04.10.2019 - 17:07 Uhr
GuteneckOberpfalz

Magie auf Schloss Guteneck

Bald flüstert Manuel Beissel der Eule im "Magic Castle" von Hollywood ein Passwort ins Ohr. Dann ist er ganz oben angekommen auf der Karriereleiter der Zauberkünstler. Dabei ist Schloss Guteneck auch schon ideal für Magie.

Schloss Guteneck wird zum "Magic Castle". Der Sohn des Schlossherrn hat seinen Zauberkoffer aus dem Jahr 1950 schon gepackt und einen international renommierten Kollegen für Show und Workshop bestellt.
von Monika Bugl Kontakt Profil

Den "Graf" lässt Magier Manuel Beissel, der viel in den USA unterwegs ist, der Einfachheit halber lieber weg. Denn eigentlich heißt er Manuel Graf Beissel von Gymnich. Einen seltenen Beruf hat der Sohn des Gutenecker Schlossherrn sich da ausgesucht, sein Hobby zum Brotwrwerb gemacht, und nun ist er auf dem besten Weg zur "Academy of Magical Arts". Wer ihn interviewt, ist schnell verzaubert, spürt eine Berührung, die kein Zeuge gesehen hat, oder staunt über in der Luft schwebende Brillen. Viel zu schnell hantiert der 35-Jährige mit seinem Kartenstoß, als dass die Augen des Zuschauers seinen Fingern folgen könnten. Die Phase des Zauberlehrlings liegt längst hinter ihm. Jetzt ist er als Meister seines Fachs zurück auf Schloss Guteneck, das schon bald ein Renommee als "Magic Castle" haben könnte. "Guteneck goes Hollywood", scherzt Manuel Beissel in Anspielung auf den elitären Club namens "Magic Castle" in den USA, eine Art Olymp der Zauberkünstler. Der aufstrebende Magier ist dabei, sich dort einen Platz zu erobern, seit er vor fünf Jahren das Unternehmer-Dasein und einen Job im Marketing aufgegeben und sich ganz der Zauberkunst gewidmet hat. Nach einem Betriebswirtschaftsstudium war er zunächst mit Rohstoffhandel befasst, später mit der Vermarktung von Helene Fischer. Letztlich ist er selbst im Showbusiness gelandet. "Lange Zeit habe ich nur nebenberuflich gezaubert", erzählt Beissel. Aber dann kam der Moment, als er vor den Teilnehmern am Davis-Cup auftrat und Standing Ovations bekam. Inzwischen wird er regelmäßig von großen Firmen gebucht, die sein "Brot-und-Butter-Geschäft" darstellen. Jetzt bietet es sich für ihn an, auch den überregionalen "Event-Standort" Guteneck zu verzaubern. Raffinierte Kartentricks sind da genauso drin wie ein Auto, dass vom Erdboden verschwindet.

"Nichts unmöglich"

"Nichts ist unmöglich: Dieses kindliche Denken ist die Grundlage der Magie", behauptet der Performer, der sechs Jahre alt war, als er zum ersten Mal einem Zauberer begegnete. Mit 17 faszinierten ihn die Kartentricks von David Blaine, bald kannte er sämtliche verfügbaren DVDs und Videos des Zauberkünstlers. "Für meine Freunde war das nur eine Phase, für mich ein bisschen mehr", meint der 35-Jährige, der damit in die Fußstapfen seines Großvaters mütterlicherseits trat. Es müssen nicht immer weiße Kaninchen aus dem Hut hüpfen, um ein Publikum zu bezirzen. Eine auf magische Art befüllte Cola-Dose tut es auch. Denn wer zaubern will, muss sich ohnehin auch als Entertainer bewähren.

"Ich habe da Leute kennengelernt, die mich unter ihre Fittiche genommen haben", berichtet Manuel Beissel und zählt als Mentoren die "lebenden Legenden" Juan Tamariz und Dani DaOrtiz auf. Wer diesen Größen aus purer Neugier ihre Geheimnisse entlocken wolle, sei auf dem falschen Weg. Aber mit einer entsprechend "starken Passion" wächst die Chance, vom Apfel der Erkenntnis zu kosten - "bis auf ein paar Tricks, die der Magier vielleicht doch mit ins Grab nehmen will. Zum Start der magischen Phase von Guteneck ist am Samstag, 26. Oktober Star-Illusionist Denis Behr eingeladen.

Wer Appetit auf mehr bekommt, kann am Samstag, 2. November einen Workshop mit Dani DaOrtiz auf Schloss Guteneck besuchen und von ihm lernen oder sich schlicht bei der abendlichen Show dem Charme eines der besten Close-Up-Magier ergeben. Geplant ist außerdem die Produktion einer Lehr-CVD mit dem Star, dem an diesem Wochenende der Hausherr das Rampenlicht überlässt. Durch das Internet ist die Zauber-Szene laut Beissel unglaublich gewachsen. Weitere Seminare sollen folgen.

Ausdauer beim Üben

Ohne Übung aber hilft die ganze Theorie wenig. Der Magier aus Guteneck hat phasenweise sieben bis zehn Stunden pro Tag trainiert. Vor Missgeschicken ist aber auch der Profi niemals sicher. Und was macht der Zauberkünstler, wenn etwas schief geht? Er setzt auf seine Entertainer-Qualitäten: "Fehler kaschiert er so geschickt, dass das Publikum das gar nicht bemerkt."

Info:

Academy of Magical Arts

Die Academy of Magical Arts ist eine US-amerikanische Vereinigung für Zauberkünstler mit einem ganz besonderen Domizil. Das Clubhaus ist ein schlossähnliches Bauwerk in Hollywood, genannt "Magic Castle" . Ins Castle dürfen nur Mitglieder und deren Gäste. Bis dahin ist es allerdings ein weiter Weg. Manuel Beissel hat sich beworben und ist "quasi angenommen". Wer sich für eine Karriere als Magier oder Zauberer interessiert, kann sich auch erst mal über eine Lektüre schlau machen. Manuel Graf Beissel von Gymnich empfiehlt für Einsteiger "Die große Kartenschule" von Roberto Giobbi oder den mehrbändigen "Tarbell Course in Magie". Wer sich tatsächlich mehr als nur ein bisschen für die Tricks interessiert, dem verraten die Magier auch ihre Technik, weiß der Zauberkünstler aus Guteneck, sie bräuchten ja schließlich auch Menschen, an die sie ihr Wissen weitergeben können, denn nur so bleibe Magie am Leben. (bl)

Magier Manuel Beissel kommt man nicht so leicht auf die Spur, so geschickt ist er im Umgang mit Würfeln, Karten oder Münzen.
Der Trick mit der Brille: Magier Manuel Beissel weiß, wie er sie scheinbar ohne Krafteinwirkung mit simpler Physik in Bewegung setzen kann.
Wer Magier werden will, muss dicke Bücher wälzen. Für die Sparte "Close-up" braucht er aber nicht allzu viele Utensilien.
Tipp:

Magische Momente auf Schloss Guteneck

Den Auftakt für Magie auf Schloss Guteneck macht am Samstag, 26. Oktober, Star-Illusionist Denis Behr. Der 38-Jährige hat mehrere internationale Preise erhalten und Fachbücher veröffentlicht. Er versteht sich nicht nur gut auf Kartentricks, sondern glänzt auch mit seinem trockenen Humor. In "The King of Cards" kombiniert er mit seinem Assistenten Herbert die besten Kunststücke seiner beiden Shows. Das exklusive Event für 40 Gäste beginnt um 20 Uhr. Im Eintrittspreis von 65 Euro sind Gratis-Erfrischungsgetränke enthalten.

Höhepunkt der magischen Woche auf Schloss Guteneck ist am Samstag, 2. November. Um 13 Uhr startet an diesem Tag ein Workshop mit dem in Zauberkreisen legendären Dani DaOrtiz, der bei dem vierstündigen Kurs Tricks aus seinem Repertoire verrät und einige psychologische Hintergründe offenbart. Eine "Magic Show" mit dem Close-Up-Magier folgt dann um 20 Uhr (Einlass 19 Uhr) im Gutsstadl. Ticket- Bestellung und Anmeldung zu dem Worksshop über Kontakt[at]schloss-guteneck[dot]de und unter Telefon 0 96 75 / 91 46 62.

Schon wieder Pik Sieben. Der Magier lässt die einmal anvisierte Karte überall auftauchen.
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