21.06.2018 - 12:09 Uhr
Großkonreuth bei MähringOberpfalz

Wo Gartenträume wahr werden

In den prächtigsten Farben blühen die Sträucher und Büsche im Garten von Familie Benkner. Auf etwa 800 Quadratmetern gibt es viel zu entdecken: Ebenso wie in den anderen Gärten, die am Sonntag besichtigt werden können.

Die Familie Benkner stellt ihren Privatgarten beim Tag der offenen Gartentüre 2018 zum ersten Mal zur Verfügung
von Lena Schulze Kontakt Profil

Der Garten der Benkners vereint klassische und moderne Gestaltungselemente, aber auch die Grundstücke mit dem Haus der Familie Alfred und Elisabeth mit dem alten Vierseithof, den Sohn Andreas und seine Frau Christine liebevoll saniert haben. Der Garten wird zwar gemeinsam gestaltet und genutzt, dennoch wird die unterschiedliche Handschrift der Besitzer deutlich.

Am Sonntag ist der Privatgarten auch für Besucher geöffnet - ebenso wie sechs andere private Gärten in der Gemeinde Mähring. Bereits seit zwei Jahren etwa steht fest, dass 2018 der Obst- und Gartenbauverein Großkonreuth den Tag der offenen Gartentüre im Landkreis Tirschenreuth mit organisiert. "Es ist schon ungewöhnlich, dass die Besitzer so offen sind. Es ist nicht selbstverständlich, fremde Leute in seinen Garten einzuladen", so Fachberater Harald Schlöger. Er ist stolz den Tag bereits zum 21. Mal veranstalten zu können. Alfred Benkner ist Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Großkonreuth. Den Winter über erfolgte die Auswahl der Gärten, die am Tag der offenen Gartentüre mitmachen. "Ich gestalte meinen Garten so, wie es mir gefällt. Nicht, wie ein anderer ihn haben möchte" betont er. Normalerweise kümmern sich Elisabeth und Alfred jedes Jahr um ein anderes Eck im Garten. "Dieses Jahr war alles gleichzeitig dran", sagt Elisabeth. Als es so trocken war in den letzten Wochen, stand der 67-Jährige oft im Garten und hat den Rasen gewässert und Beete gegossen. Wären die Gartentage nicht gewesen, wäre ihm ein Quadratmeter vertrockneter brauner Rasen egal gewesen. Den Grünstreifen am Hauseingang Richtung Norden gestaltete das Ehepaar absichtlich pflegeleicht. Die dunkelroten und saftig grünen runden Berberitzenbüsche sind leuchtende Farbtupfer zwischen Flieder und Himbeersträuchern.

Alfred Benkner (67) liegt sehr viel am Apfelbaum. Eine alte Sorte. "Der ist im Frühjahr schon ein Genuss, wenn er blüht." Um den alten Baum ist der Garten mehr oder weniger drum rum gebaut worden. Direkt gegenüber ist seit kurzem Christines Lieblingsstück gepflanzt: ein Oberpfälzer Bonsai, den sie geschenkt bekommen hat. Um den Blumenhartriegel wird Christine besonders von Nachbarn beneidet. Bei den Umgestaltungen im Garten holten sich beide Familien vor einigen Jahren Unterstützung vom befreundeten Landschaftsgärtner Alex Hofmann.

Während die nächste Generation eher auf moderne Gestaltung und Pflanzenarten setzt, sind die Spalierbäume an der Hauswand der ganze Stolz des 67-Jährigen. Alfred Benkner veredelt die Sorten sogar selbst. Auch auf das Gemüsebeet legt er großen Wert. Rote Rüben, Karotten, Kohlrabi, Salat im Beet, Zucchini und Rucola im 15 Jahre alten Hochbeet - "das wollte meine Frau eigentlich nicht, aber mir hat's gefallen." Im Gewächshaus ranken Gurkenpflanzen in die Höhe, die Tomaten nehmen Form an. Daneben steht die Gießkanne am eigenen Brunnen bereit zum Einsatz.

Eine Besonderheit ist die Gartengestaltung im Innenhof des ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesens von Andreas und Christine Benkner. Von der Funktionsfläche mit Betonboden und einer kleine Jauchegrube ist keine Spur mehr. "Man kann es sich gar nicht mehr vorstellen, wie es hier ausgesehen hat. Das war ein großer Akt", erinnert sich Christine. Inmitten des Hofes entstand ein Platz mit Sitzgelegenheit, umrahmt von bunten Stauden, Gräsern, Lavendel und Rosen. Auf dem Ofen, der heute als Dekoration dient, hat die Oma früher noch gekocht. Besonders die kleinen Baby-Kätzchen verstecken sich gerne im Inneren. "Diese Einfälle hat die Christine", gibt Schwiegermutter Elisabeth zu. Dafür holt sich Christine oft Rat von ihr.

"Jeder Garten hat a bissl was Besonderes", sagt Schlöger. Keiner von den Gärten sei perfekt, "das ist aber auch nicht der Anspruch des Tags der offenen Gartentüre", findet der Kreisfachberater. Die Besucher könnten sich in jedem Garten etwas abschauen. Er rechnet wieder mit etlichen tausend Besuchern. Christine Benkner pustet. Schlöger beruhigt. Die Gäste teilen sich auf die verschiedenen Stationen auf (siehe Kasten), suchen sich das interessanteste für sich heraus. Außerdem ist der Tag sehr vom Wetter abhängig. Aber die Hartgesottenen lassen sich auch von Regen nicht abschrecken. "Alle Gärten sind es wert, besichtigt zu werden."




Bilder vom Garten der Familie Benkner

Info:

Tag der offenen Gartentüre

Beim Tag der offenen Gartentüre beteiligen sich acht private Gärtner im Gemeindebereich Mähring und zwei öffentliche Gärten in Mitterteich und Waldsassen. Um 10 Uhr findet ein kleiner Empfang mit Grußworten den Ehrengäste im Garten der Familie Benkner statt. Der Obst- und Gartenbauverein Großkonreuth bewirtet im Feuerwehrhaus die Gäste.

„Modernisierter Wohngarten mit vielen Dekorationsideen“ von Gerlinde und Thomas Hecht in Mähring.

„Vier Gärten vereint“ (Obstgarten mit Blumenwiese, Staudenbeete und Teichgarten) von Marianne und Albert Schicker in Mähring.

„Gemeinsamer Garten verbindet traditionelle und moderne Gartengestaltung“ von Elisabeth und Alfred sowie Christine und Andreas Benkner in Frauenreuth.

„Hanggarten mit Terrassen“ mit besonderem Blick über den Grenzkamm von Monika Müller, Jessica und Heiko Müller in Mähring.

„Offener Wohngarten mitten im Dorf“ von Manuela und Erwin Preisinger in Griesbach.

„Traditioneller Bauerngarten“ auf dem Hof in Alleinlage von Rosemarie und Josef Meißner in Neumühle bei Mähring.

„Wohngarten an der Ortsdurchfahrt“ mit großer Pflanzenvielfalt von Karin und Robert Werner in Griesbach. Zudem sind der Kreislehrgarten Mitterteich und der Garten der Umweltstation Waldsassen geöffnet.

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