02.10.2019 - 09:42 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Wie gut ist der Porsche Macan mit dem Basis-Vierzylinder?

Man kann: Diese beiden Worte nehmen die Antwort auf die Frage vorweg, ob man auch im "nur" mit einem 2-Liter-Vierzylinder ausgestattetem Mittelklasse-SUV aus Zuffenhausen echtes Porsche-Feeling erspüren kann. Man kann im Macan.

Man darf den Hut ziehen davor, wie Porsche es geschafft hat, auch einem SUV wie dem Macan das typische Gesicht der Marke zu verpassen. Die Farbe Miamiblau ist neu im Programm.
von Michael Ascherl Kontakt Profil

Der 245 PS starke Benzinmotor stammt aus dem Konzernregal und verrichtet beispielsweise auch im Audi Q 5 seine Dienste, auf dem der Macan weiterhin basiert. Und preislich ist er vom Bruder aus Ingolstadt gar nicht so weit weg. Aber: Der erst kürzlich überarbeitete Basis-Macan kommt in der neuen Farbe Miamiblau, was den Grundpreis von knapp 59 000 Euro (Audi 52 000 Euro) gleich mal um 2400 Euro nach oben treibt. Dazu gesellen sich feines Leder (3177 €), gedämmtes Privacy-Glas (1552 €), Luftfederung mit PASM (2629 €), Sportauspuffanlage (2403 €), Sport-Chrono-Paket (1136 €), hochschwarze 21-Zöller (4754 €), Dynamic-Licht (1505 €), Park-Assistent mit Rückfahrkamera (1332 €), Sportsitze (1785 €) Bose-Sound (1178 €), Dachhimmel aus Alcantara (1309 €) und ein paar Annehmlichkeiten mehr. Letztlich kostet der Macan "so wie er dasteht" 91 583 Euro. Serienmäßig hat er Allradantrieb, das siebenstufige Doppelkupplungsgetriebe PDK und einen Benzin-Partikelfilter an Bord. Auch die Basis kommt mit Navi, LED-Licht, Klima und vielem mehr keineswegs "nackt" daher. Und damit wird der Macan interessant für alle, die damit beginnen, einen Q 5, X 3 oder GLC zu konfigurieren.

Denn ein Porsche ist ein Porsche. Und als solcher lässt sich der Macan weder in der Qualität noch in den Fahrleistungen lumpen. Im Normalmodus des Sport-Chrono-Pakets, das über ein Rädchen im Lenkrad gesteuert wird, fährt der Macan wie ein normaler SUV. Switch in den Sportmodus, und der Wagen wechselt seinen Charakter. Der Sportauspuff spielt mit, die Motorsteuerung, das Fahrwerk. Und in diesem Konzert ist der Fahrer die Hauptperson. Es ist schon stark, wie "porschig" sich das dann anfühlt - trotz vier Zylindern, trotz zwei Litern Hubraum, trotz der 245 PS, die es mit 1,8 Tonnen Gewicht aufnehmen müssen.

Das Heck darf kommen

Der Macan kommt leicht mit dem Heck; so ist er komponiert, ehe es aber kritisch wird, schickt die Elektronik ein paar Newtonmeter an die Vorderräder, greift besänftigend ein. Die straffe Lenkung tut ihr übriges, um gerade die Fahrt durch kurvige Landstriche zum Vergnügen zu machen. Im "Sport-Plus-Modus" schwänzelt der Macan schon mal ungeregelt auf regennassem Asphalt. Das erwarten wir auch von einem Wagen aus Zuffenhausen.

Das richtige Maß

Was noch? Alltagstauglichkeit. Da trumpft er mit ausreichend Platz für Passagiere und Gepäck (488 ) Liter und Außenmaßen, die auch Einparken in engen Lücken noch ermöglichen. Nicht ganz ohne Grund ist der Macan der meistverkaufte Porsche. Seit der Hersteller den Diesel verbannt hat, gibt es für ihn nur noch Benziner. Der kleinste verbraucht laut praxisnäherem WLTP-Verfahren 10,2 Liter Super. Im Alltag sind es zwei Liter mehr. Wer öfter ins Gelände geht (was der Macan durchaus kann) oder den Porsche-Moment ausgiebig auskostet, dürfte noch ein paar Zehntel darüber liegen.

Datenblatt des Testwagens.

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