Neue Strategien im Pflanzenschutz

Das Jahr 2018 war für die Landwirtschaft ein besonderes mit großer langer Trockenheit und extremer Hitze. Ein integriertes Management soll trotzdem für gute Ernten sorgen.

Die Referenten des Abends (von links): Andreas Gradl, Anton Neumann, Thomas Mayer (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regensburg), Wolfgang Wittmann, Thomas Huber (Firma Belchim).
von MÜBProfil

Die Auftaktveranstaltung der Pflanzenbautagungen des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg (AELF) und des Verbandes für landwirtschaftliche Fachbildung (VlF) informierte die Gäste über aktuelle Entwicklungen bei den Pflanzenschutzstrategien im Ackerbau.

Wolfgang Wittmann (AELF Amberg) ließ das vergangene Jahr 2018 mit seinen Witterungsproblemen Revue passieren. Rückblickend kann man sagen, einen Frühling gab es nicht. Der Übergang vom Winter zum Sommer fand innerhalb einer Woche statt und mit der folgenden Hitze und den Niederschlagsdefiziten bis in den Winter hinein gab es Wachstums- und Ernteprobleme. Passend zum Thema stellte sich Andreas Gradl als neuer Wasserberater am AELF Amberg vor.

Um trotz aller Widrigkeiten beste Ernteergebnisse zu erzielen, ist für die Felder ein integriertes Management gegen Pilzbefall und Unkräuter speziell abgestimmt für die anzubauenden Ackerfrüchte notwendig.

Thomas Mayer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Regensburg informierte über die aktuellen Entwicklungen im Pflanzenschutz. Sichere und qualitativ hochwertige Ernten sind im Pflanzenbau ohne gezielte Pflanzenschutzmaßnahmen nicht möglich, ein "integrierter Pflanzenschutz" ist erforderlich. "Integrierter Pflanzenschutz" bedeutet: ackerbauliche Vorbeugemaßnahmen werden soweit wie möglich ausgeschöpft und chemische, biologische und biotechnische Behandlungsmaßnahmen nur gezielt eingesetzt. Neue moderne Strategien und Anwendungsverfahren zum Schutz der Kulturpflanzen und Pflanzenerzeugnisse vor Schaderregern werden entwickelt, wobei alternative Produktionsmethoden die Abhängigkeit von einem einzelnen Wirkstoff vermeiden können. Biobauern sind für diese Vorgehensweise Vorbild, sie kommen ganz ohne Gentechnik, Massentierhaltung, chemisch-synthetischen Dünger und Pestizide aus.

Über Probleme beim Ausbringen von Spritzmitteln referierte Thomas Huber von der Firma Belchim. In Abhängigkeit von Wasserhärte und PH-Wert kann die Wirkung der Lösungen nachlassen. Dem kann durch Konditionierung des verwendeten Wassers entgegengewirkt werden. Anton Neumann vom AELF in Amberg stellte die verschiedenen Möglichkeiten des bayerischen Kulturlandschaftsprogramms (KULAP) dar.

Abschließend referierte Wolfgang Wittmann über "rote Gebiete". Durch die Düngeverordnung werden die Landesregierungen verpflichtet, in Gebieten mit einer hohen Nitratbelastung des Grundwassers (sogenannte "rote Gebiete") Auflagen bei der Düngung zu erlassen.

Info:

Zum Thema

Die zweite Pflanzenbautagung findet am Mittwoch, 30. Januar, um 19.30 Uhr in Oberleinsiedl im Gasthaus Michl statt. Dann wird unter anderem auf die Vielfalt der landwirtschaftlichen Nutzflächen und die präzise Ausbringung der Düngemittel eingegangen. Hierzu sind alle Landwirte eingeladen. Weitere Informationen bei Wolfgang Wittmann vom AELF unter 09621/6024-106.

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