16.10.2020 - 13:15 Uhr
GuteneckOberpfalz

Die (Baum-) Mischung macht's

Auch im Wald muss sich im Zeichen des Klimawandels etwas ändern, findet Waldbesitzer Hermann Hartinger. Welche Möglichkeiten es gibt, davon konnten sich interessierte Waldbesitzer einen Eindruck machen.

Hermann Hartinger (graue Jacke) deutet auf sein Waldstück und stellt sein Projekt vor.
von Richard AltmannProfil

30 interessierte Waldbesitzer trafen sich zu einer Informationsveranstaltung der Waldbesitzervereinigung Nabburg-Burglengenfeld (WBV) und des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) am Seeweiher bei Trichenricht. Auf einer Fläche von knapp einem Hektar hat der Waldbesitzer Hermann Hartinger aus Pischdorf vor vier Jahren, 14 unterschiedliche Baum- und Straucharten angepflanzt. Unter diesen waren Flatterulme, Baumhasel, Elsbeere, Walnuss, Schwarznuss, und mehr.

Exoten ziehen in Wald ein

Hartinger erklärte, dass er verschiedenste Baumarten pflanzen wollte, um zu beobachten, wie sich diese vor Ort entwickeln würden. "Viele der ausgewählten Baumarten seien bislang Exoten in der Gegend" so Hartinger. Sowohl Markus Lobinger, Förster vom AELF als auch Yvonne Wolfrum, Försterin der WBV, begrüßten diese Entscheidung. Sie wiesen jedoch darauf hin, dass man aus forstlicher Sicht die Baumarten nicht streifenweise, sondern in größeren Gruppen mischen sollte, um sich die innerartliche Konkurrenz zunutze zu machen. Da aber auf der Fläche klein-standörtliche Unterschiede herrschen, könnte man durch die streifenweise Pflanzung das Wachstum der einzelnen Baumarten auf jedem Standort beobachten.

Lobinger verwies darauf, dass bei Erstaufforstungen auf der Freifläche der Spätfrost für manche Baumarten eine Gefahr darstellen kann. Besonders Tanne und wie auf der Fläche zu sehen, die Walnuss und die Elsbeere leiden sehr darunter, aber auch die Fichte hatte abgestorbene Triebspitzen. Auch Mäuse können eine Kultur bedrohen.

Die Hainbuche aber auch die Kirsche waren besonders vom Mäusefraß betroffen. Hartinger gab an, dass er auf der Fläche auch mit Gift gearbeitet habe. Weitere Möglichkeiten, um die Mäuse in Schach zu halten sei das Mähen des Grases, Sitzhilfen für Greifvögel und das Anbringen von Rohren, als Zaundurchlass für Füchse als natürliche Feinde.

Robuste, gut gedeihende Bäume

Die Flatterulme bewies auf den staunassen Standorten mit ihrer Pfahlwurzel erstaunlich gutes Wachstum, sie sei, so Lobinger, nicht so anfällig gegenüber dem Ulmensplintkäfer. Auch die Erle konnte in den vernässten Stellen brillieren. Kirsch- und Birnenholz ist ebenfalls bei Schreinern und Drechslern gefragt und man könne sie gut an trocknere Waldränder setzen. Durch die erhöhten Fördersätze von knapp drei Euro pro Pflanze sei die Wiederaufforstung so hoch wie noch nie vom Freistaat bezuschusst worden.

Unter den Nadelhölzern ist die Douglasie eine Baumart, bei der die Astung bessere Preise erzielen kann, es komme jedoch immer auf den richtigen Astungszeitpunkt an. Die Försterin erläuterte ebenfalls die Fördermöglichkeiten bei der insektizid freien Bekämpfung von Rindenbrütern.

Es wurde betont, dass die regional heimischen Baumarten weiterhin den größten Flächenanteil bilden sollten und die anderen Baumarten in gewissem Anteil beteiligt werden sollten, unsere Wälder komplett auf andere Baumarten umzubauen, sei nicht anzustreben.

Waldbegehung in Weiden

Weiden in der Oberpfalz
Viele Baumarten nebeneinander.
Übersicht über das Waldstück.

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