03.11.2020 - 10:50 Uhr
GuteneckOberpfalz

„Baugebiet Hütberg-Nord“ findet nicht nur Befürworter

Das neue Baugebiet „Hütberg-Nord“ in Weidenthal (Gemeinde Guteneck) findet nicht nur ein positives Echo. Ein Bürger fürchtet dadurch große, persönliche Einschränkungen und sieht den Dorfcharakter gefährdet.

Am nordöstlichen Ortsrand von Weidenthal soll das Baugebiet "Hütberg-Nord" entstehen, das für 14 Bauparzellen ausgelegt ist.
von Richard BraunProfil

"Das Baugebiet Hütberg-Nord ist ein wichtiger Baustein für die weitere Entwicklung der Gemeinde", stellte Bürgermeister Johann Wilhelm in der Sitzung des Gemeinderates unmissverständlich klar, was die Gemeinde zur Ausweisung des Baugebietes bewogen hat. "Nur durch die Ansiedlung junger Familien können Kita und Kindergarten in der Gemeinde erhalten werden." Im Plangebiet sind 14 Bauparzellen ausgewiesen. Zur Einleitung des Aufstellungsverfahrens für den Bebauungsplan wurde in den Monaten August und September eine frühzeitige Beteiligung der Behörden, Träger öffentlicher Belange sowie der Öffentlichkeit durchgeführt.

Lösungen gefunden

Von 31 einbezogenen Behörden sind elf Rückäußerungen eingegangen, vonseiten der Öffentlichkeit eine. Die eingegangenen Stellungnahmen waren Gegenstand der Beratungen im Gemeinderat. Das Landratsamt äußerte Bedenken aus immissionsschutzrechtlicher Sicht wegen der Nähe des Sportplatzes und des Feuerwehrhauses. Außerdem beträgt der Abstand zum Windpark Pamsendorf nur 1,35 Kilometer. Diese Bedenken konnten durch entsprechende Gutachten ausgeräumt werden. Für das wild abfließende Wasser bei Regenfällen konnte ebenfalls eine Lösung eingearbeitet werden. Dafür wird in nördlicher Richtung das Baugebiet mit einem Wall und einer Mulde abgetrennt. Zusätzlich soll zur Entlastung des Niederschlagwassers eine neue Regenrückhaltung im Ortskern geschaffen werden. Auf dem zu errichtenden Wall ist dann eine Bepflanzung möglich, die als Ausgleich für die zu entfernenden Gehölze dienen soll. Die Stellungsnahme der Bayern Netz GmbH bezog sich auf die Versorgung mit elektrischem Strom. Um diese sicher zu stellen, wird die bestehende 20-kV-Freileitung verlegt und eine Transformatorstation errichtet.

Sorge eines Landwirts

Von einem ganz anderen Kaliber waren dagegen die Bedenken und der Widerspruch eines Angrenzens an das Baugebiet, der sich in seiner weiteren Entwicklung sehr eingeschränkt sieht. Als aktiver Landwirt beabsichtigt er die Wiederaufnahme einer Nutztierhaltung mit Freilandschweinen und Geflügel. Außerdem befindet sich auf seinem Grundstück eine Quelle, um deren Bestand er für die Zukunft fürchtet. Er beruft sich dabei auf die Eigenart der Umgebung, die einem Dorfgebiet entspricht und von daher die Unterbringung land- und forstwirtschaftlicher Betriebe zulässig sei. Außerdem pocht er auf die Einhaltung des Bestandschutzes seines Betriebes, da er massive Beschwerden der neuen Nachbarn wegen Lärm- und Geruchsbelästigung durch die Nutztierhaltung befürchtet. Dem hat die Gemeinde in wesentlichen Punkten widersprochen. Das geplante Baugebiet ist im bestandskräftigen Flächennutzungsplan der Gemeinde Guteneck als allgemeines Wohngebiet und nicht als Dorfgebiet dargestellt. Vom Landratsamt wurde außerdem bestätigt, dass eine Nutztierhaltung mit Freilandschweinen und Geflügel in einem allgemeinen Wohngebiet bauplanungsrechtlich unzulässig ist. Bei der angesprochenen Quelle handelt es sich um einen Privatbrunnen der nicht als solcher angezeigt worden ist und von daher auch kein Bestandsschutz besteht. Außerdem wandte sich der Einwandführer gegen die Zerstörung wertvoller Landschaftselemente und dem, nach seiner Auffassung, zu großzügigen Landverbrauch. Eine Verkleinerung des Baugebietes würde nach seiner Meinung der Gemeinde viele Kosten sparen und das Ortsbild von Weidenthal könnte erhalten werden. Die planerische Stellungsnahme zu den Einsprüchen wies alle vorgebrachten Bedenken zurück. Darin hieß es: Die Punkte zur Kompromissbereitschaft des Einwenders erwecken den Eindruck, nur die Bebauung um sein Grundstück verhindern zu wollen, um private Interessen zu befriedigen. Aus bauplanungsrechtlicher Sicht sei eine solche "Gefälligkeitsplanung" nicht zulässig. Die vorgebrachten Einwände und Stellungnahmen werden in die Planung eingearbeitet und zu einem späteren Zeitpunkt erneut ausgelegt. Diesem Modus stimmte der Gemeinderat zu.

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