17.04.2020 - 10:28 Uhr
Großkonreuth bei MähringOberpfalz

Vorstandswahlen mit dem Smartphone

Not macht erfinderisch: Weil sie sich nicht treffen konnten, führten die Mitglieder der Großkonreuther Blasmusik ihre Jahresversammlung virtuell durch. Auch in Zukunft will sich der Verein weiter mit dem Thema Digitalisierung befassen.

Die Jahreshauptversammlung Großkonreuther Blasmusik fand bereits im Januar statt, musste wegen Formfehlern aber jetzt wiederholt werden – in virtueller Form. Das Bild vom Januar zeigt (vorne, von links) Marina Richtmann, Robert Franz, Markus Werner und Andreas Bauer sowie (hinten, von links) Helga, Bäuml, Theresa Bäuml, Jakob Czepa, Regina Kraus, Katharina Häring und Franz Häring.
von Redaktion ONETZProfil

Der Begriff "Homeoffice" ist momentan allgegenwärtig. Auch für die Großkonreuther Blasmusik geht die Arbeit weiter - nicht wie gewohnt im Proberaum, sondern in den heimischen Büros und Wohnzimmern der Musiker. Weil die Jahreshauptversammlung der Musiker, die bereits im Januar stattfand, aufgrund von formellen Fehlern wiederholt werden musste, wurde Dirigent Markus Werner kreativ: Über die Software "GoToWebinar" lud er die Mitglieder zur ersten virtuellen Jahreshauptversammlung ein.

Dass ein so ungewohntes System nicht auf den ersten Versuch perfekt funktionieren kann, war Markus Werner schon lange im voraus klar. Deshalb veranstaltete er mit den Vereinsmitgliedern Trainingsrunden bei "GoToWebinar". Denn die Software bietet viele verschiedene Funktionen: Unter anderem können in einem Chat Fragen gestellt und vom Organisator direkt beantwortet werden. Zudem gibt es ein Handzeichen-Feld, mit dem um Wortmeldung gebeten werden kann. Wenn ein solches Handzeichen auftaucht, schaltet der Organisator das Mikrofon des Mitglieds frei und bietet ihm die Möglichkeit, seine Meinung zu äußern. Alle Versammlungsmitglieder, die gerade nicht sprechen, werden vom Organisator stumm geschaltet. So werden auch Störgeräusche reduziert.

Handzeichen-Feld und Chat

Da bei der Jahreshauptversammlung auch Neuwahlen und Satzungsänderungen anstanden, wurden alle im Training geübten Funktionen auch eingesetzt: In einer Kurzumfrage konnte für jedes Amt und den dafür vorgeschlagenen Kandidaten mit "dafür", "dagegen" oder "Enthaltung" abgestimmt werden. Die gewählten Vorstandsmitglieder (siehe Infobox) nahmen die Wahl im Anschluss alle einzeln über Mikrofoneinschaltungen an. Auch die Satzungsänderungen wurden so beschlossen. Zudem wählten die Musiker die beiden Jugendsprecher und die "Wohlfühlmanagerin" über das Handzeichen-Feld: Ein solches Handzeichen wertete Markus Werner als "dafür", kein Handzeichen als Enthaltung. Mitglieder, die gegen den vorgeschlagenen Kandidaten stimmten, sollten "dagegen" in den Chat schreiben. Alle Tagesordnungspunkte und die Änderungen in der Satzung konnten die Vereinsmitglieder mit Hilfe einer Bildschirmübertragung mitverfolgen.

Stimmabgabe auch per Brief

Um auch den technisch weniger versierten Mitgliedern die Chance zu geben, ihre Stimmen abzugeben, wurden an Mitglieder ohne E-Mail-Adresse Briefwahlunterlagen versandt. Diese Möglichkeit wurde auch gut angenommen, bestätigt Markus Werner: "Es freut mich sehr, dass wir so viele Rücksendungen und positives Feedback erhalten haben."

Auch den Mitgliedern, die in der virtuellen Versammlung dabei waren, waren viele Wege offen: Sie konnten die Versammlung über die Internetseite oder per App betreten oder sich mit dem Telefon einwählen. Über den problemlosen Ablauf ist Markus Werner hoch erfreut: "Wir wurden ganz schön ins kalte Wasser geworfen, aber wir haben das Beste draus gemacht." Außerdem bedankt er sich bei den Verantwortlichen der Software "GoToWebinar". Diese hatten ihm eine dreimonatige Lizenz geschenkt, nachdem sie von den Herausforderungen erfahren hatten, mit denen der Verein in der Coronakrise kämpft. Seitdem unterrichtet Markus Werner seine Musikschüler auch mit Hilfe von "GoToMeeting".

Außerdem ist der Dirigent gerade dabei, die Noten aller Vereinssparten zu digitalisieren. Wann und wie es in nächster Zeit mit dem Vereinsleben weitergehen kann, ist offen. Trotzdem versichert Markus Werner: "Wir sind ja alle weiterhin in Kontakt. Und wenn es wieder möglich ist und das Wetter mitspielt, werden wir mit ersten Proben im Freien starten."

Ergebnisse der Neuwahlen:

Neue Ämter stärken die Vereinsarbeit

Dis bisherige Vorsitzende Franziska Fenzl trat in diesem Jahr nicht zur Wiederwahl an. Ihr Amt besetzt für die kommenden zwei Jahre Markus Werner. Auch die langjährige Kassiererin Regina Strehl verabschiedete sich aus ihrem Amt. Da auch Holger Schedl, der im Januar zum Kassier gewählt wurde, das Amt aus beruflichen Gründen nicht weiter übernehmen kann, springt Markus Werner ein. Robert Franz (Zweiter Vorsitzender) und Marina Richtmann (Schriftführerin) wurden wiedergewählt, ebenso die Kassenprüfer Helga Bäuml und Anita Wurm sowie die Beisitzer Andreas Bauer und Siegfried Zant. Franz Häring (Zweiter Kassier) und Regina Kraus (Zweite Schriftführerin) unterstützen den Vorstand zusätzlich und besetzen damit zwei neu geschaffene Posten.

Um die Kinder und Jugendlichen noch besser ins Vereinsgeschehen einbeziehen zu können, gibt es nun zum ersten Mal zwei Jugendsprecher: Katharina Häring und Jakob Czepa werden dieses Amt gemeinsam übernehmen. Noch ein weiteres Amt ist neu im Verein: Sabine Gmeiner ist ab sofort "Wohlfühlmanagerin" und somit für die gute Stimmung unter den Musikern zuständig.

So wurde in digitaler Form gewählt.
Die Jahreshauptversammlung aus der Sicht von Organisator Markus Werner.
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