Noch sind die Gäste aus England nicht bei Georg Stiebeiner, der am Dienstag in Griesbach seinen 85. Geburtstag feierte, eingetroffen. Seine Tochter lebt mit ihrer Familie auf der britischen Insel und kommt zur Familienfeier am 21. Dezember. Dennoch war die Stube des Griesbacher Mesners am Jubeltag voll mit Gästen. Bürgermeister Josef Schmidkonz gratulierte ebenso wie die Gemeinderäte Klaus Schöner und German Hartmann. Schmidkonz nannte den Jubilar unentbehrlich für Griesbach. Stiebeiner sei seit 2002 der einzige Mesner für die Pfarrkirche.
Stiebeiner hat bewegte 85 Jahre hinter sich. Der Vater von vier Kindern und Großvater von sechs Enkeln und einem Urenkel erinnert sich genau an die Flucht 1945 aus Niederschlesien. Der in Bernsdorf im Kreis Frankenstein geborene Jubilar war ein zehnjähriger Bub, als seine Mutter ohne den Vater, der im Krieg war, mit den vier Kindern fliehen musste. "Am 7. Februar 1945 mit Pferd und Wagen", erinnert sich Stiebeiner. Die Familie landete in Eslarn. Als die Amis kamen, seien sie weiter nach Tirschenreuth, erzählt der Griesbacher. Weil sie dort nicht willkommen waren landeten sie in Hohenwald.
Der Hohenwalder Bürgermeister nahm die Stiebeiner-Kinder nach einem Unfall der Mutter bei sich auf. "Zuerst schliefen wir am Heuboden. Dann hat uns die Frau Bürgmeisterin eine Kammer gegeben", so Stiebeiner. Als die Mutter aus dem Krankenhaus kam, blieb die Familie, arbeitete für den Bürgermeister in dessen Landwirtschaft. Georg Stiebeiner lernte Landwirt. 1960 heiratete er seine mittlerweile verstorbene Frau Resi, die aus Griesbach stammte. Das Paar wohnte zuerst in Hohenwald und zog später ins Haus des Schwagers nach Griesbach. Heute genießt Georg Stiebeiner, der eine große Leidenschaft für Oldtimer - speziell Motorräder und Traktoren hat - seinen Ruhestand.













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