06.12.2019 - 19:57 Uhr
GuteneckOberpfalz

Punktlandung mit antiker Optik

Über die Pflastersteine am Schloßberg von Guteneck sind vor Jahrhunderten wahrscheinlich schon Pferdekutschen gerollt. Dabei sind sie erst seit ein paar Wochen hier verbaut, wo die Dorferneuerung dem Ort eine Aufwertung beschert.

Bauoberrat Martin Stahr, Alfons Himmelstoß vom Verband für ländliche Entwicklung (von rechts) und Bürgermeister Johann Wilhelm (links) sind sich mit allen Beteiligten jetzt schon einig über die Aufwertung durch die Dorferneuerung. Von allen Seiten gab es Lob für die vorbildliche Zusammenarbeit.
von Monika Bugl Kontakt Profil

Zufriedene Gesichter gab es am Donnerstag, als wesentliche Teile von Guteneck den kritischen Augen von Behördenvertretern standhalten mussten. Noch keine komplette Abnahme, aber eine "Zustandsfeststellung" oder "Teilabnahme" hatte die an der Dorferneuerung Beteiligten zusammengeführt. Sie konnten sich nun überzeugen, dass rund eine halbe Million Euro für Straßen und Kanal gut angelegt waren.

Mitarbeiter des Bauhofs schritten schon mal voran am Schlossberg, hoben die Wasserschieber-Klappen an und überprüften, ob sich das Gestänge darunter auch drehen ließ. "Könnte ja auch verbogen sein, und irgendwann ist es dann zu spät", so der Kommentar. "Die eigentliche Abnahme erfolgt, dann, wenn der Kanal komplett fertig ist", beruhigte Wolfgang Vetter vom zuständigen Ingenieurbüro Weiß mit Blick auf ausstehende Arbeiten in der Hofmarkstraße.

In drei Abschnitten konnten sich die Fachleute aber schon vom endgültigen Zustand der Maßnahmen überzeugen: in der Straße am Schloßberg, in der Pfarrhofgasse und beim Gehweg, der das Gasthaus Vetterl mit dem Schloßberg verbindet. "Zeitlich haben wir das ganz gut geschafft", meinte Alfons Himmelstoß vom Verband für ländliche Entwicklung mit Blick auf die "Hochsaison" in der Gemeinde, die nun angelaufen ist: Der Weihnachtsmarkt auf Schloss Guteneck lockt alljährlich Tausende von Besuchern in den kleinen Ort. "Es war der Wunsch von Gemeinde und Schlossherr, dass hier bis zum Weihnachtsmarkt alles fertig sein soll", erläuterte Bauoberrat Martin Stahr, Sachgebietsleiter beim Amt für Ländliche Entwicklung und sprach von einer Punktlandung. Die Maßnahme habe sich ausgezahlt, zeigte er sich überzeugt und verwies auf das gute Feedback von den Anwohnern. Schließlich handle es sich hier um eine Planung der Gutenecker Bürger, ausgehend vom Ort und für den Ort . "Alles nach Plan", lautete dann auch das Fazit von Wolfgang Vetter vom Ingenieurbüro Weiß, und Franz Wilhelm von der gleichnamigen Baufirma unterstrich die hervorragende Zusammenarbeit. Nicht zuletzt durfte auch der Schlossherr ein Wörtchen mitreden. Mit Einverständnis der Bürger gab es für Gehweg und Seitenflächen kein banales Betonpflaster sondern ein Großstein-Granitpflaster, das seinen dekorativen Charakter nicht erst in Jahrzehnten entfalten muss: Die Steine sind gebraucht, farblich abgestimmt auf vorhandene Flächen und durch die etwas antike Optik ziemlich perfekt fürs Ambiente rund ums Schloss.

"Über diese Steine sind früher sicher schon Pferdefuhrwerke gerollt", so die Spekulationen über den Secondhand-Granit. Mit Kanal und Asphaltierung in der Hofmarkstraße sollen die Bauarbeiten im Ortskern von Guteneck im Oktober 2020 dann abgeschlossen sein. "Vielleicht sogar schon ein bisschen eher", so der Bürgermeister optimistisch.

Dorferneuerung in Meter und Euro:

Dorferneuerung in Meter und Euro

Rund 300 000 Euro sind im Zuge der Dorferneuerung in die Straßen von Guteneck geflossen: 100 Meter Schlossberg, 65 Meter Pfarrhofgasse und 66 Meter auf dem Verbindungsweg zum Schlossberg konnten mit diesem Geld aufgewertet werden. Rund 180 000 Euro kostete bisher der neu verlegte Mischwasserkanal inklusive Hausanschlüsse und 50 Meter Kanal-Innensanierung.

Glatter Asphalt und historisches Pflaster (im Hintergrund links). Diese Kombination überzeugte bei der "Zustandsfeststellung" in Guteneck nicht nur Bürgermeister Johann Wilhelm (links).
Auch ein breiter, gepflasterter Gehweg verbindet nun die Hofmarkstraße mit dem Schloßberg.
Auch einige neu gepflanzte Bäume gehören zu den Maßnahmen im Zuge der Dorferneuerung.
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