25.01.2019 - 12:24 Uhr
GuteneckOberpfalz

Siedlung mit Weberei

Nur wenige wissen, dass südlich von Unterkatzbach, dort wo der Luigenbach in den Katzbach fließt, auf einer kleinen Hochebene eine vorgeschichtliche Siedlung lag. Auf den ersten Blick erkennt man das nicht ohne Weiteres.

Eine Randscherbe und eine Wandscherbe aus Graphitton. Dabei wurde Graphit dem Ton beigemengt, um so einerseits größere Hitzebeständigkeit zu erreichen, andererseits dem Gefäß ein metallenes Aussehen zu geben.

Wenn man aber bewusst nach Artefakten (das sind von Menschen hergestellte Gegenstände) sucht, entdeckt man an der Ackeroberfläche doch das eine oder andere Fundstück aus dieser Zeit. Einige davon möchte Kurt Engelhardt, Kreisheimatpfleger für Archäologie im Landkreis Schwandorf, vorstellen.

Zunächst einmal tauchen immer wieder kleinere Stücke von Graphittonkeramik auf, die nach Form und Machart der Epoche des Frühlatene (450 bis ca. 200 v. Chr.) zuzuordnen sind. Erstaunlich häufig sind aber auch Bruchstücke von Webgewichten zu finden. Sie sind ein eindeutiger Hinweis darauf, dass wir es nicht mit einem Friedhof, sondern mit einem Siedlungsareal zu tun haben, in dem Weberei betrieben worden ist. Einige dieser Fundstücke können archäologisch der sog. Urnenfelderkultur (1200 bis 800 v. Chr.) zugeordnet werden. Der Name rührt daher, dass die Menschen von der bis dahin in der Bronzezeit üblichen Körperbestattung zur Brandbestattung in flachen Urnengräbern übergingen. Warum das so war, weiß man übrigens bis heute nicht. Vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege ist der Fundbereich als Bodendenkmal ausgewiesen mit dem Beschrieb "Siedlung der Urnenfelderkultur und des Frühlatene".

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