Allen Menschen Freude bereiten

Der Freizeithugl ist als Erholungsort in der Region bestens bekannt. Was die Familie Lang zur Inklusion im Landkreis beiträgt, weiß allerdings nicht jeder.

Jürgen Lang, Gerhard Lang junior und Gerhard Lang senior (von links) achten darauf, dass auch Menschen mit Behinderungen auf dem Freizeithugl in der Karpfenregion Spaß haben. Sie spenden auch immer wieder Mal Teile ihrer Einnahmen für den guten Zweck, zum Beispiel an die Kinderkrebshilfe Oberpfalz Nord oder die Lebenshilfe.
von Alicia FuchsProfil

Von der Pension und dem Restaurant über die Minigolf- und Pit-Pat-Anlage, die Sommerrodelbahn und den Campingplatz bis hin zu den Fahrten mit der Bimmelbahn: Das Freizeitangebot in Großbüchlberg ist vielseitig. Ein barrierefreies Gelände sorgt dafür, dass niemandem Erholung und Spaß verwehrt bleiben. Der Freizeitführer "Freizeit Inklusiv", den das Netzwerk Inklusion zur Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderung und Familien in Mitterteich zusammengestellt hat, zeigt, dass man am Freizeithugl großen Wert auf Inklusion legt. Viele verschiedene Gruppen besuchen die Anlagen der Familie Lang, seien es Menschen mit Behinderung, Mütter mit Kinderwagen oder Senioren. Der Zugang zum Restaurant wird durch eine Rampe erleichtert, im Inneren ist das Gebäude mit Handläufen ausgestattet. Für Veranstaltungen wie Geburtstage oder Hochzeiten sind genügend Plätze für Menschen, die im Rollstuhl sitzen, vorhanden. Bei solchen Feierlichkeiten ist es besonders wichtig, dass alle Gäste den Festsaal erreichen können. Vor der "Petersklause" befinden sich außerdem Behindertenparkplätze.

Technik entscheidend

Durch einen stufenlosen Zugang ist der Campingplatz ebenso leicht zu erreichen. Das zugehörige Wellnessbad bietet zum Beispiel Heißwasser und Massagedüsen. "Das warme Wasser hilft vielen Menschen, ihre Gelenkschmerzen zu lindern", sagt Gerhard Lang senior. Anders als man zunächst vielleicht annimmt, ist auch die Minigolf-Anlage barrierefrei. Jürgen Lang, der für die Minigolf-Anlage zuständig ist, freut es, dass auch Rollstuhlfahrer ab und zu vorbeischauen, um Minigolf zu spielen. "Es kommt auf die Technik an, die man beim Spielen anwendet, Menschen mit Behinderung können natürlich genauso gute Treffer landen." Wer nicht aktiv mitspielen möchte, kann den anderen Minigolfern von der großen Terrasse aus zusehen. Diese ist ebenfalls gut mit Rollstuhl oder Rollator zu erreichen.

Auf den Freizeithugl zu gelangen, ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln jedoch nur eingeschränkt möglich. Es befindet sich keine Bushaltestelle in direkter Nähe, doch das Baxi kann die Gäste direkt vor die Haustür bringen. Familie Lang muss aber feststellen, dass nur relativ wenige aus der Umgebung den Fahrdienst nutzen. Urlauber hingegen machten davon relativ viel Gebrauch. "Einige Übernachtungsgäste informieren sich bereits zu Hause über die Linien vom Baxi und buchen schon früh ihre Fahrten", berichtet Jürgen Lang. "Man muss sich einfach ein bisschen damit auseinandersetzen", sind sich die Verantwortlichen in Großbüchlberg einig.

Auch Bimmelbahn im Einsatz

Ein besonderes betriebseigenes Fortbewegungsmittel ist die Bimmelbahn. Kindergarten- und Schulkinder oder Gruppen von weit her nutzen das Angebot gerne, auch für Menschen mit Behinderung ist die Fahrt geeignet. Die Selbsthilfegruppe Behinderte und Nichtbehinderte sowie die Lebenshilfe machen des Öfteren Ausflüge zur Freizeitanlage, nicht zuletzt wegen der Bimmelbahn. Die hat viele Einsatzorte. So stehen zum Beispiel Rundfahrten von Marktredwitz bis Kemnath auf dem Programm. Zudem ist der Weg von der Kappl bei Waldsassen bis zur Lourdes-Grotte Teil des Streckennetzes. Letzteres habe vor allem ihr guter Kontakt zu Schwester Sophia möglich gemacht, wofür die Familie sehr dankbar ist. Das Angebot begeistert Besucher aller Art. Und auch Gerhard Lang und seine Mitarbeiter sind glücklich, wenn sie Menschen eine Freude machen können.

Im Moment umfasst das Personal auf dem Freizeithugl 23 Leute, Familienmitglieder eingeschlossen. Praktikumsplätze vergebe der Betrieb relativ oft; nicht selten vermittle dazu der Kolping-Verband Praktikanten nach Großbüchlberg. Den Betreibern ist es nach eigenen Angaben wichtig, jedem eine Chance zu geben. Gerade in den Sommermonaten können die Beschäftigten auch jede Hilfe brauchen, denn dann haben sie alle Hände voll zu tun. "In der Hauptsaison haben wir eigentlich keinen ruhigen Tag", sind sich die Verantwortlichen einig.

Derzeit kann die Familie etwas durchschnaufen. Denn seit Anfang November sind die Öffnungszeiten reduziert. So richtig rund geht es dann erst wieder im Frühjahr, wenn die neue Saison beginnt.

Zu Jürgen Lang kommen häufig Menschen mit Behinderung in die Anlage, um Minigolf zu spielen. Auch Menschen, die im Rollstuhl sitzen, sind keine Seltenheit mehr.
Serie Inklusion:

Zum Thema "Inklusion im Landkreis" wirft der "Neue Tag" in einer Serie einen Blick darauf, was Inklusion bedeuten kann. Dabei werden in Artikeln, die in unregelmäßigen Abständen erscheinen, beispielhaft verschiedene Einrichtungen und Personen vorgestellt, die zu einem inklusiven Landkreis beitragen.

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