das Ziel nun erreicht, und die Einrichtung trägt als erste in der Region diese Auszeichnung.

Bürgermeister Edgar Knobloch, Initiatorin und Konrektorin Ruth Seitz, Schulleiterin Anja Bräu, stellvertretender Geschäftsführer des Naturparks Bernd Stengl, Naturpark-Rangerin Simone Peuleke und Vorsitzender des Naturparks, Landrat Andreas Meier, freuen sich für die Grafenwöhrer Grund- und Mittelschule, die die Auszeichnung zur Naturparkschule erhalten hat.
von Stefan NeidlProfil

"Wir wollen die Kinder von klein auf mit Natur und Landwirtschaft zusammenführen", erklärte der stellvertretende Geschäftsführer des Naturparks Nördlicher Oberpfälzer Wald, Bernd Stengl, ein Projekt, zu dem jetzt auch die Grund- und Mittelschule Grafenwöhr gehört. Sie darf sich neuerdings "Naturpark-Schule" nennen.

Dafür gibt es für Schulen sogar einen eigenen Zertifizierungsprozess vom Verband Deutscher Naturparks: Die Grund- und Mittelschule Grafenwöhr hat nun alle zwölf Kriterien erfüllt und darf sich als erste Schule in den Landkreisen Neustadt/WN, Tirschenreuth und in der Stadt Weiden sowie als erster Partner des Naturparks Nördlicher Oberpfälzer Wald "Naturpark-Schule" nennen. Die erste Naturpark-Schule sei ein Meilenstein und ein Leuchtfeuer für die Region, schwärmte Stengl bei der Übergabe der Auszeichnung. Diese gilt zunächst für fünf Jahre, kann aber verlängert werden – eine Plakette im Eingangsbereich weist auf den Titel hin, der zeigt, dass die Schule sich verstärkt um eine Vermittlung von Natur bemüht.

Zum Prozess für die Auszeichnung gehörten die Definition und das Erfüllen von Lernzielen und regelmäßige Exkursionen – wegen Corona wurden sogar Videos gedreht. So sollten alle Klassen mindestens einmal das Thema "Naturpark" im Unterricht durchnehmen, es gab spielerische Entdeckungen im Wald, Insekten wurden gesucht und analysiert, und es wurde die Bedeutung von Hecken erklärt. Über alle Aktionen wurden Dokumentationen erstellt.

Die Idee für das Projekt hatte Konrektorin Ruth Seitz. Sie gibt sich allerdings bescheiden: "Ich habe eigentlich nur den Bürgermeister Edgar Knobloch gebeten, da mal einen Kontakt herzustellen. Irgendwann hat er mich angerufen und gefragt, ob wir das nun machen wollen oder nicht." Da hatte sie sich spontan am Telefon entscheiden müssen und schon war der Beginn der Kooperation mit dem Naturpark eingeleitet.

Für Seitz stellt die Verbindung zur Natur einen Ausgleich zum sonst immer technischer werdenden Unterricht dar. An der Zertifizierung freut sie besonders, dass die Grund- und Mittelschule Grafenwöhr nun ein Alleinstellungsmerkmal hat und diese mit den Rangern des Naturparks Experten an der Hand habe. Ein großes Lob gab es für Rangerin Simone Peuleke, die die Schule betreute und sofort das Herz von Schülern und Lehrern gewonnen hatte. Anja Bräu, die seit diesem Schuljahr die Schulleitung übernommen hat, stand sofort hinter dem bereits begonnenen Projekt: "Mir war es immer wichtig, dass zu dem Mehrwert für das Kollegium keine zusätzliche Belastung entsteht."

Bürgermeister Edgar Knobloch ist selbst gerne in der Natur unterwegs und weiß, dass wegen Corona dort aktuell "die Hölle los ist". "Es ist schade, wenn Kinder nicht einmal mehr wissen, wo unser Essen herkommt." Darum sei es wichtig, sie auch mal vom Computer wegzuholen und nach draußen zu gehen. Landrat Andreas Meier kam als Vorsitzender des Naturparks stilecht mit einer Naturpark-Jacke. "Die Qualität eines Projekts erkennt man, wenn alle begeistert sind", fasste er zusammen. Vor allem lobte er die Naturpark-Ranger: "Der Lehreffekt ist am größten, wenn es einem Spaß macht und man es authentisch rüberbringt." Meier versucht, aus der Pandemie etwas Gutes zu ziehen, denn so viel wie in letzter Zeit war er schon lang nicht mehr in der Natur, sagt er, und er habe dadurch ein stärkeres Bewusstsein für seine Heimat entwickelt. Für Rangerin Peuleke war es wichtig, die Kinder raus in die Natur zu holen. "Die Kinder erzählen zu Hause von ihren Erlebnissen und behalten das lange in Erinnerung." In Zukunft will sie die Kooperation weiter ausbauen. Sie ist gerade dabei, Teichwirte und Förster als Experten für weitere Projekte zu gewinnen.

Grafenwöhrer Ziel: Erste Naturpark-Schule der Region zu werden

Grafenwöhr
Schulleiterin Anja Bräu, Vorsitzender des Naturparks, Andreas Meier, und Bürgermeister Edgar Knobloch unterschreiben die Verleihung des Prädikats Naturparkschule.
Hintergrund:

Naturpark-Schule

  • bundesweites Projekt, besteht seit 2013/14
  • Ziel: Aufbau einer dauerhaften Kooperation zwischen Naturpark und Schule
  • Naturparkthemen und Themen der Bildung für nachhaltige Entwicklung werden regelmäßig im Unterricht verankert (Quelle: www.naturparke.de)

 

 

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