Beim ersten Treffen der Dorfgemeinschaft Guttenberg und Schweißenreuth Anfang September war es in erster Linie darum gegangen, Ideen zu sammeln, um auf regionaler Ebene einen Beitrag zum Stopp des Artensterbens zu leisten. Für das Folgetreffen im Gasthaus Dumler in Guttenberg holte man sich zum Erörtern und Planen konkreter Projekte Fachkompetenz an den Wirtshaustisch: Stadtgärtner Florian Frank und die Jagdpächter Bruno Ponnath (Revier Kastl) sowie Rainer Bayer (Revier Guttenberg) waren der Einladung von Dorfsprecher Hans Reindl gefolgt. Sie erklärten den zahlreich erschienenen Bewohnern anschaulich, wie eine Umsetzung bestimmter Maßnahmen möglich wäre.
Saatgut strecken
Frank ging auf das Anlegen von Blühstreifen mit verschiedenen Saatmischungen ein. Auch informierte er detailliert darüber, wie die betreffenden Flächen vorbereitet werden müssen. Ein Geheimtipp sei das Strecken des Saatguts mit der doppelten Menge Sand sowie das Anwalzen der Blühmischungen, ohne allerdings die Samen in den Boden einzurechen. Auch gebe es unterschiedliche Saatmischungen, da die Beschaffenheit des Untergrunds von Fall zu Fall variiere. Zum besseren Verständnis hatte Frank einen Plan mit den infrage kommenden Flächen vorbereitet.
Bruno Ponnath, Jagdpächter des Reviers Kastl und Leiter der Hegegemeinschaft Kemnath, ging in seiner Powerpoint-Präsentation auf das Wiederansiedlungsprojekt von Rebhühnern ein. Dieses habe sich in Kastl anfangs sehr gut entwickelt, sei dann aber aufgrund einer Umstellung der landwirtschaftlichen Förderprogramme gescheitert. Im Nachgang erhielten die Dorfbewohner vielfältige Informationen zum Thema Rebhuhn. Damit dieser Hühnervogel hier wieder heimisch werde, müssten verschiedene Bedingungen optimiert werden. Ponnath erklärte dazu anhand von Beispielen Aspekte wie die Verbesserung des Lebensraums, Reduzierung von Beutegreifern, Lebensraumverschlechterung von Prädatoren (Fressfeinden) sowie die langfristige Bindung des Rebhuhns.
Bedingt durch eine verfehlte Agrarpolitik und die daraus entstandene Monokultur in der Landschaft sei seit 1992 der Bestand dieser Bodenbrüter um 90 Prozent zurückgegangen. Bei einem solchen Wiederansiedlungsprojekt seien sehr viel Geduld und Ausdauer gefragt, auch mit Rückschlägen müsse gerechnet werden.
Steinhaufen für Reptilien
Anschließend bewertete Jagdpächter Rainer Bayer, zuständig für das Gemeinschaftsjagdrevier Guttenberg, die Situation vor Ort. Mithilfe einer Folienpräsentation unter dem Motto "Fit for Future" beleuchtete er die Wichtigkeit von Hecken für das Niederwild, zu dem auch das Rebhuhn zählt. Weitere Möglichkeiten zur Förderung der Artenvielfalt sah er im Anlegen von Blühstreifen zwischen den einzelnen Flurnummern. Von großer Wichtigkeit seien zudem Steinhaufen am Rande von Feldern, da diese kleinen Reptilien neuen Lebensraum böten.
Ein sinnvoller Baustein auf dem Weg zu mehr Artenschutz ist für Bayer auch der Bau von Nistkästen und Insektenhotels zusammen mit den Kindern. Er bot den Dorfbewohnern im Rahmen seiner Möglichkeiten Unterstützung bei der Umsetzung der angesprochenen Projekte an. Denn auch kleine Dörfer könnten einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt leisten, jeder Einzelne müsse handeln.













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