Landratskandidatin MdL Anna Toman plädierte für mehr Miteinander auf lokaler Ebene und weniger Angriffe unter die Gürtellinie im Wahlkampf. Anlass war der Slogan "Wir entsorgen die Grünen" einer Junge-Union-Ortsgruppe bei der Christbaumabholaktion. Darüber könne man zwar lachen, aber dies sei im Moment nicht der richtige Umgangston, meinte sie im "Weißen Ross".
Im Hinblick auf die rechte Szene meinte die Grüne, dass die Parteien vernünftig miteinander umgehen und zusammenrücken sollten. Es sei Aufgabe aller, sich gegen rechts zu positionieren. Hier fehlten ihr im Landkreis klare Aussagen der CSU und der Freien Wähler. Es brauche mehr Frauen in der Politik, meinte Toman. Um die Klimakrise zu stoppen, müssten der Landkreis, Kommunen und Bürger Beiträge leisten. Das bedeute aktiver Umweltschutz, denkbar sei zum Beispiel ein glyphosatfreier Landkreis. "Das würde uns als flächendeckende Öko-Region gut zu Gesicht stehen." Toman plädierte für mehr Windräder und Photovoltaikanlagen. "Auch über Freiflächenphotovoltaik müssen wir diskutieren." Wichtig sei ihr, die Wertschöpfung vor Ort zu behalten.
Um den Anschluss nicht zu verlieren, brauche es schnelles Internet. Man wolle den Kommunen nicht die Möglichkeit der Gewerbeansiedlung nehmen, sprach Toman ein weiteres heikles Thema an. Trotzdem müsse das 5-Hektar-Ziel erreicht werden. Zwingend notwendig sei eine gute Gesundheitsvorsorge. Besonders wichtig seien ihr die Krankenhäuser. "Mit mir und uns Grünen wird es keine Privatisierung geben." Auf Dauer sichergestellt werden müsse die Hausarztversorgung. Jedoch nicht jede Kommune könne eine Arztstelle aufrechterhalten. Als weitere persönliche und Ziele der Grünen nannte Toman die Einbindung der Jugend in politische Entscheidungen. Ein richtiger Schritt sei ein Jugendparlament.
Neben der Landratskandidatin stellten sich auch die Bürgermeisterkandidatinnen Heidrun Schelzke-Deubzer (Kemnath) und Ute Döhler (Pechbrunn) sowie einige Kreistagskandidaten vor.Bürgermeisterkandidatin Ute Döhler prangerte die Mehrheitspolitik der CSU in Pechbrunn an. Für ihre Kritik, dass die CSU mit den Ausgaben für Unmengen an Wahlplakaten auch den Kindergarten hätte unterstützen können, bekam sie Zwischenapplaus. Das Baxi sollte nicht nur irgendwann am Vormittag fahren, sondern auch dann, wenn man es brauche, "damit Pechbrunn nicht mehr von Mitterteich und Tirschenreuth abgeschnitten ist".
Mit Erfahrungen als langjährige Kommunalpolitikerin, Kreisrätin, Fraktionssprecherin und Dritte Bürgermeisterin wartete Heidrun Schelzke-Deubzer als Bürgermeisterkandidatin für Kemnath auf. Sie kämpfe im Kreistag für Klimaschutz und erneuerbare Energien. Jedes Jahr fordere sie dort die Einstellung eines Klimaschutzmanagers, was bisher immer abgelehnt worden sei. Schelzke-Deubzer fand es deshalb paradox, dass Landratskandidat Roland Grillmeier plötzlich bei der Podiumsdiskussion zur Landratswahl einen Klimaschutzmanager vorgeschlagen habe.
Regelrecht vernichtet worden sei im Landkreis sinnvolle Windkraftplanung, meinte sie und plädierte für ein Ende der 10-H-Regelung. Danach stellten sich als Listenkandidaten für den Landkreis Fabian Neuser, Franz Heinrich, Elisabeth Rauh, Josef Schmidt, Johanna Bauernfeind, Maximilian Seiler und Konrad Schedl persönlich vor.















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