12.12.2019 - 15:47 Uhr
GuteneckOberpfalz

Realisierung des "Solarparks Oberaich" rückt näher

Bereits im Februar hat die Gemeinde Guteneck darüber informiert, dass bei Oberaich ein Solarfeld entstehen soll. Im März wurde die Bauleitplanung festgelegt. Anfang 2020 könnte dann der letzte Schritt folgen.

Hier soll der "Solarpark Oberaich" in der Gemeinde Guteneck errichtet werden.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

In der Gemeinderatssitzung von Guteneck war unter anderem das geplante Photovoltaikfeld bei Oberaich Thema. Auf einer bisherigen Ackerfläche soll eine 7,6 Hektar - mit Ausgleichsflächen etwa 9,5 Hektar - große Anlage entstehen. Anfang des Jahres begann der Investor GP Joules aus Buttenwiesen (Kreis Dillingen an der Donau) mit den Entwürfen. Die Firma ist spezialisiert auf alternative Energiegewinnung.

Die Fläche nordöstlich von Oberaich gehöre zu den sogenannten "benachteiligten Flächen", wie Bürgermeister Johann Wilhelm bemerkte. Das heißt, dass sie nicht ideal für die Landwirtschaft geeignet ist. Für die Gewinnung von Sonnenenergie allerdings schon. Das Areal liegt auf einem Süd-West-Hang. Dort scheint praktisch den ganzen Tag die Sonne hin. Für den Besitzer ist die Verpachtung des Grundstücks lukrativer, als der landwirtschaftliche Anbau.

Aus der Gemeinderatssitzung Guteneck vom 6. März

Guteneck

Bei der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung kamen kaum Einwände aus der Bevölkerung. Ein Anwohner bemerkte, dass seine private Wasserleitung durch das zukünftige Photovoltaik-Gelände laufe. Die müsse natürlich erst einmal gesichert werden, so dass kein Schaden zu befürchten ist. Auch wurde auf das Schreiben des Landratsamts Schwandorf besprochen, ob die Anlage eine zu hohe Blendwirkung verursachen könnte.

Bei Abständen von weniger als 100 Metern zu Gebäuden könne eine "Belästigung durch Blendwirkung" auftreten, wie es im "Praxis-Leitfaden für die ökologische Gestaltung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen" des Bayerischen Landesamts für Umwelt heißt. Der "Solarpark Oberaich" unterschreitet diesen Abstand teilweise. Die kürzeste Entfernung zur Bebauung liegt zwischen 30 und 110 Meter in westlicher bis südwestlicher Richtung. Dort wären bei niedrigem Sonnenstand Lichtreflexionen mit Blendwirkung zu erwarten. Das Büro Möhler und Partner Ingenieure AG machte daraufhin eine immissionstechnische Untersuchung. Diese hat ergeben, das bei ununterbrochener Sonnenstrahlung (sogenanntes Worst-Case-Szenario) zwei Gebäude für täglich 30 Minuten am Morgen geblendet werden würden. Möhler und Partner schlug vor, die Modulreihen im westlichen Bereich zu verkürzen, so dass niemand mehr geblendet wird.

Kaum Einwände

Abschluss im neuen Jahr

Alle Änderungen hat das Planungsbüro Arnold Consult AG aus Kissingen vermerkt und wird sie in die Bauleitplanung einbetten. Anfang des Jahres wird die Anlage zu Energiegewinnung erneut Thema im Stadtrat sein. "Wenn es keine Änderungen mehr gibt, wird die Bauleitplanung im Januar oder Februar abgeschlossen", sagt Ulrich Süß, Verwaltungsbeamter für Guteneck. Dann liegt es am Investor, wann mit der Errichtung begonnen wird. Die Gemeinde hat nach Abschluss der Bauleitplanung ihre Aufgabe erfüllt.

Der Solarpark wird sich auf etwa 7,6 Hektar belaufen (orange). Zum Grundstück gehören die Ausgleichsflächen (grün).
Hintergrund:

Der Strom, der im "Solarpark Oberaich" produziert werden wird, wird in das Stromnetz eingespeist. In einer früheren Sitzung vom 6. März hieß es, dass die gewonnene Energie in etwa ganz Guteneck mit Strom versorgen könne. "Wir wollen ja alle diese Energiewende haben", sagte Ulrich Süß, von der Verwaltungsgemeinschaft Nabburg. Deshalb decke sich das Vorhaben ganz gut mit dem allgemeinen Wunsch der Bevölkerung. Die Leistung der Anlage wird im Bereich um 5,5 Mega-Watt liegen. 2700 Tonnen Kohlenstoffdioxid würden dank der Anlage nicht in die Umwelt gelangen.

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