08.03.2019 - 14:33 Uhr
GuteneckOberpfalz

Ein Acker für die Sonne

Die Gemeinde Guteneck baut künftig auf die Sonne als Energielieferant. Im Bereich der Ortschaft Oberaich soll ein Solarpark entstehen. Einen Wermutstropfen nimmt man dabei in Kauf.

Auf der blau schraffierten Fläche soll der neue Solarpark Oberaich entstehen.
von Monika Bugl Kontakt Profil

Bei der Gemeinderatssitzung ging es am Mittwochabend um den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für den "Solarpark Oberaich" mit Änderung des Flächennutzungsplan in ein "Sondergebiet Photovoltaik". Die Firma "GP Joule" war mit entsprechenden Plänen an das Gremium herangetreten und hatte einen Antrag auf Einleitung des erforderlichen Bauleitverfahrens zur Errichtung der Freiflächenanlage gestellt. Momentan ist das anvisierte Areal als Ackerfläche dargestellt. Details hatte die Firma bereits Anfang Februar bei einer Informationsveranstaltung im Feuerwehrhaus von Unteraich vorgestellt. Kritikpunkt war bei den Ortsansässigen in erster Linie das Landschaftsbild, das sich beispielsweise für Autofahrer ergibt, die aus Richtung Unteraich auf die Ortschaft schauen. Weniger gestört dürften sich die Bewohner von Oberaich von dem neuen "Nachbarn" fühlen. Die Häuser dort sind laut Ulrich Süß von der Verwaltung im Wesentlichen Richtung Süden und Westen ausgerichtet, während die Freiflächenanlage sich auf dem Hang dahinter in östlicher Richtung erheben soll.

Die "GP Joule GmbH" aus Buttenwiesen plant in Oberaich einen Solarpark auf rund neun Hektar Fläche. 20 Prozent des Areals sind als Ausgleichsfläche gedacht. Die anvisierte Leistung der Anlage liegt in einer Größenordnung von 5,5 Mega-Watt. Bei der Gemeinderatssitzung konnten sich die Mitglieder des Gremiums von den Vorteilen des Projekts überzeugen: Die Gemeinde Guteneck mit rund 830 Einwohnern und etwa 320 Haushalten könnte dann rund 2700 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr einsparen helfen und wäre in Sachen Strom eventuell: 1570 Haushalte könnten theoretisch mit dem über die Sonne gewonnenen Strom versorgt werden. Den Bedarf beim Gewerbe eingerechnet, könnte die so produzierte Strommenge in etwa für ganz Guteneck reichen. Und für die Kommune würde natürlich Gewerbesteuer abfallen. "Im Prinzip wäre es auch möglich, dass der Strom gleich regional genutzt wird", so Dominik Pfeifer von der "GP Joule GmbH" gegenüber Oberpfalz-Medien. "Wir wollen das Projekt auch gerne mit der Beteiligung der Bürger machen", stellte er klar. Bei den aktuell sehr niedrigen Zinsen sei dies ja auch als Geldanlage interessant.

Mit 8:1 Stimmen beschloss der Gemeinderat, das erforderliche Bauleitverfahren einzuleiten. Dazu wird ein Durchführungsvertrag mit dem Vorhabensträger geschlossen, der auch die Kosten für die erforderlichen Untersuchungen und Gutachten trägt. Sollten die Pläne nicht genehmigungsfähig sein, kann die Firma gegenüber der Gemeinde keine Schadensersatzansprüche geltend machen, Ausgleichsmaßnahmen sind innerhalb der Fläche auszuführen. Nicht zuletzt sichert sich die Gemeinde mit einer unbefristeten Bürgschaft ab, wenn es um die Wiederherstellung des Grundstücks geht. Im Zuge des Verfahrens haben dann auch Bürger und Behörden Gelegenheit, ihre Anliegen vorzubringen.

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